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Auskunftsrecht: Eigenauskünfte von Schufa und Co. mit Mängeln

Vom Schufa-Eintrag oder dem Vermerk bei anderen Auskunfteien hängt für Verbraucher einiges ab. Informiert dieser über eine schlechte Bonität, wird es für sie schwer einen Kredit zu vereinbaren oder größere Einkäufe online zu tätigen. Was bei Schufa und Co. gespeichert ist, können Interessierte einmal im Jahr durch ihr Auskunftsrecht abfragen. Doch die Infos stecken teils voller Mängel.
Auskunftsrecht wahrnehmen: Wie informativ sind Schufa und Co
Auskunftsrecht nutzen: Das wissen Schufa und Co über uns

Kredit, Handy-Vertrag, Wohnung, Online-Einkäufe – Oftmals entscheidet hier die Schufa-Auskunft, ob Kunden kreditwürdig sind. Doch wer weiß als Verbraucher schon, was die verschiedenen Auskunfteien abgespeichert haben? Ein Blick in die Eigenauskunft kann diese Frage beantworten. Das Auskunftsrecht gewährt Verbrauchern einmal pro Jahr eine kostenlose Auskunft. Allerdings können Interessierte mit dem Schreiben von Schufa und Co. nicht immer etwas anfangen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest für die Finanztest-Ausgabe 02/2016.

Insgesamt fünf Unternehmen wurden überprüft. Im Mittelpunkt stand dabei, wie verständlich die Eigenauskünfte sind. Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) schneidet noch am besten ab. Dennoch ist es alles andere als einfach, die Informationen der Eigenauskunft schnell zu verstehen.

Schufa-Eintrag: Lesbarkeit nur ausreichend

Wer sein Auskunftsrecht wahrnimmt, erhält laut Finanztest von der Schufa zwar das verständlichste Schreiben unter den getesteten Unternehmen. Doch der Textaufbau ist unübersichtlich, die Schrift zu klein und die Informationen schlecht gegliedert, kritisiert die Verbraucherorganisation. Der wichtigste Wert, der sogenannte Basisscore, findet sich im Fließtext wieder. Er gibt Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass der Kunde zahlt. Ein Score von 50 bis 80 Prozent bedeutet beispielsweise, dass ein sehr hohes Risiko der Zahlungsunfähigkeit besteht. 95 bis 97,5 Prozent drücken hingegen ein geringes bzw. überschaubares Risiko aus.

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Auskunftsrecht wahrnehmen: Eigenauskunft vieler Unternehmen inhaltsarm

Insgesamt schneidet die Schufa aufgrund des hohen Informationsgehalts mit „gut“ ab, auch wenn die Lesbarkeit nur mit „ausreichend“ bewertet wurde. Noch besser wäre das Testergebnis ausgefallen, „wenn die Eigenauskunft ausführlicher über die Möglichkeit informiert hätte, wie Verbraucher falsche Angaben berichtigen, löschen oder sperren lassen können.“ Online informiert die Auskunftei, dass sich Betroffene schriftlich an sie wenden können, um etwaige Unstimmigkeiten zu klären.

Neben der Schufa kann nur noch das Unternehmen Infoscore Consumer Data mit einem „befriedigenden“ Urteil hinsichtlich der Verständlichkeit der Auskünfte überzeugen. Bürgel, Boniversum und Deltavista sind aus Sicht der Stiftung Warentest lediglich „ausreichend“. Insbesondere eine Eigenauskunft der letzten Auskunftei hilft Verbrauchern kaum weiter. Das Schreiben besteht aus einer Seite, das persönliche Daten, Datenherkunft und Scorewert wiedergibt. Ein Wahrscheinlichkeitswert, der darüber informiert, ob Kunden vertragsmäßig zahlen, fehlt allerdings.

 

Versteckte kostenlose Schufa-Auskunft

Verbraucher, die von ihrem Auskunftsrecht Gebrauch machen, müssen auf der Internetseite der Schufa vorsichtig sein. Denn die Auskunftei bietet diesbezüglich zwei Angebote: die Datenübersicht nach § 34 BDSG und „meine Schufa kompakt“. Nur die Auskunft nach dem Bundesdatenschutzgesetz ist kostenlos.

Welche Daten speichert die Schufa wie lange?

Wie eine Schufa-Selbstauskunft aussehen kann, zeigt beispielsweise die Verbraucherzentrale Bremen anhand eines Beispiels. Daraus wird erkenntlich, dass die Schutzgemeinschaft verschiedene Daten speichert, etwa

  • Angaben zur Person
  • Bankkonten
  • Kreditkarten
  • Ratenzahlungsgeschäfte
  • Laufzeit der Kredite

Diese Daten werden nach Ablauf unterschiedlicher Zeitspannen gelöscht. Die Angaben über Kredite bleiben beispielsweise rund drei weitere Jahre nach vollständiger Tilgung des Darlehens gespeichert. Frühere Anschriften werden erst zwei Jahre nach Meldung des neuen Wohnortes gelöscht.