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Bauboom auf dem Land: Das sind die Gefahren für Bauherren

Nicht nur in Großstädten werden eifrig neue Häuser und Wohnungen gebaut, auch auf dem Land gibt es vielerorts einen regelrechten Bauboom. Doch während in den Ballungszentren eine ausreichende Nachfrage herrscht, wird in ländlichen Regionen zum Teil viel zu viel gebaut. Wer ein Haus bauen will, sollte daher genau darauf achten, ob der Standort zukunftsfähig ist.
Leerstand und Bauboom: Neue Wohnungen trotz Überangebot auf dem Land
Immobilienblase auf dem Land: Bauherren zieht es an den Stadtrand

In manchen Gegenden in Deutschland werden deutlich mehr neue Wohnungen und Häuser gebaut, als auf Grundlage der Bevölkerungsentwicklung sinnvoll ist. Das geht aus einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hervor. Demnach werden neue Immobilien errichtet, obwohl es einen Leerstand am Ort gibt und der Bedarf an Wohnraum eigentlich gedeckt ist.

Das deutlichste Beispiel ist der Landkreis Waldeck-Frankenberg. Fast 200 Wohnungen wurden dort in den Jahren 2011 bis 2015 gebaut. Gebraucht wurden hingegen nur sieben. Der tatsächliche Bedarf wurde somit um 2.764 Prozent übertroffen. Gerade für private Hausbauer kann sich eine solche Differenz zwischen Notwendigkeit und Bauvolumen langfristig zum Problem entwickeln.

Bauboom auf dem Land: Das sind die Folgen für Hausbesitzer

Bauland ist im ländlichen Bereich oft sehr günstig. Da verwundert es nicht, dass hier viel selbstgenutztes Wohneigentum entsteht. Dafür werden zum Teil lange Fahrtwege von und zur Arbeit in Kauf genommen. Ebenso verhält es sich mit Einkaufsmöglichkeiten und Einrichtungen wie Arztpraxen oder der Post. Diese Lage kann sich noch verschlimmern, wenn Nachbarn später wegziehen und keine Käufer für ihre Häuser oder Wohnungen finden. Denn in diesem Fall schließen aufgrund der fehlenden Kundschaft die noch vorhandenen Geschäfte, Ärzte ziehen sich zurück.

Darüber hinaus besteht laut der Experten vom IW eine weitere Gefahr: Die Ortschaften werden zersiedelt. Das heißt, statt sich beispielsweise im Dorfkern anzusiedeln, bauen Familien und Paare lieber außerhalb des Zentrums ein eigenes Haus. Das hat die Zerstörung und Aufteilung von Landschaften zur Folge, verstärkt aber darüber hinaus noch den sinkenden Wert der Immobilien und die schlechte Versorgungssituation vor Ort.

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Darauf sollten Bauherren bei der Standortwahl achten

Menschen, die von den eigenen vier Wänden träumen, sollten genau überlegen, ob sie sich entweder ein eigenes Haus bauen wollen oder ein vorhandenes kaufen und welcher Standort für beide Varianten empfehlenswert ist. Dazu ist es wichtig, sich mit den Bevölkerungsprognosen vor Ort auseinanderzusetzen und sich unter anderem folgende Fragen zu stellen:

  • Leidet die Region ohnehin schon durch Landflucht?
  • Welche Ortschaften in der Zielregion ziehen voraussichtlich in Zukunft noch aufgrund ansässiger Unternehmen Menschen an?
  • Wie verhält es sich bereits jetzt mit Leerstand?

Die Beantwortung dieser Fragen kann potentielle Hauskäufer oder -bauer bei ihrer Entscheidung helfen. In jedem Fall ist es empfehlenswert, bei der Suche nach einem geeigneten Standort nicht außer Acht zu lassen, ob sich dort unter Umständen später ein Käufer für das geplante Haus finden würde.

Der richtige Standort für das Eigenheim: Investition in die Zukunft

Im Zweifelsfall ist es ratsam, etwas mehr Geld für das Eigenheim auszugeben und sich dafür in einer Gegend anzusiedeln, die nicht akut von Entvölkerung bedroht ist. Mitunter lassen sich die anfallenden Mehrkosten durch die Wahl einer günstigen Baufinanzierung ausgleichen. Die Stiftung Warentest stellt beispielsweise immer wieder in ihren Untersuchungen fest, dass sich abhängig von der Art der Finanzierung und Höhe des Kaufpreises Zinsunterschiede im fünfstelligen Eurobereich ergeben können. Daher ist es von Vorteil, im Vorfeld eines Immobilienkaufs oder Bauvorhabens die verschiedenen Konditionen genau miteinander zu vergleichen.

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IW sieht Kommunen in der Pflicht

Zwar können zukünftige Hausbesitzer die neue IW-Studie als Hinweis darauf sehen, wie wichtig die Standortwahl für das Eigenheim ist. Das Institut sieht aber nicht nur die Bauherren in der Pflicht. Vielmehr appellieren die Experten an betroffene Kommunen, kein neues Bauland mehr auszuschreiben und gegebenenfalls alte Gebäude abreißen zu lassen. Zudem muss Geld in die Stadtzentren investiert werden. Nur so lassen sich die Ortschaften wieder attraktiver gestalten.