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Von steigenden Goldpreisen nicht leichtfertig verlocken lassen

Die Aktienkurse befinden sich auf Talfahrt, wodurch viele Anleger vor neuen Investitionen in Wertpapiere zurückschrecken. Gleichzeitig steigen die Nachfrage nach Gold und der Preis für das Edelmetall. Doch eignet sich Gold als alternative Geldanlage? Experten raten zu moderaten Goldgeschäften. Denn das Edelmetall hat auch seine Tücken.
Goldpreis steigt: Jetzt wieder auf das Edelmetall setzen?
Gold legt wieder zu: Aktienkurse fallen, Edelmetall glänzt

Es ist keine ungewöhnliche Entwicklung: Die Aktienmärkte sind in Aufruhr und die Wertpapierkurse fallen. Gleichzeitig erholt sich der Goldpreis, denn die Anleger vertrauen bei Turbulenzen an den Kapitalmärkten eher dem Edelmetall. Dabei könnte die erhöhte Nachfrage den Preis für Gold auch in nächster Zeit weiter nach oben schrauben. Eine Garantie gibt es dafür allerdings nicht. Viele Kleinanleger sind sich daher unsicher, ob sie auf Gold setzen oder doch bei Aktien oder anderen Kapitalanlage bleiben sollten. Bestätigung in ihrer Unsicherheit finden sie bei einigen Experten. Diese stehen einem möglichen Höhenflug des Goldpreises skeptisch gegenüber. Vor allem der starke US-Dollar spricht gegen eine rasante Wertentwicklung. Denn der Handel mit dem Edelmetall erfolgt in der US-Währung. Diese ist momentan vergleichsweise stark, wodurch sich Gold in anderen Ländern verteuert.

Goldpreis legt 2016 um 13 Prozent zu

Bis Anfang dieser Woche hat der Goldpreis seit Jahresbeginn ganze 13 Prozent zugelegt. Die wieder zunehmende Beliebtheit von Gold als Geldanlage dürfte durch zwei Meldungen weiteren Aufschwung bekommen. Zum einen hat der Ölpreisverfall den Dax am Montag unter die 9000-Marke gedrückt. So niedrig war der Aktienindex seit anderthalb Jahren nicht mehr. Gleichzeitig gab das Deutsche Aktieninstitut am Dienstag bekannt, dass es mit über neun Millionen wieder mehr Aktionäre in Deutschland gibt. Eine gute Nachricht könnte man meinen. Allerdings wissen Börsenexperten, dass insbesondere dann, wenn vermehrt auch börsenscheue Privatleute in Aktien investieren, bald die Kurse nachhaltig einbrechen können.

Jedoch sehen viele Anleger angesichts der Niedrigzinsphase kaum eine Alternative, um eine nennenswerte Rendite zu erwirtschaften. Bei der Suche nach der besten Geldanlage für 2016 stellen Verbraucher vielmehr fest, dass Sicherheit für das eigene Kapital meist bedeutet, auf eine Rendite weitgehend zu verzichten. Wichtig ist ein guter Mix aus beiden Komponenten. Mittels eines Kapitalanlage Rechners lassen sich Renditechancen und Sicherheit verschiedener Geldanlageformen und -angebote gut miteinander vergleichen.

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Sollte man nun in Gold investieren?

Der steigende Goldpreis wird viele Kleinanleger verlocken, hier zu investieren. Allerdings sollte Edelmetall selbst bei einer zu erwartenden Wertsteigerung nur einen kleinen Teil des Anlageportfolios ausmachen. Oft wird geraten, nicht mehr als zehn Prozent des verfügbaren Kapitals in Goldbarren, Gold-Optionen oder Indexfonds, die Gold abbilden, zu stecken. Anleger sollten zudem bedenken, dass Gold einen großen Nachteil hat: Es erwirtschaftet keine Rendite. Auch Dividenden wie bei Aktien sind nicht möglich. Vielmehr kommt es nur zu einem Gewinn, wenn der Preis steigt und man sich im richtigen Moment zum Verkauf entschließt.

Hinzu kommt: Der Goldpreis kann genauso schnell wieder fallen. Gerade wenn man größere Geldsummen in Goldgeschäfte investiert und dann auf Kapital angewiesen ist, muss man unter Umständen das Edelmetall zu einem sehr schlechten Wert verkaufen. Beschränkt sich die Anlage hingegen auf eine überschaubare Summe, ist es möglich, schlechte Zeiten hinsichtlich des Goldpreises auszusitzen.