finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

News der Woche: Da geht noch mehr - Halbzeit beim Oktoberfest 2016

Halbzeit beim Oktoberfest 2016. Während das neue Sicherheitskonzept für Ordnung sorgt, hat den Besuchern wohl nicht nur das Wetter bisher die Stimmung verregnet. Auch die Preise für Bier und Unterkunft sind wieder rasant gestiegen. Worauf sich Wiesn-Fans neben der Preisexplosion noch einstellen müssen, haben wir diese Woche zusammengestellt.
Die Halbzeit-Bilanz für das Oktoberfest 2016 fällt eher mau aus
Besucher müssen für den Wiesn-Spaß jedes Jahr mehr zahlen

Taschenkontrolle und Absperrgitter: Wiesn im Zeichen der Sicherheit

Seit einer Woche heißt es wieder einmal „O'zapft is!“ auf dem 183. Münchner Oktoberfest. Doch bevor das größte Volksfest der Welt in diesem Jahr starten konnte, musste insbesondere die Sicherheit auf der Wiesn neu durchdacht werden. Erstmals ist das Festgelände komplett umzäunt. Über 500 Sicherheitsleute stehen bereit und kontrollieren sowohl die Eingänge als auch die Lage in den Zelten. Besucher müssen ihre Taschen vorzeigen, Rucksäcke und größeres Gepäck sind ganz verboten.

Die Halbzeit-Bilanz der Münchner Polizei, die ebenfalls in erhöhter Alarmbereitschaft ist, fällt so aus: Bereits am ersten Tag haben Beamte eine Vergewaltigung verhindert und eine Gruppe Taschendiebe aus dem Verkehr gezogen. In den letzten Tagen vermerkten die Polizisten einige Beleidigungen, Rangeleien und eine versuchte Falschgeldzahlung.

Besucher-Flaute bringt einige Schausteller auf die Psychologen-Couch

Der vergleichsweise friedliche Ablauf lässt sich wohl auch mit der anhaltenden Besucherflaute erklären. Am ersten Wiesn-Wochenende kamen etwa 500.000 Besucher und damit nur halb so viele wie in den letzten Jahren. Witterungsbedingt blieb dann auch beinahe die komplette erste Woche mau, sodass zahlreiche Schausteller und Wirte ihre Angestellten nach Hause schicken mussten. Umsatzeinbußen von bis zu 90 Prozent treffen die Schausteller besonders hart, einige haben aufgrund von Depressionen schon psychologische Hilfe in Anspruch genommen.

Dabei war doch besonders zum sogenannten Almauftrieb allerhand zahlungskräftige Prominenz vertreten. Sogar der kanadische Teenie-Schwarm Justin Bieber amüsierte sich bei Maß und Hendl prächtig. Darüber hinaus feierte Uli Hoeneß nach seinem Gefängnisaufenthalt sein Oktoberfest-Comeback.

Wiesn-Wucher: Nicht nur das Bier ist wieder teurer geworden

Nicht nur Regenwetter und Sicherheitsbedenken schrecken womöglich viele Besucher ab, sondern auch die gesalzenen Preise. Eine Maß Bier kostet bei diesem Oktoberfest im Schnitt 10,53 Euro, drei Prozent mehr als noch im letzten Jahr. Im Vergleich zu 1985 ist das Bier insgesamt 230 Prozent teurer geworden. Gleichzeitig trinken die Volksfest-Begeisterten jedes Jahr mehr.

Doch echte Wiesn-Fans können die Wucher-Preise auf dem Oktoberfest wohl nicht schocken. Neben dem eigentlichen Vergnügen müssen viele aber noch die Unterkunft bezahlen. Wer sich erhofft, über die Plattform Airbnb ein günstiges Privatzimmer zu bekommen, wird jedoch bitter enttäuscht. Denn einige Anbieter wittern mit dem Oktoberfest das große Geld und vermieten ihre Wohnung für horrende Summen von bis zu knapp 1.000 Euro pro Nacht.

Oktoberfest-Police: Was taugt der Kurzzeit-Versicherungsschutz?

Je mehr Bier die Besucher trinken, desto größer wird auch das Unfallrisiko. Egal ob beim Schunkeln von der Bank gestürzt oder am Maßkrug verletzt, Gefahren lauern überall. Der Versicherer Die Bayerische bietet dafür seit einiger Zeit eine Oktoberfest-Police an. Damit können sich Interessierte entweder für knapp sechs Euro pro Tag oder mit etwa 90 Euro für die gesamte Wiesn-Dauer absichern. Die Versicherung zahlt aber nur bei langfristig bleibenden Schäden. Wer sich also bei einem Sturz den Arm bricht oder ein blaues Auge einfängt, erhält keine Entschädigung. Außerdem beträgt die maximale Versicherungssumme lediglich 50.000 Euro. Zum Vergleich: Eine reguläre private Unfallversicherung deckt meistens mindestens 100.000 Euro ab. Im Preis-Leistungs-Verhältnis sind Oktoberfest-Begeisterte somit besser beraten, einen ganzjährigen Unfallschutz zu wählen.

Oktoberfest-ABC und Dialekt-Übersetzer bringen noch mehr Wiesn-Gaudi

Um für das Wiesn-Erlebnis bestens gerüstet zu sein, sollten Besucher aber an noch mehr denken als den Unfallschutz. So sind die Benimmregeln aus dem Oktoberfest-ABC nicht nur für Neulinge hilfreich. Dort werden beispielsweise gängige Begriffe wie „Noargerl“ oder „Obandln“ erklärt und Tipps zum richtigen Binden der Schürze geliefert. Apps wie „Kommgutheim“ oder der „Promille-Tester“ können ebenfalls nützlich sein, um auch den Rückweg vom Fest gut zu bewältigen. Wer ganz den urbayrischen Besucher mimen will, kann sich außerdem online schon einmal im Dialekt üben. Und für diejenigen, die das Wiesn-Feeling auch daheim oder im Büro genießen wollen, hat die Süddeutsche Zeitung einige typische Oktoberfest-Sounds zusammengestellt.