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Austausch der Kreditkarte: Das sollten Kunden nach Datenleck beachten

Verschiedene Banken tauschen aktuell tausende Kreditkarten aus. Der Grund: Ein Datenleck bei einem Dienstleister könnte zu Missbräuchen führen. Müssen sich die Kunden von Commerzbank, Postbank und Comdirect nun um die Kosten der neuen Kreditkarte sorgen? Und wie gehen Verbraucher vor, wenn sie feststellen, dass Dritte ihre Kreditkartendaten zum Einkauf genutzt haben.
Verdacht auf Datenleck: Banken tauschen Kreditkarten aus
Datenleck: Kreditkarten werden zehntausendfach ausgetauscht

Aktuell kommt es bei der Postbank, Commerzbank und Comdirect zum Umtausch zehntausender Kreditkarten. Die Aktion stellt laut Unternehmensangaben der Commerzbank eine Vorsichtsmaßnahme dar, nachdem man „von einem Dienstleister informiert wurde, dass es möglicherweise zu Missbrauchsfällen kommen könnte.“ Nach Informationen des Handelsblatts sind allein bei diesen drei Banken zirka 90.000 Kreditkarten vom möglichen Datenleck betroffen. Die Karten sollen nun bis Ende Januar ausgetauscht werden, viele Kunden erhalten in diesen Tagen Post.

Dabei ist es wahrscheinlich, dass der Vorfall Kreise zieht. Denn auch andere Banken könnten von dem Datenleck betroffen sein. Das heißt, dass es in den nächsten Tagen zu weiteren Umtauschaktionen kommen könnte.

 

Grobe Fahrlässigkeit beim Gebrauch der Kreditkarte

Wenn Sie als Kunde grob fahrlässig handeln, erstattet die Bank Ihnen entstehende Kosten beim Missbrauch der Kreditkarte durch Dritte wahrscheinlich nicht. Achten Sie daher auf den sorgsamen Umgang mit den Kreditkartendaten. Bewahren Sie Karte und Geheimzahl nie zusammen auf.

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Kreditkarte missbraucht? Das können Betroffene unternehmen

Beim aktuellen Fall handelt es sich vorerst nur um einen Verdacht auf eine Sicherheitslücke. Dennoch kann es grundsätzlich auch bei renommierten Kreditkartenanbietern zu Datenlecks und damit Missbrauch kommen. In solchen Fällen haften allerdings in der Regel die entsprechenden Banken für die entstehenden Kosten. Das gilt ebenfalls, wenn es nicht durch eine Sicherheitslücke vonseiten des Anbieters zu ungenehmigten Einkäufen kommt, sondern Dritte anderweitig an die Kreditkartendaten kommen oder die Karte selbst gestohlen wird. Nur wenn der Kunde grob fahrlässig handelt, bleibt er gegebenenfalls auf den Kosten sitzen. Allerdings haften Kreditkarteninhaber mit bis zu 150 Euro, selbst wenn ein Diebstahl oder der Verdacht auf Missbrauch rechtzeitig gemeldet und die Karte gesperrt wird. Einige Banken erlassen aber auch diesen Betrag, wenn es zu einem finanziellen Schaden kommt.

In jedem Fall gilt es, bei Problemen, Verlust oder Diebstahl der Kreditkarte sofort den Anbieter in Kenntnis zu setzen. Die anbieterübergreifende und kostenfreie Sperrnummer lautet 116 116.

Was kostet der Umtausch der Kreditkarte Bankkunden?

Wer eine Kreditkarte bei den betroffenen Banken besitzt, muss sich keine Sorgen machen, dass zusätzliche Kosten auf ihn zukommen. Denn diese werden den Kreditkarteninhabern nicht in Rechnung gestellt. Auch bei Verlust oder Diebstahl der Kreditkarte dürfen die Banken keine Gebühren für die Sperrung oder Ersatzkarte verlangen. So hat erst im Oktober 2015 der Bundesgerichtshof (BGH) geurteilt (AZ.: XI ZR 166/14). Selbst wenn in der Vergangenheit bereits für eine Ersatzkarte eine Gebühr gezahlt wurde, so kann diese nun unter Berufung auf das Urteil des BGH von der Bank schriftlich zurückgefordert werden.