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Eigenheimzuschuss: Hendricks will Familien mit 20.000 Euro fördern

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass es vielerorts in Deutschland günstiger ist, ein Haus zu kaufen, als zur Miete zu wohnen. Doch viele Familien können sich ein Eigenheim nicht leisten, da sie zu wenig Eigenkapital für einen günstigen Kredit haben. Bauministerin Barbara Hendricks will ihnen nun mit einer Eigenheimförderung unter die Arme greifen.
Eigenheimförderung: Schneller zum Baukredit durch Eigenkapitalzuschuss
Zuschuss fürs Eigenheim: 20.000 Euro Förderung für Familien geplant

Im Großteil der Bundesrepublik ist es günstiger, in den eigenen vier Wänden als zur Miete zu leben. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sparen Eigenheimbesitzer im Schnitt 41 Prozent hinsichtlich der monatlichen Zahlungen im Vergleich zu Mietern. Zwar haben die Ökonomen bei der Studie außer Acht gelassen, dass Darlehensnehmer ihren Kredit noch tilgen müssen. Doch selbst dann ist es vielerorts günstiger ein Haus zu kaufen oder bauen, wenn die Zinsen für das Darlehen nicht über vier beziehungsweise drei Prozent in den Großstädten steigen.

Hendricks will Familien beim Hauskauf oder -bau unterstützen

Allerdings nutzen die Zahlenspiele des IW nur den Personen etwas, die auch über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um einen Kredit zur Baufinanzierung aufzunehmen. Experten raten dazu, mindestens 20 bis 30 Prozent der Gesamtsumme für das Eigenheim aus eigenen Mittel zu bestreiten. In Anbetracht steigender Preise auf dem Immobilienmarkt ist es jedoch besonders für Familien schwer, entsprechend viel Geld anzusparen. Künftig könnten sie allerdings von einem Eigenkapitalzuschuss profitieren, über den derzeit Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) und Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) beratschlagen.

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Eigenkapital durch staatlichen Zuschuss aufstocken

Die von Hendricks vorgeschlagene Eigenheimförderung sieht der Rheinischen Post zufolge einen Zuschuss bis zu 20.000 Euro vor, um damit Wohneigentum zu erwerben. Die Förderung soll dabei das Wohneigentumsprogramm der KfW Bankengruppe ergänzen, die bereits zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren anbietet. Familien mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 70.000 Euro im Jahr würden laut dem Konzept aus dem Bauministerium für das erste Kind einmalig einen Zuschuss von 8.000 Euro sowie für das zweite und dritte Kind jeweils weitere 6.000 Euro erhalten. Die Förderung soll dabei nur an Empfänger in Regionen mit angespanntem Immobilienmarkt fließen.

Hendricks setzt sich mit der von ihr vorgeschlagenen Eigenheimförderung von den Plänen der CDU zum Baukindergeld ab. Wie die Rheinische Post berichtet, habe ihr Konzept den Vorteil, dass alle Empfänger mit dem Zuschuss gleich behandelt werden, beim Baukindergeld hingegen Besserverdienende stärker profitieren. Auch wenn die Vorhaben von Union und SPD noch in verschiedene Richtungen gehen, könnte ein Kompromiss vor der Bundestagswahl möglich sein. Denn beide Koalitionspartner wollen Familien beim Eigenheimerwerb fördern.