Steuererklärung 2017: Steuern sparen mit Versicherungen und Altersvorsorge

Mit der richtigen Angabe der Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung in der Steuererklärung sparen Verbraucher Steuern. Steuervorteile gibt es außerdem für Versicherte mit einer Riester-Rente und einer Rürup-Rente.

Versicherungsbeiträge und Vorsorgeaufwendungen richtig absetzen

Es ist wieder soweit: Bis zum 31. Mai 2018 muss die Steuererklärung 2017 beim Finanzamt vorliegen. Personen, die sich von einem Steuerberater unterstützen lassen, haben sogar bis Ende des Jahres Zeit.

Diese Fristen gelten dabei nur für Steuerzahler, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Dies betrifft etwa Beschäftigte, die Arbeitslohn von mehreren Arbeitgebern erhalten. Auch wer Freibeträge beim Lohnsteuerabzug in Anspruch nimmt, ist in der Regel verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.

Obwohl sich die meisten Menschen mit ihrer Steuererklärung, verpflichtet oder freiwillig, eine ganze Menge Geld zurückholen können, ist allein der Gedanke an die schriftliche Erklärung für viele ein Graus. Dabei lassen sich die Formulare Schritt für Schritt unkompliziert durcharbeiten. Wie Personen ihre Versicherungsbeiträge und ihre Aufwendungen für die Altersvorsorge in der Steuererklärung 2017 richtig angeben, lesen sie hier nach.

Tipp: Aktuelle Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass fast jeder zweite Rentner eine gesetzliche Rente unter 800 Euro im Monat erhält. Damit lässt sich der gewohnte Lebensstandard nicht halten, geschweige denn Träume erfüllen. Entsprechend wichtig ist es, sich bei der persönlichen Ruhestandsabsicherung nicht nur auf die gesetzliche Rentenversicherung zu verlassen, sondern privat nachzusteuern. Welche Altersvorsorge sich dabei am besten empfiehlt und steuerlich gegebenenfalls die höchsten Vorteile bringt, zeigt ein kostenloses und unverbindliches Angebot eines Vorsorgeexperten.

Beiträge zur Altersvorsorge richtig angeben und Steuern sparen

Steuervorteile mit der gesetzlichen und privaten Altersvorsorge

Angaben zu den Beiträgen für die gesetzliche und private Altersvorsorge dürfen in keiner Steuererklärung fehlen. Die beiden wichtigsten Formulare, die hierfür bei der Einkommenssteuererklärung wichtig sind, heißen Anlage „Vorsorgeaufwand“ und Anlage „AV“.

Anlage „Vorsorgeaufwand“

In der Anlage "Vorsorgeaufwand" teilen Verbraucher dem Finanzamt alle Angaben zu ihren Vorsorgeaufwendungen mit. Dazu zählen:

  • Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung
  • Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung
  • Beiträge zur Altersvorsorge

In die Zeilen 4 bis 7 tragen Steuerzahler ihre Beiträge für die gesetzliche Rentenversicherung, die berufsständische Versorgungseinrichtung und für den Basisrentenvertrag, die sogenannte Rürup-Rente, ein. Die konkreten Zahlen dazu finden sich in der Lohnsteuerbescheinigung und in den Unterlagen des Versorgungswerkes oder des Rürup-Anbieters.

Anlage „AV“

Die Anlage „AV“ ist für alle Riester-Sparer wichtig. Denn hier werden die Angaben zu den Altersvorsorgebeiträgen für den Riester-Vertrag gemacht. Für wie viele Riester-Verträge Versicherte eine staatliche Förderung erhalten, geben sie in Zeile 7 an. In Zeile 8 tragen sie die Höhe der geleisteten Beiträge ein. Auch Tilgungsleistungen für den sogenannten Wohnriester zählen dazu. Wichtig sind zudem die Angaben, ob Sparer im Jahr 2017 unmittelbar oder mittelbar begünstigt waren und ob Riester-Zulagen für Kinder geflossen sind.

Steuervorteile durch die Riester-Rente

Mittlerweile sorgen über 16 Millionen Deutsche mit einem Riester-Vertrag für das Alter vor. Sie profitieren von der staatlichen Förderung aus Zulagen und Steuervorteilen. Neben der jährlichen Grundzulage von 175 Euro sind vor allem die Kinderzulagen in Höhe von bis 300 Euro pro Jahr und Kind interessant.

Die eingezahlten Beiträge für die geförderte Vorsorge sowie die Zulagen dürfen Riester-Sparer als Sonderausgaben bei der Steuer geltend machen. Das Finanzamt erkennt bis zu 2.100 Euro im Jahr an. Es stellt dabei automatisch fest, ob Sparer einen höheren Vorteil aus den Zulagen oder den Sonderausgabenabzug haben. Abhängig vom Familienstand, von Anzahl der Kinder und vom Einkommen erhalten Steuerpflichtige auf diese Weise eine Steuerersparnis. Insbesondere Alleinstehenden ohne Kind kommt der Sonderausgabenabzug in der Regel zugute.

Achtung: Durch die Zulagen bauen Verbraucher mit der Riester-Rente ein solides Finanzpolster für den Ruhestand auf. Seit 2018 gilt zudem ein Freibetrag auf die private Rente, sollten Versicherte im Alter auf die Grundsicherung angewiesen sein. Um möglichst viel aus der geförderten Altersvorsorge herauszuholen, ist jedoch eine Riester-Rente mit niedrigen Kosten wichtig. Welche Anbieter hier punkten, erfahren Interessierte mit einem unverbindlichen Angebot.

 

Vorteile der Riester-Rente bestmöglich nutzen

Sollen die Riester-Beiträge zusammen mit den staatlichen Zulagen steuerlich angesetzt werden, muss dem Versicherer die Erlaubnis vorliegen, die Höhe der eingezahlten Beiträge elektronisch an die Finanzverwaltung melden zu dürfen. Bei der Einkommenssteuererklärung müssen Versicherte dann zusätzlich die Anlage „AV“ ausfüllen.

Vor allem Rürup-Sparer profitieren bei der Steuererklärung

Steuervorteile durch die Rürup-Rente

Auch Rürup-Sparer können ihre Einzahlungen von der Steuer absetzen. Der als Sonderausgaben abzugsfähige Höchstbetrag beträgt bei der Rürup-Rente derzeit 86 Prozent von 23.712 Euro bei Ledigen (entspricht 20.392 Euro) beziehungsweise von 47.424 Euro bei Ehepaaren (40.784 Euro). Dieser Höchstbetrag gilt auch für andere Vorsorgeaufwendungen wie die gesetzliche Rentenversicherung.

Die Beiträge für den Rürup-Vertrag werden bei der Steuererklärung in Zeile 7 der Anlage „Vorsorgeaufwand“ eingetragen. Ähnlich wie bei der Riester-Rente gilt auch hier: Der Anbieter muss die entsprechenden Daten elektronisch an die Finanzverwaltung übermitteln.

Weitere Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angeben

In der Anlage „Vorsorgeaufwand“ können auch Aufwendungen für weitere Versicherungen, unter anderem die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Unfallversicherung, die Haftpflichtversicherung und die Pflegezusatzversicherung, eingetragen werden. Das kann sich vor allem für Rentner und Pensionäre, kinderlose Selbstständige sowie Arbeitnehmer mit einem geringeren Einkommen lohnen. Denn wurde der steuerlich absetzbare Höchstbetrag von 1.900 Euro (bei Selbstständigen 2.800 Euro) durch die Beiträge für die Kranken- und Pflegepflichtversicherung noch nicht ausgeschöpft, können sie hier weitere Versicherungsbeiträge absetzen.

An dieser Stelle in der Steuererklärung können auch die Beiträge für eine ungeförderte private Rentenversicherung steuerlich geltend gemacht werden. Allerdings ist dies in der Praxis selten der Fall, da der Höchstbeitrag durch andere Angaben bereits ausgeschöpft ist.

Service: Unser Leitfaden für die Steuererklärung liefert zahlreiche weitere Tipps zum Ausfüllen der wichtigsten Formulare. Steuerneulinge werden dabei Schritt für Schritt zur fertigen Steuererklärung geführt.

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