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Hartz 4 und Krankenkasse: Seit Januar 2016 ohne Familienversicherung

Viele Bezieher von Arbeitslosengeld II waren bis zum 31. Dezember 2015 über den Ehepartner oder ein anderes pflichtversichertes Familienmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos familienversichert. Doch die Familienversicherung wurde für Hartz-4-Empfänger zum 1. Januar 2016 abgeschafft. Was bedeutet diese Entscheidung für Betroffene?
Hartz-4-Bezieher jetzt bei gesetzlicher Krankenkasse pflichtversichert
Keine Familienversicherung mehr für Hartz-4-Bezieher

Zum 1. Januar 2016 gibt es für Leistungsbezieher von Hartz-4 keine Familienversicherung mehr. Wer als Arbeitslosengeld-II-Empfänger bisher familienversichert war, ist nun eigenständiges Mitglied einer Krankenkasse. Dies hat den großen Vorteil, dass Betroffene nun nicht mehr an die gesetzliche Kasse gebunden sind, bei der die pflichtversicherte Person Mitglied gewesen ist, über die die Familienversicherung lief. Doch für Leistungsempfänger, die vor Hartz-4-Bezug privatversichert waren, kann die Neuregelung im Zuge des GKV-Finanzstruktur- und Qualitätsentwicklungsgesetzes unangenehme Folgen haben.

Wegfall der Familienversicherung: Kaum Auswirkung für Hartz-4-Empfänger

Durch den Wegfall der Familienversicherung für Hartz-4-Empfänger ändert sich für die meisten Betroffenen nichts. Lediglich ihr Status bei der Krankenkasse ist nun ein anderer. Sofern Leistungsbezieher nicht handeln, werden sie vom Jobcenter bei der Krankenkasse angemeldet, bei der sie vor Beginn der Familienversicherung versichert waren. War dies eine private Krankenversicherung, so bedeutet dies für Leistungsempfänger eine Rückkehr dorthin.

Wie haufe.de berichtet, können Betroffene, die vor Beginn der Familienversicherung bei einer gesetzlichen Krankenversicherung Mitglied waren, „innerhalb von 2 Wochen nach Eintritt der Versicherungspflicht eine Krankenkasse“ wählen und den entsprechenden Nachweis dem jeweiligen Jobcenter vorlegen. Auch das von den Regionalträgern der Deutschen Rentenversicherung initiierte Portal ihre-Vorsorge.de weist auf den Krankenkassenwechsel bis Mitte Januar 2016 hin. Leistungsbezieher sollten sich dennoch beim Jobcenter bzw. der Krankenkasse erkundigen, inwiefern ein Wechsel der Krankenkasse jetzt noch möglich ist.

 

Krankenkassenwechsel nach 18 Monaten

Sofern kein Sonderkündigungsrecht besteht, etwa weil die Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag erhöht, müssen pflichtversicherte Leistungsbezieher mindestens 18 Monate bei ihrer Kasse versichert sein, ehe sie unter Berücksichtigung einer zweimonatigen Kündigungsfrist ihren Anbieter wechseln dürfen.

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Krankenkassenwechsel aus Leistungssicht sinnvoll

Die Wahl einer neuer Krankenkasse ist aus Beitragssicht nicht notwendig. Selbst wenn die Kasse einen überdurchschnittlichen Zusatzbeitrag 2016 und damit einen hohen Beitragssatz erhebt, bleibt dies für Hartz-4-Empfänger ohne ein sozialversicherungspflichtiges Einkommen ohne finanzielle Folgen. Denn laut der Bundesagentur für Arbeit müssen Bezieher „grundsätzlich keinen Zusatzbeitrag zahlen.“

Bezüglich der Leistungen kann sich ein Wechsel allerdings lohnen. Zwar stimmen diese bei den verschiedenen Krankenkassen zu 95 Prozent überein. Doch manche Kassen bieten besondere Leistungen, etwa auf dem Gebiet der Naturheilverfahren. Es empfiehlt sich daher, die verschiedenen Kostenerstattungen zu prüfen und gegebenenfalls zu einer Krankenkasse zu wechseln, die besser den eigenen Ansprüchen entspricht.