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News der Woche: Schokoriegel-Super-Gau, Rechte von Naschkatzen und Rückruf-Chaos

Millionen Deutsche haben in dieser Woche mit Argwohn auf ihr Mars, Snickers oder Milky Way geschaut. Denn der Süßwarenhersteller ordert Millionen Riegel zurück. Sie könnten Plastik als ungebetene Zutat enthalten. Unsere Redaktion hat sich angesichts des Mega-Rückrufs gefragt, welche Rechte Verbraucher dabei haben und welche anderen Hersteller derzeit Artikel zurückrufen.
News der Woche: Schokoriegel mit Biss und explodierende Airbags
Unbeschwerter Schokoladen-Genuss: Nicht immer selbstverständlich

Chaotische Rückrufaktion bei Mars

Der amerikanische Schokoladen-Hersteller Mars hat in dieser Woche für Aufregung gesorgt, denn er rief Millionen von Mars-, Snickers- und Milky Way-Riegeln in 50 Ländern zurück, da eine Frau in einem der süßen Snacks ein Plastikteilchen gefunden hatte. Die Aktion verlief dabei zum Ärger von Kunden und Händler teilweise sehr chaotisch. So war die Service-Hotline für viele Menschen nicht zu erreichen und die Webseite des Unternehmens brach unter dem Ansturm der Besucher zusammen. Einige Experten finden das Ausmaß des Rückrufs derweil völlig überzogen und Schweizer Verbraucherschützer vermuten sogar, dass es sich nur um eine PR-Aktion von Mars handeln könnte.

Plastik im Marsriegel? Nicht immer ein Grund für einen Rückruf

Der Rückruf der Schokoriegel wird als Sieg des Verbraucherschutzes gefeiert. Schließlich zeige das Beispiel, dass Unternehmen mittlerweile verstärkt Kundeninteressen im Blick haben und bei Problemen mit den Produkten reagieren. Vor einiger Zeit sah das noch ganz anders aus. Denn es ist  nicht das erste Mal, dass ein Kunde bei einem Marsriegel auf Plastik beißt. Dabei hat sich der Schokoladenhersteller weniger kulant gezeigt und sah sich auch nicht dazu veranlasst, vorsichtshalber einen Rückruf zu starten.

Welche Rechte haben Verbraucher bei einem Rückruf?

Bei Produktmängeln und insbesondere bei Gefahr für Leib und Leben der Verbraucher sind Unternehmen zu Rückrufen verpflichtet. Andernfalls drohen ihnen hohe Schadensersatzklagen. Dennoch kommen Rückrufe zuweilen sehr spät, da Hersteller teilweise aus Angst um einen Imageschaden mit einer Reaktion zögern.

Dabei haben Verbraucher weitaus weniger Rechte, als man meinen mag. Zwar können sie Schadensersatz fordern, wenn der Hersteller nicht oder zu spät auf Mängel reagiert hat und sie dadurch zu Schaden kommen. Allerdings sind die Unternehmen nicht zwangsläufig verpflichtet, fehlerhafte Ware zu ersetzen. Nur wenn die Gewährleistungsfrist noch nicht verstrichen ist, sind die Verkäufer zur Rückzahlung des Kaufwertes beziehungsweise der Bereitstellung eines Gutscheins oder Ersatzprodukts verpflichtet. Viele Firmen zeigen sich jedoch mittlerweile kulant und kommen den Kunden hier entgegen.

Rückrufe: Im Zweifelsfall teuer für den Versicherer

Die Kosten für einen Rückruf können für Hersteller schnell in die Millionen gehen. Jedoch bleiben die Unternehmen nicht unbedingt auf Gewinnausfällen oder Rückzahlungen sitzen. Denn auch für Rückrufe gibt es Versicherungspolicen. Experten gehen davon aus, dass auch der Mars-Konzern eine entsprechende Rückruf-Police abgeschlossen hat. Bei den Versicherern gilt die Autobranche im Übrigen als diejenige mit dem höchsten Risiko für einen Rückruf.

Autorückrufe: Explodierende Airbags, fehlerhafte Gurte und Reifen mit Nässegefahr

Wenn es bei Rückrufen um Autos geht, steht nicht selten die Sicherheit der Autofahrer auf dem Spiel. Allein die Nachrichten der letzten paar Tage zeigen, wie oft Hersteller vorsichtshalber auf die Notbremse treten. So musste der Reifenhersteller Goodyear Dunlop Fehler bei der Gummimischung eines Sommerreifens einräumen, dass diese bei Nässe zu einer reduzierten Haftung führen könnte. Mazda und Mitsubishi müssen derweil aufgrund explosionsgefährdeter Airbags der Marke Takata Autos in die Werkstätten zurückrufen. Toyota hat indessen bei einem Fahrzeugmodell Probleme mit den Sicherheitsgurten.

Nicht selten rücken Rückrufe oder gar Lebensmittelskandale Hersteller in ein anhaltend schlechtes Licht. Tatsächlich kann einem als Verbraucher bei mancher Nachricht angst und bange werden. Die Sendung Galileo hat einige besonders kuriose und auch eklige Fälle von Produktmängeln gesammelt. Aber Achtung: Anschauen auf eigene Gefahr!