finanzen.de Gesetzliche Krankenversicherung News

2017

finanzen.de Nachrichten
Eine Rundreise durch Asien oder eine Safari in Afrika anstatt Badeurlaub an der Ostsee– immer mehr Urlauber steuern exotische Reiseziele an. Dort lauern jedoch teilweise gefährliche Krankheiten wie Malaria oder Cholera. Viele Reisende möchten sich mit einer Impfung schützen. Doch der kleine Pikser beim Arzt wird schnell teuer. Denn nicht jede Impfung zahlt die Krankenkasse.
Die Kaufmännische Krankenkasse KKH erhöht zum 1. April 2017 ihren Zusatzbeitrag von derzeit 1,2 Prozent auf 1,5 Prozent. Der Beitragssatz für die Kasse steigt somit auf 16,1 Prozent. Damit liegt die KKH auf dem gleichen Niveau wie die DAK-Gesundheit. Nur vier Krankenkassen erheben einen höheren Beitrag für ihre Mitglieder.
Frauen ab 35 Jahren, die sich beim Frauenarzt auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen, müssen sich auf Änderungen einstellen. Denn künftig zahlt die gesetzliche Krankenkasse die Vorsorgeuntersuchung mit einem Pap-Test nur noch alle drei Jahre. Im Gegenzug übernimmt die Kasse bald die Kosten für einen HPV-Test – ebenfalls alle drei Jahre.
Der Bundestag entscheidet heute über das Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung. Kurz vor der Abstimmung wurde dieses noch entscheidend geändert. Die kurzfristigen Änderungen sorgen nun bei Krankenkassen und Arzneimittelherstellern für Ärger. Auch für Versicherte dürften sie Folgen haben.
In der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Beiträge zum Jahresanfang bei einigen Kassen gestiegen. Rentner trifft die Erhöhung erst jetzt, denn für sie gilt eine Sonderregelung. Auch sie müssen nun tiefer in die Tasche greifen, wenn ihre Kasse den Zusatzbeitrag angehoben hat. Höhere Kosten können sie allerdings mit einem Wechsel vermeiden.
Um das Finanzpolster der gesetzlichen Krankenversicherung herrscht aktuell Verwirrung. Denn einem Bericht zufolge sind die Rücklagen der Krankenkassen 2016 um 1,4 Milliarden Euro angestiegen. Der GKV-Spitzenverband geht hingegen von anderen Zahlen aus. Je nachdem, wie gut es um die Kassen bestellt ist, müssen Versicherte gegebenenfalls mit steigenden Beiträgen rechnen.
Was für viele Menschen noch nach Zukunftsmusik klingt, ist für manche Ärzte schon heute medizinischer Alltag: Videosprechstunden. Dabei gibt es gesetzliche Hürden, die den Onlinekontakt zwischen Arzt und Patienten derzeit noch erschweren. Im Gespräch mit finanzen.de erklärt Dr. Felix Schirmann vom Online-Sprechstunden-Portal Patientus, dass sich das nach und nach ändern wird.
Seit fünf Jahren leistet der IGeL-Monitor wichtige Aufklärungsarbeit hinsichtlich Individueller Gesundheitsleistungen. Seitdem hat sich zwar manches verbessert. Aber längst nicht alles ist gut. So ist nur jeder vierte Patient mit den Informationen zu Nebenwirkungen bei einer zusätzlichen Gesundheitsleistung zufrieden. Im Hinblick auf die eher negative IGeL-Bilanz ist dies fatal.
Der Bundestag hat das Heil- und Hilfsmittelgesetz beschlossen. Das dürfte unter anderem Brillenträger freuen. Denn weitaus mehr von ihnen wird die Brille von der Krankenkasse erstattet. Doch das Gesetz sieht noch viele weitere Neuregelungen vor. Zudem hat die Bundesregierung Änderungen beschlossen, die nicht direkt etwas mit Heil- und Hilfsmittel zu tun haben.
Bei einer längeren Krankschreibung erhalten gesetzliche Versicherte in Deutschland nach sechs Wochen von ihrer Krankenkasse das sogenannte Krankengeld. Doch in einigen Fällen wird die Leistung trotz bestehender Krankheit nicht weiter gezahlt. Für Menschen, die inzwischen arbeitslos sind, bedeutet das unter Umständen den finanziellen Ruin. Die Politik unternimmt dagegen wenig.

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