Altersvorsorge für Selbstständige

Altersvorsorge­pflicht
für Selbst­ständige und Freiberufler.

  • Politik plant Pflicht ab 2021
  • Alle Selbstständigen sollen vorsorgen
  • Rürup-Rente ist 1. Wahl bei privater Altersvorsorge

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Zuletzt aktualisert: November 2020

Altersvorsorgepflicht für Selbstständige und Freiberufler

Seit Jahren wurde sie gefordert, nun soll sie 2021 kommen: die Altersvorsorge­pflicht für Selbstständige und Freiberufler. Geplant ist, dass die Pflicht für alle selbstständig arbeitenden Berufstätigen gilt, die bisher nicht für das Alter vorsorgen. Ziel ist es, die Altersarmut in dieser Personengruppe zu senken.

Weitere Themen

Immer gut zu wissen

Welche Pläne gibt es zur Altersvorsorge­pflicht für Selbstständige?

Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte ursprünglich plant, Ende 2019 ein Gesetz zur Altersvorsorg­epflicht für Selbstständige und Freiberufler vorzulegen („Gesetz zur Einbeziehung des Selbstständigen in das System der Alterssicherung“). Durch Verzögerungen beim Gesetzentwurf für die Grundrente hat er dieses Datum jedoch nicht halten können. Dann kam es zu Verzögerungen durch die Corona-Pandmie. Absehbar ist, dass er sein Vorhaben 2021 auf den Weg bringt.

Die verpflichtende Altersvorsorge soll dabei gründerfreundlich ausgestaltet sein. Sie betrifft alle Menschen, die nicht bereits obligatorisch rentenversichert sind, etwa im Rahmen eines berufs­ständischen Versorgungs­werks.

Mit Inkrafttreten der neuen Regelung müssen alle selbstständig arbeitenden Menschen künftig zwischen

  • der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • der privaten Altersvorsorge im Rahmen einer Rürup-Rente und
  • einem Versorgungswerk (gilt etwa für Ärzte und Anwälte)

wählen. Die Vorsorgeform muss insolvenz- und pfändungssicher sein sowie eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus ermöglichen. Dieses liegt derzeit bei durchschnittlich 800 Euro im Monat.

Ob Heil den Zeitplan generell halten kann, wird sich zeigen. Der erste Grundstein für eine verlässliche Rentenversicherung wird im Janaur 2021 mit der Einführung der Grundrente gelegt. Selbst wenn sich der Gesetzentwurf zur Altersvorsorgepflicht weiter verzögern sollte, gilt es als wahrscheinlich, dass die Neuregelung für Selbstständige mit der aktuellen Großen Koalition kommen wird.

Tipp:

Welche Vorsorgestrategie am besten zu den persönlichen Wünschen und dem finanziellen Rahmen passt, ist pauschal schwer zu sagen. Daher ist es sinnvoll, mithilfe eines kostenlosen Angebots zur Altersvorsorge die eigene Vorsorgestrategie unverbindlich auszuloten, um so die beste Absicherung für den sorgenfreien Ruhestand zu finden.

Vorsorgepflicht für Selbstständige seit 2012 angestrebt

Die Politik strebt schon lange eine Altersvorsorgepflicht für Selbstständige an. Während die Pläne der ehemaligen Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) eher vage blieben, sah ihre Vorgängerin Ursula von der Leyen (CDU) bereits eine konkrete Ausgestaltung der Vorsorgepflicht vor.

Aktuelles zur Altersvorsorge

Altersvorsorge frühzeitig planen

Wer frühzeitig in eine private Altersvorsorge investiert, zahlt insgesamt geringere Beiträge und kann im Alter eine höhere Rente erwarten. Daher lohnt es sich für junge Selbstständige und Freiberufler, bereits vor Umsetzung der neuen Regelungen ihre private Altersvorsorge anzupacken.

Kritik an Altersvorsorgepflicht

„Wir haben drei Millionen Selbstständige in Deutschland, die im Alter nicht abgesichert sind“, sagt Hubertus Heil in einem Interview mit der Rheinischen Post. An dieser Zahl stört sich jedoch der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. Ihm zufolge gibt es unter den drei Millionen Personen, die nicht in der Deutschen Rentenversicherung pflichtversichert sind, viele, die bereits privat vorsorgen.

Dabei sieht sich der Verband von einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung bestätigt. Demnach sorgen nicht rentenversicherte Selbstständige wie folgt vor:

  • Mit einer Lebensversicherung - 48 Prozent
  • Mit einer Rentenversicherung - 31 Prozent
  • Mit Immobilien - 68 Prozent

Rürup-Rente: Die private Altersvorsorge für Selbstständige

Während die ehemalige Arbeitsministerin Nahles ursprünglich eine Vorsorgepflicht in der gesetzlichen Renten­versicherung für Selbstständige vorgesehen hatte, pochte die CDU/CSU auf die Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher und privater Altersvorsorge. Der SPD-Politiker Heil folgt nun den Forderungen der Union.

Neu an den aktuellen Bestrebungen ist die Beschränkung bei der privaten Altersvorsorge auf die Rürup-Rente. Sie wurde 2005 eigens für Selbstständige geschaffen und ist auch als Basisrente bekannt. Der Vorteil der Rürup-Rente sind die immensen Steuerersparnisse, von denen Versicherte profitieren.

Aktuell dürfen bei der Rürup-Rente 88 Prozent der eingezahlten Beiträge von der Steuer abgesetzt werden. Die Höchstgrenze, bis zu der das Finanzamt Beiträge berücksichtigt, ist mit über 20.000 Euro zehn Mal so hoch wie bei anderen privaten Altersvorsorge­formen. Die Steuerentlastung ist somit immens, wenn Versicherte den Rahmen ausschöpfen.

Die Rürup-Rente gibt es dabei in verschiedenen Varianten, etwa mit vergleichsweise hohen Garantien oder fondsbasiert mit höheren Renditechancen. Um die optimale Form der staatlich geförderten Altersvorsorge für die eigenen Lebensumstände zu finden, ist es daher sinnvoll, verschiedene Angebote einzuholen und diese miteinander zu vergleichen.