Stärkung der häuslichen Pflege

19.01.2012 | Geschrieben von Cornelia Görner

Pflegereform der Regierungskoalition

Pflege im Alter

Pflegende Angehörige von Demenzkranken sollen ab dem kommenden Jahr mehr Unterstützung erhalten. Wie die Bundesregierung am Mittwoch in Berlin mitteilte, einigten sich die Gesundheitspolitiker der Koalition auf eine zukünftige Stärkung von Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. Mit der geplanten Pflegereform sollen sie mehr Geld von den Pflegekassen erhalten. Für die einzelnen Pflegestufen sind höhere Leistungen vorgesehen, konkret sind monatlich zusätzlich 225 Euro für die Pflegestufe 0, 215 Euro für die Pflegestufe 1 und 150 Euro für die Pflegestufe 2 geplant. Die Anhebung hat das Ziel, Familien mit altersverwirrten und pflegebedürftigen Menschen zu unterstützen und auf den wachsenden Pflege- und Betreuungsbedarf zu reagieren. Um fehlende Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung zu ersetzen, schließen immer mehr Bürger eine zusätzliche, private Pflegeversicherung ab.


In Folge des demographischen Wandels leiden in Deutschland immer mehr Menschen an Demenz und werden von ihren Angehörigen versorgt. Fast drei Viertel aller Pflegebedürftigen erhalten eine ambulante Betreuung. Die Reform der Pflegeversicherung soll deshalb insbesondere die ambulante Pflege stärker fördern. Vorgesehen sind unter anderem auch die Unterstützung von Wohngruppen und mögliche Auszeiten für Angehörige, die Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychiatrischen Erkrankungen pflegen. Kritik an der geplanten Pflegereform äußerte derweilen unter anderem der Deutsche Pflegerat. Das Präsidium nannte die geplanten Änderungen unzureichend, weil sie keine demographiefeste Versorgung gewährleisten könnten. Auch die Arbeitgeberverbände bemängelten die Pläne, da der Reform derzeit keine dauerhafte Finanzierungslösung zugrunde liegen würde. Um die verbesserten Leistungen zu finanzieren, ist zunächst eine Erhöhung des Pflegebeitragssatzes auf 1,95 Prozent geplant.

 

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