Renteneintrittsalter

Alle Infos zum Renteneintritt, Optionen und zum Rentenantrag.

  • Renteneintritt verlässlich planen
  • Ob mit 63, 65 oder 67 Jahren
  • Rentenlücke durch passende Vorsorge schließen

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Zuletzt aktualisiert: September 2020

Renteneintrittsalter: Was ist der Ruhestand regulär möglich?

Die Frage nach dem Renteneintritt stellt sich früher oder später im Leben eines jeden Erwerbstätigen. Dabei ist der konkrete Zeitpunkt des Renteneintritts sehr individuell und hängt von Faktoren wie dem Geburtsjahr, der Art der Rente und den Beitragszeiten ab. Generell lassen sich für das Renteneintrittsalter drei fließend verlaufende Stufen festhalten: 63, 65 und 67 Jahre.

Immer gut zu wissen

Regelaltersrente, Rente für langjährige und besonders langjährige Versicherte

Bei der Berechnung des Renteneintrittsalters gilt es zuerst einmal zu unterscheiden, welche Rentenform angestrebt wird:

Tipp:

Zu den Beitragszeiten bei der Rente für langjährig Versicherte zählen auch Zeiten für Kindererziehung und kurzzeitige Arbeitslosigkeit angerechnet. Nähere Informationen dazu finden Interessierte auf der Übersichtsseite zur Rente mit 63.

Zu beachten ist, dass ab dem Jahrgang 1953 das reguläre Renteneintrittsalter für die Rente mit 63 schrittweise ansteigt. Wer nach 1964 geboren ist, kann die Rente mit 63 nicht mehr in Anspruch nehmen – stattdessen geht er (mit Abschlägen) mit dem 65. Lebensjahr in Rente.

Diese Voraussetzungen gelten für den Eintritt in die Regelaltersrente

Personen, die regulär in Rente gehen und keine Abschläge in Kauf nehmen möchten, sollten sich nach der gesetzlich festgelegten Tabelle für die Regelaltersrente richten. Für den Bezug gilt außerdem eine Mindestversicherungszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung von fünf Jahren.

Geburtsjahr Rentenbeginn Geburtsjahr Rentenbeginn
Vor 1947 65 Jahre 1956 65 + 10
1947 65 + 1 Monat 1957 65 + 11
1948 65 + 2 1958 66
1949 65 +3 1959 66 +2
1950 65 + 4 1960 66 + 4
1951 65 + 5 1961 66 + 6
1952 65 + 6 1962 66 + 8
1953 65 + 7 1963 66 + 10
1954 65 + 8 Ab 1964 67
1955 65 + 9

Durch die gestiegene Lebenserwartung der Rentenversicherten wird das Renteneintrittsalter seit 2012 Schritt für Schritt angehoben. Konkret bedeutet das:

  • Für die Jahrgänge ab 1947 bis einschließlich 1957 steigt das Renteneintrittsalter pro Jahr um einen Monat von 65 auf 67 Jahre
  • Der Jahrgang 1958 liegt demnach bei einem Renteneintrittsalter genau mit 66 Jahren
  • Für die Jahrgänge 1959 bis 1963 steigt das Renteneintrittsalter pro Jahr um zwei Monate von 66 auf 67 Jahre
  • Ab dem Jahrgang 1964 endet die Progression des Renteneintritts und ist auf 67 Jahre gedeckelt

Übrigens: Die Beitragsjahre setzen sich nicht nur aus erwerbstätigen Zeiten zusammen. Auch Ausbildungszeiten, Studium, Schwangerschaft und Mutterschutz, Zeiten für die Kindererziehung, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Krankheit und Rehabilitationszeiten werden berücksichtigt.

Aktuelles zur Altervorsorge

Vorzeitig in Rente gehen

Auf einen Vorruhestand arbeiten viele Erwerbstätige jahrelang hin – doch gibt es hier in Sachen Abschläge einiges zu beachten. Zum einen ist der frühestmögliche vorzeitige Renteneintritt mit 63 Jahren möglich. Dann ist allerdings je nach Regelaltersgrenze mit dem maximalen Rentenabschlag von 14,4 Prozent zu rechnen.

Die Grundregel für die Rentenabschläge lautet: Für jeden Monat, den ein Erwerbstätiger früher in Rente geht, wird ein Abschlag von 0,3 Prozent von den Bezügen der Regelaltersrente fällig.

Das folgende Beispiel zeigt verschiedene Renteneintritte und deren Auswirkung auf die Rentenzahlung für alle Jahrgänge ab 1964. Ausgangspunkt ist eine Regelaltersrente von 1.100 Euro pro Monat.

Renteneintritt mit
  • 67 Jahren - 1.100 Euro Rente (0 Prozent Abschlag)
  • 65 Jahren - 1.020,80 Euro (7,2 Prozent Abschlag)
  • 63 Jahren - 941,60 Euro (14,4 Prozent Abschlag)

Abschläge gelten ein Leben lang

Die Rentenabschläge gelten auch dann, wenn die Regelaltersrente erreicht ist. So können bei einem beispielhaften Rentenbezug bis zum 87. Lebensjahr schnell höhere fünfstellige Beträge entstehen, die von der Lebensrente abgezogen werden.

Arbeitslosigkeit vor Rentenbeginn – Zählt diese als Wartezeit?

Um Anspruch auf die abschlagsfreie Rente mit 63 zu haben, müssen künftige Rentner auf 45 Beitragsjahre kommen. Dabei werden auch Zeiten von Arbeitslosigkeit, genauer gesagt Arbeitslosengeld I berücksichtigt. Zeiten, in denen Hartz IV, also Arbeitslosengeld II bezogen wurde, bleiben generell außen vor.

Wer die Rente für besonders langjährig Versicherte anstrebt, sollte jedoch eines beachten: Melden sie sich zwei Jahre vor Rentenbeginn arbeitslos, zählt dieser Zeitraum nicht zur Wartezeit hinzu. Mit dieser Sonderregelung will die Regierung eine Frühverrentungswelle verhindern. Eine Ausnahme gilt jedoch: Ist eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitsgebers an der Arbeitslosigkeit schuld, wird diese angerechnet, informiert das Bundesarbeitsministerium.

Kommen Rentenversicherte bereits auf 45 Beitragsjahre, können sie bedenkenlos in die Arbeitslosigkeit gehen, so der Sozialverband Deutschland. Denn sie erfüllen somit bereits die Voraussetzungen für die Frührente. Sie erhalten so zwei Jahre Arbeitslosengeld und im Anschluss ihre Altersrente.

Über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten

Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und trotzdem weiterarbeitet, kann das jederzeit tun, solange der Arbeitgeber mitspielt. Die gesetzliche Rentenkasse belohnt das sogar: Für jeden Monat, den ein Erwerbstätiger seine Rente nicht in Anspruch nimmt, erhält er einen Zuschlag von 0,5 Prozent. Auf ein Jahr umgerechnet bedeutet das sechs Prozent.

Darüber hinaus hat der spätere Renteneintritt den Vorteil, dass weiter Beiträge in die Rentenversicherung fließen. So erhöht sich die Rentenzahlung.

Mit dem Modell sollten sich Interessierte gedanklich früh beschäftigen. Denn nicht immer rechtfertigen Zuschläge und höhere Rentenzahlungen mit Blick auf die Gesundheit eine längere Arbeitszeit im Alter. Wer rechtzeitig neben der gesetzlichen Rente privat vorsorgt, dem fällt die Entscheidung für die Regelaltersrente – oder sogar ein Vorruhestand mit Abschlägen – wesentlich leichter.

Rentenantrag stellen

Ob Regelaltersrente, Vorruhestand oder Sonderregelung: Erwerbstätige müssen sich um die Beantragung ihrer Rente kümmern. Wer keinen Rentenantrag stellt, bekommt keine Rente ausgezahlt. Wird die Rente zu spät beantragt, bekommen Rentner für die verlorene Zeit keine Rentenzahlungen rückerstattet.

Die Deutsche Rentenversicherung bietet eine einfache Möglichkeit, online einen Rentenantrag zu stellen. Dazu müssen Antragsteller einige Informationen bereithalten, etwa:

  • Rentenversicherungsnummer
  • Personalausweis
  • Steueridentifikationsnummer
  • Versicherungszeiten
  • Nachweise über Berufsausbildungen

Fristen beachten

Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Erziehungsrenten sollten drei Monate vor Rentenbeginn beantragt werden. Bei Witwen- und Waisenrenten beträgt die Frist vom Todestag an zwölf Monate.