Leibrente

Für wen und wann sie sich lohnt.

  • Haus verkaufen
  • Im Haus wohnen bleiben
  • Zusätzliche Rente kassieren

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Zuletzt aktualisiert: Oktober 2020

Leibrente: Prinzip, Berechnung, Vor- und Nachteile

Wer im Rentenalter eine Immobilie besitzt, kann diese durch die sogenannte Leibrente verkaufen und sich eine lebenslange Rente auszahlen lassen. Gleichzeitig sichert sich der Immobilienverkäufer ein Wohnrecht – er kann also weiter ich Haus wohnen bleiben. Das Wohnrecht wird dabei bei der Höhe der Rentenzahlungen berücksichtigt.

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Grundprinzip der Leibrente: Haus verkaufen – Rente und Wohnrecht sichern

Die Leibrente eine Sonderform des Immobilienverkaufs. Der Eigentümer veräußert seine Wohnimmobilie – ein Haus oder eine Eigentumswohnung – an einen Dritten und vereinbart mit ihm ein lebenslanges Wohnrecht. Statt des Verkaufspreises verpflichtet sich der Immobilienkäufer, dem ehemaligen Eigentümer eine monatliche Rente zu zahlen. Alternativ sind auch höhere Teilzahlungen, zum Beispiel pro Quartal oder Jahr möglich.

Durch den Übergang des Eigentums an den Dritten muss dieser in der Regel für die Instandhaltung der Immobilie sorgen sowie die Grundsteuer und weitere Gebühren übernehmen.

Neben der Leibrente mit Wohnrecht und lebenslanger Rentenzahlung gibt es das Modell der Zeitrente. Auch hier gilt als Konstante das lebenslange Wohnrecht. Der Zeitraum der Rentenzahlung ist dagegen variabel und wird vertraglich festgelegt, zum Beispiel auf 20 Jahre.

  • Folgende Formen sind in Deutschland gängig:

Leibrente vs. Immobilienverkauf: Für wen sich das Rentenmodell lohnt

Immobilienbesitzer haben die Wahl zwischen der Leibrente und dem konventionellen Immobilienverkauf an. Mit Letzterem lassen sich in der Regel höhere Erlöse erzielen. Das Modell der Leibrente lohnt sich daher vor allem in folgenden Fällen:

  • Die Immobilie soll einen regelmäßigen Erlös abwerfen, der Verkäufer möchte aber auch nach Veräußerung im Haus wohnen bleiben
  • Der Eigentümer möchte keine weiteren Investitionen in das Haus tätigen (zum Beispiel Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten), jedoch darin weiter wohnen bleiben
  • Die gesetzliche Altersrente ist sehr niedrig und es wurde nicht anderweitig privat vorgesorgt, sodass ein konkreter Kapitalbedarf entsteht
  • Die Immobilie soll zu Lebzeiten an die Nachkommen gehen, ohne dass eine Schenkungssteuer fällig wird
  • Dem Lebenspartner soll nach Ableben des Partners ein lebenslanges Wohnrecht eingeräumt werden, das auch durch den Erbfall nicht außer Kraft gesetzt wird
  • Der Hauseigentümer weiß bereits, dass er seine Immobilie nicht vererben kann oder wird, sodass alle Ersparnisse am Lebensabend aufgebraucht sein sollen

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Wie berechnet sich die Höhe der Leibrente?

Bei der Berechnung der Höhe der Leibrente kommt es auf zwei Faktoren an:

  • Verkehrswert der Immobilie
  • Wert des lebenslangen Wohnrechts

Der Verkehrswert einer Immobilie gibt an, welcher Preis mit dem Verkauf voraussichtlich erzielt wird. Zur Ermittlung wird in der Regel ein unabhängiger Gutachter hinzugezogen.

Der Wert des lebenslangen Wohnrechts errechnet sich aus der statistischen Lebensdauer des Rentenempfängers. Er wird mit einer einfachen Formel berechnet:

Jahresmiete (fiktiv) x statistisch ermittelte Lebensdauer des Empfängers = Wert des lebenslangen Wohnrechts

Bei der Ermittlung der Leibrente wird nun dieser Wert vom Wert der Immobilie abgezogen. Es ergibt sich also folgende Formel:

Wert der Immobilie – Wert des lebenslangen Wohnrechts = Leibrente (Gesamtbetrag)

Welche Punkte muss der Vertrag zur Leibrente enthalten?

Eine Leibrentenvereinbarung Können Verkäufer mit Privatpersonen schließen. Dabei handelt es sich in der Praxis häufig um nahestehende Bekannte oder Verwandte.

Darüber hinaus gibt es gewerbliche Leibrentenanbieter, also Unternehmen, die sich auf den Aufkauf und die Verrentung von Immobilien spezialisiert haben. Zu guter Letzt bieten auch einige wenige Stiftungen in Deutschland eine Leibrente an.

Egal ob privater oder gewerblicher Verkauf, Interessenten sollten sich unbedingt bei der Vertragserstellung von Experten beraten lassen. Folgende Aspekte sollten sie auf jeden Fall beim Leibrentenvertrag berücksichtigen:

  • (lebenslanges) Wohnrecht
  • Kaufpreis der Immobilie sowie die Zahlungsmodalitäten
  • Höhe der gezahlten Leibrente
  • Empfänger der Leibrente im Falle eines vorzeitigen Ablebens
  • Wertsicherungsklausel, die gegen Inflation schützt
  • Zuständigkeit bei Renovierungen, Gebühren
  • Finanzieller Ausgleich bei vorzeitiger Aufgabe des Wohnrechts
  • Möglicherweise Nießbrauchrecht, das das Wohnrecht auch nach Auszug sichert

Die Vor- und Nachteile der Leibrente im Überblick

Zusammenfassend werden in der nachfolgenden Übersicht die Vor- und Nachteile der Leibrente dargestellt:

Vorteile Leibrente

Nachteile Leibrente

Möglichkeit zur Rentenauf­besserung Verlust des Eigentums
Lebenslanges Wohnrecht in der eigenen Immobilie Regulärer Immobilien­verkauf hat höheren Erlös
Abgabe von Pflichten und finanziellen Lasten (wie Instand­haltungen, Grundsteuer) Versteuerung der Leibrente je nach Alter zwischen 1 und 18 Prozent
Wegfall der Schenkungs­steuer Risiko: Zahlungs­unfähigkeit des Käufers
Gute Möglichkeit zur Absicherung des Lebenspartners Ohne Nießbrauch­recht erlischt das lebenslange Wohnrecht bei Auszug
Zweitnutzung geschaffener Werte – vor allem relevant, wenn nichts vererbt werden soll