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Gebühr fürs Geldabheben: Verbraucherschützer ziehen vor Gericht

Je nach Girokontomodell müssen manche Sparkassen- und Bankkunden eine Gebühr zahlen, wenn sie Bargeld an institutseigenen Geldautomaten abheben. Mindestens drei Banken sollen ihre Kunden allerdings nicht ausreichend über die Kosten informiert haben. Daher klagen Verbraucherschützer jetzt. Gleichzeitig schaffen einige Banken die Automatengebühr bereits wieder ab.
Verbraucherschützer klagen gegen Kosten fürs Geldabheben am Automaten
Verbraucherschützer verklagen Banken wegen Geldautomatengebühr

Kaum bis gar keine Zinsen auf das Girokonto, drohende Negativzinsen und Gebühren für unterschiedliche Dienstleistungen: Immer schmaler fallen die Zinsgewinne für Bankkunden aus, dafür werden sie häufiger von den Kreditinstituten zur Kasse gebeten. Manche Banken und Sparkassen erheben seit einiger Zeit sogar je nach Kontomodell Gebühren fürs Geldabheben am Bankautomaten. Allerdings sollen der Verbraucherzentrale Sachsen zufolge drei Institute ihre Kunden nicht ausreichend über die Preisänderung informiert haben. Wie Verbraucherschützer Kay Görner der Deutschen Presse-Agentur mitteilt, läuft vor dem Landgericht Halle bereits ein Verfahren gegen eine Berliner Genossenschaftsbank.

Geldautomatengebühr führt zu Imageschaden

Die umstrittenen Gebühren fürs Geldabheben an den Automaten der Institute haben für einige Banken nicht nur rechtliche Konsequenzen. Die Einnahmen erhöhen den Gewinn zudem nur geringfügig, dafür ist der Imageschaden groß. Die Gebühren spielen „ökonomisch überhaupt keine Rolle, weder für die Kunden noch für die relevanten Banken“, erläutert der Unternehmensberater Peter Barkow der Süddeutschen Zeitung (SZ).

So würde sich beispielsweise für die 17 Sparkassen, die die Geldautomatengebühr schon beim ersten Abheben verlangen, ein Gewinn von maximal 20 Millionen Euro ergeben. Angesichts der zwei Milliarden Euro Vorsteuergewinn fallen die Einnahmen somit „verschwindend gering“ aus, erläutert die SZ. Demgegenüber stehe ein großer Reputationsschaden.

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Kehrtwende: Gebühr fürs Geldabheben bei einigen Banken abgeschafft

Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge haben einige Geldinstitute mittlerweile das Kosten-Nutzen-Verhältnis zugunsten ihrer Kunden abgewogen und die Automatengebühr wieder abgeschafft. Allerdings ist es wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase dennoch möglich, dass die Banken und Sparkassen weiter an der Preisschraube drehen und Geld an anderer Stelle fordern. Einer Untersuchung der Stiftung Warentest zufolge gibt es beispielsweise kaum noch kostenfreie Girokonten.