finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Tierkrankenversicherung Test 2016: Schutz zahlt sich meist nicht aus

Im aktuellen Tierkrankenversicherung Test 2016 der Stiftung Warentest werden Angebote zum Krankenvollschutz und OP-Kostenschutz für Hunde und Katzen untersucht. Auch Pferdebesitzer können sich mit einer Versicherung gegen Operationskosten absichern, wenn ihr Pferd erkrankt oder verletzt wird. Doch lohnen sich die teils kostspieligen Policen tatsächlich?
Tierkrankenversicherung Test 2016: Lohnt sich der Schutz für Tierbesitzer
Tierkrankenversicherung Test 2016: Sinnvoll oder Geldverschwendung?

Der aktuelle Tierkrankenversicherung Test 2016 der Stiftung Warentest zeigt deutlich, dass bei der Anschaffung eines Haustiers oder eigenen Pferds nicht nur die Kosten für Verpflegung und ggf. Unterbringung des Tieres berücksichtigt werden muss. Auch die Behandlung durch einen Tierarzt oder gar eine Operation kann erhebliche Ausgaben verursachen. Doch Tierbesitzer können sich mit einer Tierkrankenversicherung finanziell absichern. Ob sich eine solche Police tatsächlich auszahlt, wird in der neuen Finanztest (Ausgabe 02/2016) anhand zweier Tests zu Angeboten für Hunde und Katzen sowie für Pferde überprüft.

Tierkrankenversicherung Test 2016: Bester Schutz für Hunde und Katzen

Finanztest hat für den Tierkrankenversicherung Test 2016 Tarife von insgesamt fünf Anbietern für Hunde und Katzen untersucht, die entweder einen OP-Kostenschutz oder eine Krankenvollversicherung bieten. Die OP-Tarife sind dabei im Allgemeinen günstiger als der vollständige Krankenversicherungsschutz. Allerdings werden hier nur chirurgische Eingriffe erstattet. Anderweitige Behandlungen deckt ein solcher Tarif nicht ab. Dazu gehören beispielsweise Maßnahmen, die unter Vollnarkose stattfinden, aber nicht-invasiv sind, etwa eine Zahnsteinentfernung.

Tierbesitzer, die eine Krankenversicherung für Hund oder Katze abschließen wollen, sollten also auf den genauen Leistungsumfang achten und dabei die Kosten im Auge behalten. Auch die Höhe der Selbstbeteiligung ist zu berücksichtigen, schließlich muss diese bei einer Behandlung aus der eigenen Tasche bezahlt werden, bevor die Versicherung einspringt.

Unser Service
für Sie

Die besten Tarife für OP-Kostenschutz und Krankenvollschutz für Hunde und Katzen

Die Stiftung Warentest kürt keine Testsieger für die Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen. Denn welche Police sich eignet, hängt stark davon ab, auf welche Leistungen man besonderen Wert legt. Auch persönliche Faktoren, etwa ob die Hauskatze sich nur innerhalb der eigenen vier Wände aufhält oder zusätzlich Freigang hat, sind entscheidend. Insgesamt können sich die Tester daher zu keiner Empfehlung durchringen. Zudem sind die Policen mit Beiträgen von teilweise über 1.000 Euro jährlich keineswegs billig. Sinnvoller als ein Versicherungsabschluss kann es daher sein, monatlich etwas Geld für künftige Behandlungen zu sparen.

Tierkrankenversicherung Test 2016: Pferde können teuer werden

Für Pferdebesitzer ist das finanzielle Risiko bei Erkrankung oder Verletzung ihres Tieres im Schnitt weitaus höher als bei Hunde- oder Katzenliebhabern. Insbesondere Operationen verursachen schnell Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro. Finanztest hat jeweils drei Tarife von drei Anbietern zur Operationskostenversicherung für Pferde getestet. Den umfangreichsten Schutz bei Eingriffen bietet demnach die Uelzener Versicherung mit dem Tarif „Premium Plus“. Hierfür müssen Pferdebesitzer allerdings auch fast 500 Euro jährlich aufwenden. Aufgrund der hohen Kosten bei Operationen an Pferden ist der Abschluss einer Tierkrankenversicherung jedoch generell eher anzuraten als für Hunde oder Katzen.

Ist eine Tierkrankenversicherung wirklich sinnvoll?

Ob sich eine Tierkrankenversicherung auszahlt, lässt sich im Vorfeld nicht sagen. Bei schwerwiegenden Erkrankungen des Tieres oder umfangreichen Behandlungsmaßnahmen übersteigen die Leistungen einer guten Tierkrankenversicherung schnell die anfallenden Versicherungsbeiträge. Der Abschluss hat sich somit gelohnt. Im besten Fall bleibt das Tier jedoch gesund und die Ausgaben beim Tierarzt beschränken sich auf Impfungen oder Wurmkuren. Diese können locker aus der eigenen Tasche gezahlt werden.

Gerade Hunde- und Pferdebesitzern ist daher vor Abschluss einer Tierkrankenversicherung in jedem Fall eine Tierhalterhaftpflichtversicherung ans Herz zu legen. Denn diese schützt vor weitaus höheren finanziellen Verpflichtungen als eine Krankenversicherung. Reißt sich beispielsweise ein Hund los, rennt über die Straße und verursacht dabei einen Autounfall, so muss der Hundebesitzer für alle anfallenden Sach- und Personenschäden haften. Je nach Schwere des Unfalls ergeben sich hier schnell Kosten im fünf- oder sechsstelligen Eurobereich. Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung übernimmt diese Kosten und begleicht die Schadensersatzforderungen. Für Hundebesitzer ist die Absicherung in einigen Bundesländern deshalb sogar Pflicht, aber auch Pferdebesitzer sollten auf den wichtigen Schutz nicht verzichten.