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Generali Vitality: Ab Juli werden Kunden für Fitness belohnt

Die Generali startet im Juli das neue Bonusprogramm Vitality. Kunden mit einer Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten zukünftig Rabatte und Prämien, wenn sie beispielsweise an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen. Auch die Ernährung und Fitness werden bei Teilnehmern überwacht. Ist dies der Anfang des gläsernen Versicherten?
Neues Bonusprogramm belohnt Fitness der Kunden
Gesundheit geht vor: Generali startet neues Bonusprogramm

Die Generali Versicherungsgruppe will im Juli 2016 das Vitality Gesundheitsprogramm in Deutschland auf den Markt bringen. Dieses belohnt Kunden für gesundheitsbewusstes Verhalten, beispielsweise bei der Teilnahme an Sportkursen oder Vorsorgeuntersuchungen. Bereits im Juli 2015 hat Generali in einer Pressemitteilung erste Eckpunkte des neuen Bonusprogramms umrissen. Demnach soll Vitality nicht nur im Rahmen der Krankenversicherung relevant sein. Zuerst ist vielmehr die Einbindung des Gesundheitsprogramms in die Berufsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung vorgesehen. Entsprechend soll die zur Generali-Gruppe gehörende Dialog Lebensversicherung, die unter anderem den Vertrieb der Risikolebens-, Berufs- und Erwerbsunfähigkeits- sowie Pflegeversicherung betreut, für das Vitality-Programm zuständig sein.

So funktioniert das Vitality-Programm der Generali

Nach Angaben der Generali wird bei Vitality im ersten Schritt das individuelle Fitnesslevel und der Gesundheitszustand des Kunden ermittelt. Dann legt der Versicherte selbst Ziele fest und kann im nächsten Schritt durch Erreichen verschiedener Meilensteine seinen Status erhöhen. Umso höher dieser ist, umso bessere Rabatte und Gutscheine sind möglich. Die Generali betont, dass alle Kunden die gleichen Vorteile erzielen können. Dabei sei es unerheblich, ob Interessierte kerngesund sind oder bereits gesundheitliche Probleme haben.

Das Vitality-Programm soll hinsichtlich der ermittelten Daten von den eigentlichen Versicherungen getrennt bleiben. Das bedeutet, dass der Versicherer nur einsehen kann, welchen Statuslevel der Kunden bisher erreicht hat. Einblick in die Gesundheitsdaten selbst, erlangt er hingegen nicht. Darüber hinaus ist die Teilnahme am Programm freiwillig.

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Kritik an Vitality von Generali

Obwohl kein Generali-Kunde gezwungen wird, an dem Vitality-Programm teilzunehmen, steht die Datenerhebung in der Kritik. Gleiches gilt auch bei Vorhaben anderer Versicherer. Denn es gibt laut Datenschutzexperten immer das Risiko, dass sich Dritte Zugang zu den sehr persönlichen Daten verschaffen könnten. Kritiker sprechen zudem von der Gefahr des gläsernen Kunden. Schließlich ließe sich jetzt noch nicht absehen, wie die gesammelten Daten später vielleicht verwendet werden.

In Österreich musste die Generali Pläne für eine mögliche Einführung des Vitality-Programms zumindest für die Krankenversicherung vorerst begraben. Denn wie der damalige österreichische General-Chef Peter Thirring 2014 gegenüber der Kleinen Zeitung einräumte, ist es in Österreich nicht erlaubt, individuelle Prämien für die Krankenversicherung zu verlangen.  „Der Tarif darf nur kollektiv an die medizinische Inflation angepasst werden“, so Thirring.

Auch andere Versicherungen werden digitalisiert

Es ist nicht der einzige Vorstoß der Generali-Gruppe im Bereich der Verwertung von personenbezogenen Daten. Die Versicherung wird im Juli auch einen Telematik-Tarif für die Kfz-Versicherung einführen. Solche Telematik-Tarife zeichnen mittels Blackbox oder Smartphone-App das Fahrverhalten des Versicherten auf und ermöglichen bei einer besonders sicheren Fahrweise Rabatte beim Versicherungsbeitrag für die Kfz-Versicherung.

Telematik-Tarife stehen nicht nur aus datenschutzrechtlichen Gründen unter Kritik. Es besteht zudem die Gefahr, dass die Fahrdaten falsch ausgewertet werden. So könne die Software beispielsweise nicht erkennen, ob ein scharfes Abbremsen des Fahrzeugs fahrlässig sei oder etwa dazu dient, einen Auffahrunfall zu verhindern.