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ZDF Frontal 21 fühlt neuer Riester-Rente auf den Zahn

Arbeitsministerin Andrea Nahles hat vergangene Woche verschiedene Schritte vorgestellt, wie die drei Säulen der Altersvorsorge gestärkt werden sollen. Auch für die Riester-Rente sind einige Neuerungen wie eine höhere Zulage und ein Freibetrag geplant, die der staatlich geförderten Altersvorsorge neuen Schwung geben soll, so ZDF Frontal 21.
ZDF Frontal 21 zur neuen Riester-Rente
Sparen mit Riester-Rente soll sich endlich wieder lohnen

Der Riester-Rente ging es schon einmal besser, seit einiger Zeit ist die Anzahl der abgeschlossenen Riester-Rentenversicherungsverträge sogar rückläufig. Manche Kritiker haben die staatlich geförderte Altersvorsorge daher schon für gescheitert erklärt. Auch Bundesarbeitsministerin Nahles weiß um die Kritik, welche der Riester-Rente entgegenschlägt: unübersichtliche Angebote, mangelnde Qualität einiger Riester-Produkte durch zu hohe Kosten, geringe Rentenauszahlung. Diese Faktoren haben dazu geführt, dass „das Image der Riester-Rente desaströs“ ist, fasst ZDF Frontal 21 zusammen. Doch daran soll sich nun etwas ändert. Nahles will die Riester-Rente durch einige Neuerungen deutlich verbessern. Welche das genau sind, erläutert aktuell ZDF Frontal 21 unter dem Titel „Totgesagte leben länger?“

Programmhinweis: Frontal 21 läuft am 29. November um 21 Uhr im ZDF.

Was ist dran an den hohen Kosten für die Riester-Rente?

Die Kosten der staatlich geförderten Altersvorsorge werden häufig kritisiert. Unter anderem zeigen Riester Rente Tests, wie teure Verträge die Rendite der Sparer fressen. Dabei garantiert gerade in Zeiten niedriger Zinsen „die staatliche Förderung bei Riester-Verträgen eine hohe Rendite auf die eigenen Beiträge“, so das Arbeitsministerium. Doch dies gelingt nur, wenn Verbraucher nicht zum erstbesten Angebot greifen, sondern mehrere Tarife vergleichen. Je höher die zusagte Rente dabei ist, desto geringer sind in der Regel die Kosten, die die Anbieter einbehalten.

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Höhere Zulage und Freibeträge: Neustart bei der Riester-Rente

Die Riester-Rente soll im Wesentlichen durch vier Punkte aufgewertet werden. Der wichtigste davon ist

  1. die Erhöhung der Grundzulage. Bisher erhalten Riester-Sparer 154 Euro im Jahr, wenn sie mindestens vier Prozent ihres vorjährigen Bruttoeinkommens abzüglich der zu erwartenden staatlichen Förderung in ihren Vertrag einzahlen. Künftig soll der Zuschuss 165 Euro betragen. Die Kinderzulage bleibt bei bis zu 300 Euro für jedes Kind. Bisher muss ein Ehepaar mit zwei jungen Kindern und einem Vorjahreseinkommen von 30.000 Euro brutto lediglich 292 Euro im Jahr einzahlen, um eine Förderung von 908 Euro zu erhalten. Bald reichen 270 Euro aus bei einem Zuschuss von insgesamt 930 Euro.
     
  2. Sind Riester-Sparer trotz privater Vorsorge als Rentner auf die Grundsicherung im Alter angewiesen, wird die Riester-Rente bisher auf die Sozialleistung angerechnet. In Zukunft soll es einen Freibetrag geben, der „bis zur Hälfte der Regelbedarfsstufe 1 (in 2016 also 202 Euro)“ sowohl bei der Grundsicherung als auch bei der Erwerbsminderung beträgt, informiert das Arbeitsministerium.
     
  3. Ferner sollen Verbraucher mithilfe eines standardisierten Produktinformationsblatts unter anderem die Kosten für Verwaltung und Vertragsabschluss der verschiedenen Tarife besser miteinander vergleichen können.
     
  4. Darüber hinaus ist die Einführung eines Standard-Riester-Produkts geplant. Dieses soll keine Nachteile wie überhöhte Kosten haben, die der freie Markt mit sich bringt, so Nahles.

Wann kommen die Verbesserungen für die Riester-Rente?

Wann die Neuregelungen für die Riester-Rente in Kraft treten, ist teilweise offen. So hängen der Freibetrag und die Erhöhung der Grundzulage am Entwurf zum Betriebsrentenstärkungsgesetz, der sich derzeit in der Abstimmung findet. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2018 in Kraft treten. Die Einführung des Produktinformationsblatts ist bereits zum 1. Januar 2017 geplant.

Achtung: Wer als Verbraucher auf eine Riester-Rente mit garantierter Rentenhöhe Wert legt, sollte jetzt noch handeln und sich unverbindlich Angebote einholen. Denn zum Jahreswechsel sinkt der Garantiezins von 1,25 auf 0,9 Prozent. Noch in diesem Jahr abgeschlossene Verträge sind davon allerdings nicht betroffen.