finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

News der Woche: Laute Medienkritik, Zeichenwahn auf Twitter und vererbtes Facebook

In dieser Woche hatte der Winter große Teile Deutschlands fest im Griff. Doch neben dem Wetter befasste sich unsere Redaktion mit anderen Dingen. So blickten wir auf die Berichterstattung zu den Vorfällen in Köln, neue Strategien bei Twitter und Amazon sowie eine Nordsee-Fähre, die es nicht ohne weiteres bis in den Hafen geschafft hat.
Haben Öffentlich-Rechtliche zu spät reagiert
Nach den Köln-Vorfällen gibt es starke Kritik an verschiedenen Medien

Medien in der Kritik: So wurde mit den Vorfällen in Köln umgegangen

Die Übergriffe auf Frauen in Köln zum Jahreswechsel sorgen für Empörung. Dabei gerät nicht nur die Kölner Polizei in die Kritik, sondern auch die Medienberichterstattung. Insbesondere den Öffentlich-Rechtlichen wird vorgeworfen, nicht ausreichend bzw. rechtzeitig über die Vorfälle berichtet zu haben. Der CSU-Politiker Hans-Peter Friedrich spricht sogar von einem Schweigekartell. Das ZDF hat inzwischen eine „Fehleinschätzung“ der Nachrichtenlage eingestanden. So hätte man bereits in der heute-Sendung am Montag ausführlich über das Thema berichten müssen. Aber nicht nur die verzögerte Berichterstattung wird diskutiert. Auch wie die Geschehnisse und der Ermittlungsstand der Polizei in verschiedenen Medien dargestellt werden, ist Gegenstand der Debatte.

Vom Kunden zur Konkurrenz: Amazon will eigenen Lieferdient aufbauen

Immer wieder Ärger mit DHL, UPS oder Hermes? Damit könnte zumindest bei Bestellungen über Amazon bald Schluss sein. Anscheinend plant der Internetversandhändler einen eigenen Lieferdienst aufzubauen. Derzeit läuft ein entsprechendes Pilotprojekt in München. Nach und nach könnten Verteilzentren in anderen Großstädten hinzukommen. Für Amazon bietet sich dadurch die Möglichkeit neue Angebote, wie beispielsweise die Lieferung am Tag der Bestellung, aufzubauen. Ob der Lieferdienst allerdings zuverlässiger ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Zumindest in den Amazon-Standorten kommt es immer wieder zu Streiks von Mitarbeitern, der erste Streik für 2016 ist bereits geplant.

Winter in Deutschland: Fähre bleibt im Watt stecken

Der Winter hat Teile Deutschlands in dieser Woche voll in Beschlag genommen, wobei es zeitweise zwischen den wärmsten und kältesten Regionen Temperaturunterschiede von bis zu 20 Grad Celsius gab. Während vor allem Autofahrer und Fußgänger vielerorts angesichts vereister Straßen besonders vorsichtig sein mussten, blieb ein Transportmittel gleich vollständig an Ort und Stelle stehen. Im Watt steckte eine Juist-Fähre mit rund 650 Passagieren für mehrere Stunden fest. Allerdings trugen hierbei nicht die kühlen Temperaturen Schuld an der Misere, sondern der seewärtige Wind. Dieser drückte zu viel Wasser aufs Meer hinaus, so dass die Wassertiefe für die Fähre zu niedrig war und das Schiff unplanmäßig einen Zwischenstopp einlegte.

Facebook-Konto kann vererbt werden

Das Internet vergisst nie, so lautet ein wohlbekannter Ratschlag hinsichtlich des Umgangs mit persönlichen Daten im World Wide Web. Wie sieht es dabei mit Email- und Social-Media-Konten von Verstorbenen nach deren Tod aus? In einem aktuellen Gerichtsurteil hat das Berliner Landgericht entschieden, dass der Zugang zu Facebook-Accounts zur Erbmasse gehören – zumindest, wenn es sich bei dem Account-Inhaber um ein minderjähriges Kind handelt und die Eltern nach dem Tod Zugriff auf veröffentlichte Daten, aber auch Gesprächsprotokolle haben möchten. Facebook sieht hier zwar datenschutzrechtliche Bedenken. Das Berliner Gericht behandelt das Facebook-Konto aber genauso wie Briefe oder Tagebücher, die ebenfalls vererbt werden.

Verliert Twitter sein Gesicht?

140 Zeichen. Das ist seit Gründung von Twitter das Markenzeichen des Kurznachrichtendienstes. So unterscheidet sich das Nutzerverhalten auch oftmals stark von dem auf anderen Social-Media-Plattformen, wie beispielsweise Facebook. Doch das könnte sich schon bald ändern. Denn offenbar wird überlegt, die Zeichenbegrenzung für Tweets auf 10.000 anzuheben. Die Twitter-Gemeinde reagiert allerdings weitgehend negativ auf diese Ankündigung. Unter den Hashtags #Twitter10k und #SAVE140 machen die Nutzer ihrem Unmut Luft.