Flexirente

Weicher Übergang vom Arbeitsleben ins Rentenalter.

  • Als Frührentner Geld hinzuverdienen oder
  • Über Regelaltersgrenze hinaus noch arbeiten
  • Flexibel in die Rente starten

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Zuletzt aktualisiert: Januar 2021

Flexirente: Früher in den Ruhestand oder länger arbeiten

Ungefähr ein Drittel aller Arbeitnehmer in Deutschland möchte die Rente vorzeitig beantragen. Andere wollen ihre Rente aufstocken und deshalb länger arbeiten. Die 2017 eingeführte Flexirente bietet beide Optionen.

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Die drei Optionen der Flexirente

Mit der Flexirente hat der Gesetzgeber den Bürgerinnen und Bürgern drei Möglichkeiten gegeben, den Übergang ins Rentenalter weichen zu gestalten. Diese sind:

  1. Sonderzahlungen
  2. Hinzuverdienst bei Frührente
  3. Rentenzuschläge

1. Ab dem 50. Lebensjahr Sonderzahlungen nutzen

Möchten Arbeitnehmer vermeiden, dass Abschläge bei der Frührente wie der Rente mit 63 anfallen, können sie ab dem 50. Lebensjahr eine Sonderzahlung vornehmen. Der Rentenversicherungsträger teilt dem Versicherten dabei in einer speziellen Rentenauskunft die Höhe der Sonderzahlung mit, mit der die Rentenabschläge ausgeglichen werden.

Die Auskunft beinhaltet folgende Informationen:

  • Voraussichtliche Höhe der Altersrenten zum beabsichtigten Rentenstart
  • Rentenminderungshöhe
  • Beitragshöhe zum Ausgleich der Rentenminderung

Wer vorzeitig sein Altersruhegeld bekommen möchte und nicht auf 45 Beitragsjahre kommt, muss für jeden Monat einen Abschlag von 0,3 Prozent hinnehmen.

2. Hinzuverdienst nutzen: Früher in Rente gehen und weiterarbeiten

Wer vor seinem regulären Renteneintrittsalter in den Ruhestand geht, kann seine Altersbezüge aufbessern , indem er weiterarbeitet. Ohne Abzüge dürfen Ruheständler bis zu 6.300 Euro im Jahr verdienen. Zu 40 Prozent werden jene Beträge auf die Rente angerechnet, die die Hinzuverdienstgrenze überschreiten. Uneingeschränkt ist der Hinzuverdienst möglich, sobald die Regelaltersgrenze erreicht wurde.

Beispielrechnung für Abzüge oberhalb der Zuverdienstgrenze:

Renten­höhe Zuverdienst Abzug Gesamt­einkommen
12.000 Euro 9.000 Euro 1.080 Euro 19.920 Euro
12.000 Euro 14.000 Euro 3.080 Euro 22.920 Euro

3. Wer später in den Ruhestand geht, bekommt Zuschläge:

Fühlen sich Beschäftigte auch nach Durchschreiten der Regelaltersgrenze (aktuell: 67 Jahre für alle Jahrgänge ab 1964) fit genug für das Weiterarbeiten, bekommen sie dafür Rentenzuschläge. Pro Monat steht Arbeitnehmern ein Bonus in Höhe von 0,5 Prozent der Rente zu. Wer zum Beispiel ein Jahr länger arbeitet, bekommt dafür schon einen 6-Prozent-Zuschlag.

Die Vorteile der Flexirente

Der demografische Wandel ist für die Architekten der Flexirente der Hauptgrund gewesen, das Renteneintrittsalter zu reformieren. Das bis dato gängige Rentenmodell nach dem Prinzip „von 100 auf Null“ hat sich in einer rasant alternden Gesellschaft als nicht mehr zeitgemäß bewiesen.

Dadurch haben nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber einen größeren Handlungsspielraum. Beschäftigte bessern bei einer Weiterbeschäftigung über die gesetzliche Altersgrenze hinaus ihre Rente auf, während der Chef weiter auf die Erfahrung und das berufliche Know-how verdienter Mitarbeiter setzen kann. So stellt die Flexirente eine Win-Win-Situation für beide Seiten dar.

Weitere Vorteile:

Durch die schrittweise Reduzierung der Arbeitsstunden vor dem endgültigen Rentnerdasein wird der Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand erleichtert. So kann sich der Arbeitnehmer langsam an den ruhigen Alltag gewöhnen, während er seine Finanzen aufbessert.

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Die Zuverdienst­möglichkeiten bei der Flexirente

Vor Einführung der Flexirente waren die Zuverdienstmöglichkeiten für Frührentner nicht nur strenger, sondern auch komplizierter. Wer beispielsweise über 450 Euro pro Monat plus zweimal im Jahr weitere 450 Euro hinzuverdiente, dem wurde die Rente nur zum Teil ausgezahlt. Hier gab es die Drittel-, Zweidrittel- bzw. die Halb-Renten-Lösung. Von der individuell berechneten Hinzuverdienstgrenze war die jeweilige Rentenstufe abhängig. Unter Umständen konnte so die Rente sogar auf Null verringert werden.

Nun gibt es keine individuellen Grenzen mehr. Wer die Hinzuverdienstgrenze der Flexirente von 6.300 Euro per annum überschreitet, bekommt 40 Prozent des darüberliegenden Einkommens von seinem Altersruhegeld abgezogen. Somit ist die Teilrente unmittelbar an die individuelle Hinzuverdienstsumme gekoppelt und damit stufenlos.

Sonderregelung 2021

Die Bundesregierung hat die geltende Hinzuverdienstgrenze wegen der Corona-Krise für das Jahr 2021 von 6.300 Euro auf 46.060 Euro erhöht.

Diese Steuervorteile haben Versicherte bei der Flexirente

Nicht nur wegen dem besseren Hinzuverdienst lohnt sich die Flexirente, sondern auch wegen steuerlichen Aspekten. Denn wer früher in den Ruhestand geht, verlegt seinen Renteneintritt nach vorne. Für die Rentenbesteuerung ist das Jahr des Ruhestandseintritts maßgebend. Je später jemand in Rente geht, desto höher ist der zu versteuernde Anteil.

Hintergrund ist das im Januar 2005 eingeführte Alterseinkünftegesetz. Darin ist die sogenannte nachgelagerte Besteuerung geregelt. Der zu versteuernde Anteil der Rente steigt dadurch von Jahr zu Jahr. 2019 lag er bei 78 Prozent, 2020 bei 80 Prozent. Wer im Jahr 2021 in Rente geht, muss schon 81 Prozent seiner Alterseinkünfte versteuern. Ab dem Jahr 2040 sind es 100 Prozent.

Wichtig für alle Rentner, bei denen der verfrühte Renteneintritt Abschläge bedeutet: Geht ein Arbeitnehmer mit einer Teilrente von mindestens 10 Prozent vorzeitig in den Ruhestand und arbeitet bis zur regulären Altersgrenze, werden die Abschläge nur auf die in Anspruch genommene Teilrente angerechnet. Die übrigen bis zu 90 Prozent erhält der Versicherte bei Erreichen der Altersgrenze ohne Abschläge. Der zu versteuernde Anteil der Rente richtet sich nach dem Jahr, in dem die Teilrente erstmals bezogen wird.

Lohnt sich die Flexirente für jeden?

Für eine umfassende Studie über den Erfolg der Flexirente ist es mit Sicherheit noch zu früh. Interessierte sollten sich für sie nicht nur wegen der Steuerersparnis entscheiden. Zuvor ist es sinnvoll nachzurechnen, in welcher Relation Steuererleichterung und Abschläge für die vorzeitige Teilrente stehen.

Experten gehen davon aus, dass vor allem Beschäftigte mit geringerem Einkommen von den Hinzuverdienstregeln bei der Flexirente profitieren. Sie vermuten, dass gut bezahlte Facharbeiter mit der alten Regelung besser gefahren sind.

Tipp:

Anträge und Informationen zur Flexirente bekommen Arbeitnehmer bei ihrem Träger der Deutschen Rentenversicherung.