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Krankenkassen: Zuzahlungen für GKV-Leistungen steigen erneut

Gesetzlich Krankenversicherte müssen immer mehr Zuzahlungen leisten. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2015 beliefen sich die Zuzahlungen zu GKV-Leistungen demnach auf 2,84 Milliarden Euro – ein Anstieg um 125 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit steigt die finanzielle Belastung von Kassenpatienten nicht nur aufgrund von erhöhten Zusatzbeiträgen.
Kassenpatienten müssen mehr aus der eigenen Tasche bezahlen
GKV: Zuzahlungen für Medikament und Behandlungen steigen

Die Zuzahlungen zu GKV-Leistungen nehmen immer mehr zu. Das bedeutet, dass Kassenpatienten über die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen hinaus immer höhere Eigenanteile bei Medikamenten und Behandlungen aufwenden müssen. So zeigen die vorläufigen Rechnungsergebnisse der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums einen Anstieg um 125 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen des Jahres 2015. Kassenpatienten haben demnach in diesen neun Monaten insgesamt 2,84 Milliarden Euro für Arzneien, physiotherapeutische Behandlungen, Hilfsmittel usw. aus der eigenen Tasche gezahlt.

Ursachen für den Anstieg bei den GKV-Zuzahlungen

Für die Zunahme an Zuzahlungen bei GKV-Leistungen gibt es verschiedene Gründe. Zum einen wurden die Festbeträge für Arzneimittel im Juli 2014 abgesenkt. Das bedeutet, Patienten zahlen für viele Präparate nun höhere Zuzahlungen, da die Pharmafirmen die Preise nicht an die geringeren Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen angepasst haben.

Zum anderen ist das Lohnniveau allgemein angestiegen. Kassenpatienten müssen im Regelfall nur bis zu zwei Prozent ihres Bruttoeinkommens, chronisch Kranke nur bis zu ein Prozent ihrer Einnahmen, für Zuzahlungen aufwenden. Da die gesetzlich Versicherten nun im Schnitt mehr verdienen, müssen sie auch mehr an Zuzahlungen aufwenden, bis sie von weiteren Eigenleistungen befreit werden.

Zusätzlich zu diesen Faktoren ist die Zahl der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung gestiegen, wodurch mehr Bürger Zuzahlungen leisten.

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Anstieg bei Zuzahlungen durch Kassenwechsel ausgleichen

Wer regelmäßig Medikamente oder Behandlungen benötigt, für die Zuzahlungen fällig werden, kann unter Umständen durch einen Wechsel der Krankenkasse das Geld einsparen, das für Eigenleistungen aufgebracht werden muss. Denn da rund zwei Drittel der Krankenkassen zum Jahreswechsel den Zusatzbeitrag angehoben haben, gibt es nun noch deutlichere Unterschiede zwischen teuren und günstigen Kassen als im Vorjahr. Betrachtet man nur die bundesweit geöffneten Krankenkassen, so variieren die Zusatzbeiträge zwischen 0,59 Prozent bei der HKK und 1,7 Prozent bei der Viactiv Krankenkasse. So lassen sich durch einen Krankenkassenvergleich 2016 Beiträge sparen.

Ausblick: Gesundheitskosten werden weiter steigen

Die Kosten im Gesundheitssystem steigen kontinuierlich an, was sich unter anderem an den steigenden Zuzahlungen bei GKV-Leistungen bemerkbar macht. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sich dies weiter verstärken, da es durch den demografischen Wandel immer mehr ältere Mitbürger gibt und sich auch die Medizin weiter entwickelt. Krankenversicherte müssen sich daher darauf einstellen, dass auf sie zukünftig höhere Gesundheitsausgaben zukommen.