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News der Woche: Endspurt bei Krankenkassenwechsel - Jetzt das Beste rausholen

Nach dieser Woche bleibt gesetzlich Krankenversicherten nur noch wenig Zeit, bei einer Erhöhung des Krankenkassenbeitrags ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch zu nehmen. Daher haben wir den Blick auf die weitere Entwicklung der Kassenbeiträge gerichtet und wichtige Infos bezüglich Bonusprogramme, Versteuerung und generelle Neuerungen gesammelt.
Durch Wechsel lassen sich Beiträge sparen
Noch bis Ende Januar die Krankenkasse ohne Probleme wechseln

Kündigungsfrist bei Sonderkündigungsrecht läuft Ende Januar ab

Rund zwei Drittel der gesetzlichen Krankenkassen haben ihren Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel erhöht. Wer erst seit weniger als achtzehn Monaten bei der entsprechenden Kasse versichert ist, hat nur noch bis zum 31. Januar 2016 Zeit, außerordentlich zu kündigen und zu einer günstigeren Krankenkasse zu wechseln. Kassenpatienten, die bereits seit geraumer Zeit bei ihrem Anbieter sind, können grundsätzlich jederzeit kündigen. Allerdings gilt dabei auch für sie eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende. In den Genuss eines geringeren Zusatzbeitrags bei einer anderen Krankenkasse kommen sie also frühestens ab April.

Zusatzbeiträge könnten sich bald verdoppeln

Bei den meisten Krankenkassen, die ihren Zusatzbeitrag zum Jahreswechsel angepasst haben, ist die Erhöhung relativ moderat. Allerdings gab es zum Teil auch drastische Beitragssteigerungen, beispielsweise bei der Viactiv Krankenkasse oder der DAK-Gesundheit. Nach aktuellen Erwartungen müssen sich gesetzlich Versicherte zukünftig auf weitere Beitragssteigerungen einstellen. Demnach könnte sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag, der 2015 bei 0,9 Prozent lag, bis 2019 verdoppeln und beträgt dann 1,8 Prozent. Davon  geht zumindest Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, im Gespräch mit Welt Online aus.

Krankenkassen bieten Fitnessarmbänder oder Smartwatch als Bonus

Bei der Auswahl einer neuen Krankenkasse achten immer mehr Versicherte nicht nur auf die Höhe des Beitrags, sondern auch auf Bonusprogramme und zusätzliche Leistungen. Einige Kassen wissen dabei aktuelle Techniktrends zu nutzen. So ist es beispielsweise bei der Techniker Krankenkasse, der Barmer GEK oder der DAK-Gesundheit möglich, sich durch Teilnahme an Bonusprogrammen und gesundheitsfördernden Maßnahmen einen Zuschuss zu Smartwatches oder Fitnessarmbändern zu sichern. Diese ließen sich prinzipiell sogar dazu einsetzen, weitere Boni zu sammeln, wenn das Gerät eine besonders gesunde Lebensweise verzeichnet. Jedoch gibt es hier sowohl datenschutzrechtliche Bedenken als auch diverse Möglichkeiten zum Missbrauch der Technik.

AOK Nordost: App ersetzt Bonusheft

Während sich einige Krankenkassen noch sträuben oder andere ähnliche Maßnahmen bisher nur in Erwähnung ziehen, hat die AOK Nordost bereits ein digitales Bonusprogramm auf den Weg gebracht. So bietet die Ortskrankenkasse für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Bonuszahlungen in Höhe von bis zu 375 Euro pro Jahr an, wenn der Versicherte mittels App die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen oder anderen Präventionsmaßnahmen nachweist. Auch Rabatte beispielsweise bei verschiedenen Fitnesscentern sind demnach möglich. Dabei sollen allerdings keine Gesundheitsdaten der Versicherten gespeichert werden.

 

Terminservicestelle ab nächster Woche

Ab nächster Woche haben gesetzlich Krankenversicherte die Möglichkeit, sich an eine Terminservicestelle zu wenden, um zeitnah einen Termin beim Facharzt zu erhalten. Die neue gesetzliche Regelung soll das Leben der Kassenpatienten erleichtern, doch es gibt auch reichlich Kritik.

Bonuszahlungen und Beitragsrückerstattung: Was wird versteuert?

Neben Sachprämien gibt es bei einigen Kassen auch Geldzahlungen, wenn gesundheitsfördernde Maßnahmen in Anspruch genommen werden. Des Weiteren können sich gesetzlich Versicherte eine Beitragsrückerstattung über ein entsprechendes Wahlprogramm sichern. Doch wie werden diese Geldzahlungen steuerlich behandelt? Hier gibt es durchaus Unterschiede. Denn während Beitragsrückerstattungen steuerlich rückgerechnet werden müssen und sich so der Sonderausgabenabzug verringert, ist dies bei Bonuszahlungen nicht der Fall. Jedoch werden Bonuszahlungen beim Finanzamt häufig so gehandhabt wie eine Beitragsrückerstattung. Oft hilft nur ein Einspruch gegen den entsprechenden Steuerbescheid.