finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

News der Woche: Ohne Internet, Wasser und Co. - Wann gibt’s Geld bei Ausfällen?

Telekomstörung, Lufthansastreik – Viele Menschen müssen sehr viel Geduld aufbringen, wenn das Internet ausfällt, das Flugzeug nicht abhebt oder beispielsweise die Heizung pünktlich zum Winteranfang nicht funktioniert. Doch kann man als Betroffener in so einem Fall auf Entschädigung hoffen? Und droht bei einem eigenen verbalen Ausfall der Entzug der „Interneterlaubnis“?
Entschädigung ist bei Ausfällen nur selten durchzusetzen
Frust bei Internetausfall: Telekomkunden tagelang ohne Internet

Nichts geht bei der Telekom: Kein Internet = Entschädigung?

Zahlreiche Telekom-Kunden hatten am Wochenende und zum Anfang dieser Woche keinen Zugang zum Internet. Die Ursache: Ein Hackerangriff, der nicht speziell der Telekom galt, sondern generell Router attackierte, um ein sogenanntes Botnetzwerk aufzubauen. Doch die Nachricht, dass die Telekom-Router den Angriff abwehren konnten und nur ausfielen, weil sie schlicht überlastet waren, dürfte viele Betroffene nicht getröstet haben.

Wer glaubt, er könnte nun Entschädigung von dem Konzern einfordern, liegt falsch. Denn die AGB der Telekom sehen nur eine Netz-Verfügbarkeit von 97 Prozent vor. Das entspricht einer möglichen Ausfallquote von 11 Tagen oder 263 Stunden pro Jahr ohne Konsequenzen für das Unternehmen. Sollten sich die Probleme jedoch häufen, besteht durchaus ein Anspruch auf Schadenersatz.

Zappenduster: Bei Stromausfall gibt’s manchmal Geld

Ohne Internet lässt es sich durchaus ein paar Stunden oder Tage unbehelligt leben. Bei einem Stromausfall sieht das Ganze schon anders aus. Denn infolge einer Störung kann es bei elektronischen Geräten zu Überspannungsschäden kommen. Dauert der Ausfall länger an, werden zudem Lebensmittel im Kühlschrank schlecht und müssen ersetzt werden. Noch schlimmer steht es ohne Strom um Fische in Aquarien: Fallen Pumpen und Filtersysteme durch den Strommangel aus, droht ihnen sogar der Tod. In solchen Fällen muss der Netzbetreiber Schadenersatz zahlen, es sei denn, der Stromausfall entsteht durch höhere Gewalt, also beispielsweise einen Blitz. Dann gibt es leider keine Entschädigung.

Frieren in der eigenen Wohnung: Rechte bei Heizungsausfall

Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit gehört eine funktionierende Heizung zu einem behaglichen Leben dazu. Doch auch Heizungsanlagen können ausfallen oder an Leistung verlieren. Sinkt die Temperatur in einer Wohnung je nach Raum unter 20 Grad Celsius, kann ein Mieter bei einer längerfristigen Beeinträchtigung die Miete mindern. Um wie viel Prozent die Mietzahlungen dabei reduziert werden, hängt vom Ausmaß des Problems ab. Herrscht beispielsweise im Herbst noch sehr mildes Wetter, rechtfertigt auch ein Komplettausfall der Heizung keine vollständige Mietminderung. Hält man es hingegen in den eigenen vier Wänden nur noch in Winterbekleidung aus, gilt die Wohnung praktisch als unbewohnbar: Die Miete kann einhundertprozentig gemindert werden. Wichtig in jedem Fall: Wird der Vermieter nicht über den Heizungsausfall informiert, sodass er die Möglichkeit hat, den Schaden zu beheben, ist eine Mietminderung nicht ohne weiteres möglich.

Streikrunde Nr. 14 bei der Lufthansa: Welche Rechte haben Reisende?

Nicht nur in der Wohnung können Ausfälle zu Unannehmlichkeiten führen. Aktuell ärgern sich auch hunderttausende Kunden der Lufthansa über die Streikfolgen und ausfallende Flüge. Mit einer Entschädigung können Reisende in einem solchen Fall leider nicht rechnen. Allerdings sind Stornierungen der betroffenen Flüge ohne Stornokosten möglich. Alternativ haben Reisende Anspruch auf eine Ersatzbeförderung. Bei Inlandsflügen bieten Flugunternehmen beispielsweise eine Reise mit Bahn oder Bus an. So dauert die Reise zwar länger, aber man kommt wenigstens ans Ziel.

Verbaler Ausfall: Muss man Angst um Interneterlaubnis haben?

Eine ganz andere Form des Ausfalls ist der verbale Ausfall, zu dem die Beleidigung von Polizeibeamten dazugehört. Schließlich kann ein verbaler Ausrutscher oder eine bewusste Verunglimpfung schnell sehr teuer werden. Wie teuer, zeigen Gerichtsurteile. Aber auch andere Mitmenschen sollten besser nicht beleidigt, diffamiert oder gar bedroht werden – auch nicht in der vermeintlichen Anonymität des Internets. Schließlich drohen hier mittlerweile ebenso Strafen, die im Falle von Volksverhetzung nicht nur zu Bußgeldern, sondern auch zu Bewährungsstrafen führen können.

Ein User, der im Netz gegen Jan Böhmermann gehetzt hat, musste nun zusätzlich um seine „Interneterlaubnis“ bangen. In bestem Beamtendeutsch führte der Comedian den verdutzten Rüpel an der Nase herum, gab sich als Sachbearbeiter vom „Bundesministerium für Internetsicherheit und Zensur“ aus und drohte mit dem Entzug der Interneterlaubnis und weiteren Folgen für das unangemessene Verhalten im Netz.