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Privater Carsharing-Dienst Drivy kontert Kritik von Stiftung Warentest

Wenn Verbraucher kurzfristig ein Auto brauchen, greifen sie nicht nur auf klassische Mietwagen zurück. Über Carsharing haben sie die Möglichkeit, sich sowohl von Privatleuten als auch von kommerziellen Anbietern einen Pkw zu leihen. Doch gerade das private Carsharing ist in der Praxis problematisch, so Stiftung Warentest. Was sagt Deutschlands größter Anbieter Drivy zur Kritik?
Privates Carsharing hat noch Schwächen
Autos von Privatpersonen unkompliziert über das Internet ausleihen

Privates Carsharing hat insbesondere in Kleinstädten und ländlichen Gegenden Vorteile. Denn dort sind kommerzielle Anbieter kaum vertreten, während Privatleute einfach ihr Auto über das Internet zur Vermietung anbieten können. Doch „in der Praxis stoßen Interessierte häufig auf Probleme“, wie Stiftung Warentest in einer Untersuchung von drei privaten Carsharing-Anbietern herausgefunden hat. Die Tester bemängeln unter anderem zu wenige Fahrzeuge, die zur Verfügung stehen, und kurzfristige Absagen des Vermieters. Steht es um das private Carsharing tatsächlich so schlecht? finanzen.de hat bei Drivy nachgefragt, der größten Plattform für die private Autovermietung.

Drivy: Qualitätskontrollen für mehr Zuverlässigkeit

„Natürlich ist es beim privaten Carsharing nach wie vor nicht möglich, ein verfügbares Auto zu garantieren“, räumt Christiane Jakobs von Drivy gegenüber unserer Redaktion ein. Doch das Unternehmen arbeitet daran, dies zu ändern. So könnte künftig das Prinzip einfach umgekehrt werden. Nicht Vermieter bieten ihre Privatautos im Internet an, unter denen sich Interessierte eines heraussuchen, sondern Mieter melden ihr Interesse, „wann und wo sie ein Auto brauchen. Wer sich dann am schnellsten bei dem Mieter meldet, erhält den Zuschlag und kann sein Auto vermieten.“

Zudem gibt es bereits jetzt bei Drivy diverse Qualitätskontrollen, die unter anderem dazu führen, dass Autobesitzer, die Anfragen stets ablehnen oder deren „Antwortreaktionen nicht gut sind, in der Suchliste weiter nach unten“ rutschen, so Jakobs.

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Kein Verlust des Versicherungsschutzes

Die Stiftung Warentest kritisiert auch, dass Drivy mit dem „Verlust des Versicherungsschutzes bei verspäteter Rückgabe oder zu viel gefahrenen Kilometern“ drohe. Jakobs stellt klar, dass „die Nutzer keinesfalls den Versicherungsanspruch verlieren.“ Sie haben hingegen die Möglichkeit, die Anmietung einfach via App, Anruf oder auf der Webseite zu verlängern und Mehrkilometer nachzuzahlen. Auch den Kritikpunkt der Verbraucherorganisation, dass Drivy zu umfangreiche allgemeine Geschäftsbedingungen hat, beurteilt das Unternehmen anders. Ein umfassendes Regelwerk ist demnach notwendig, um beide Parteien – Autobesitzer und Mieter – richtig abzusichern.

Drivy durchschnittlich „30 Prozent günstiger als traditionelle Anbieter“

Der durchschnittliche Drivy-Nutzer ist 36 Jahre alt und mietet sich ein Auto für täglich 29 Euro für drei Tage. Im Vergleich zu kommerziellen Carsharing-Anbietern hebt Drivy hervor, dass Interessierte Autos direkt in ihrer Nähe finden und die Preise zudem transparent sind. Für weniger gefahrene Kilometer erhalten Mieter Geld zurück. Das Unternehmen rechnet die jeweiligen Fahrten nicht minutenweise ab, sondern abhängig von den gefahrenen Kilometern und von der Mietdauer pro Tag.

„Drivy ist im Schnitt 30 Prozent günstiger als traditionelle Anbieter“, erläutert Jakobs. Dabei fließen 70 Prozent der Mietsumme an den Autobesitzer. Der Rest bleibt bei Drivy und wird unter anderem für die Kfz-Versicherung verwendet. Damit wird sichergestellt, dass Schäden, die während der Ausleihe geschehen, nicht zulasten des Fahrzeughalters gehen. Mieter selbst haben eine Selbstbeteiligung zu tragen, die sich jedoch gegen einen Aufpreis auf 150 Euro reduzieren lässt.

Tipp: Ist das Auto nach einem Unfall so stark beschädigt, dass es nicht mehr fahrbar ist, sollten sich Mieter zügig an Drivy wenden. Das Unternehmen organisiert einen Pannendienst sowie eine Abholmöglichkeit für Fahrer und Co. Wie sich Autofahrer generell nach einem Unfall verhalten sollten, dazu gibt der Kfz-Ratgeber viele wichtige Tipps.