Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen

Infos, Tipps und Alternativen.

  • Gründlich prüfen, welche Vorteile es bringt
  • Rechtzeitig über neue Anbieter informieren
  • Kündigung ist die letzte Option

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Berufsunfähigkeits­versicherung kündigen: Gut überlegte Entscheidung

Oft sind es zwei wesentliche Gründe, weshalb Versicherte ihre Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen wollen: Entweder ist der Vertrag unvorteilhaft oder es gibt einen finanziellen Engpass. Bevor sie ganz auf die Absicherung verzichten, sollten Verbraucher genau prüfen, ob es nicht eine gute Alternative zur Vertragskündigung gibt.

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Inhaltsverzeichnis: Immer gut zu wissen

Welche Möglichkeiten gibt es, um die Berufsunfähigkeits­versicherung zu kündigen?

Wie bei vielen anderen Verträgen haben Verbraucher für die Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zwei Möglichkeiten:

  • Ordentliche Kündigung
  • Außerordentliche Kündigung

Hinweis:

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung kommt es bei Tarifen mit Beitragsdynamik jährlich zu einer Anhebung des Beitrages, aber auch der Rentensumme. Diese Art der Beitragserhöhung ist vertraglich vereinbart. Sie zählt deshalb nicht zu den Gründen für ein Sonderkündigungsrecht.

Allgemein ist die Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung eher unüblich. Idealerweise schließen Verbraucher nur einmal im Leben eine BU-Versicherung ab. Verschiedene Regelungen zur Vertragsanpassung sorgen dafür, dass die Versicherung das ganze Erwerbsleben lang einen guten Schutz vor dem Risiko einer Berufsunfähigkeit bietet.

Daher ist es ratsam, dass sich Interessierte vor dem verbindlichen Abschluss umfassend über die Vertragsbedingungen informieren. Auch eine Beratung durch erfahrene Versicherungsexperten ist eine clevere Möglichkeit, um im Tarifdschungel das richtige Preis-Leistungs-Paket zu finden.

Berufsunfähigkeits­versicherung kündigen: Welche Kündigungsfristen gilt es zu beachten?

Versicherte, die ordentlich kündigen, richten sich nach der Kündigungsfrist, die im Vertrag vereinbart wurde. Die Details finden sie also im Dokument. Üblich ist eine Kündigungsfrist von einem Monat bis zum Ablauf des Versicherungsjahres oder bis zum nächsten Zahlungstermin.

Achtung:

Das Versicherungsjahr ist nicht identisch zum Kalenderjahr. Es richtet sich nach dem Datum, wann die Versicherung abgeschlossen wurde.

Beispiel

Die Zahlung erfolgt monatlich jeweils zum ersten des Monats. Wenn der Versicherte die Police zum 1. Juli kündigen möchte, muss die Kündigung spätestens am 1. Juni beim Anbieter eingegangen sein.

Eine Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten ist bei Versicherungen ebenfalls möglich. Falls die Angaben im Versicherungsvertrag unklar sind, hilft die direkte Nachfrage beim Anbieter.

Hinweise zu besonderen Kündigungsfristen

  • Bei außerordentlichen Kündigungen kann der Versicherer eine kürzere Frist einräumen. Oft hat der Versicherte vier Wochen Zeit, um die Änderungen abzulehnen und die Police zu kündigen.
  • Bei Neuverträgen hat der Versicherte ein 14-tägiges Widerspruchsrecht, um vom Vertrag zurückzutreten.
  • Auch bei Zusatzversicherungen kann es abweichende Regelungen zur Kündigungsfrist geben. Diese Details stehen im Vertrag oder sind bei der Versicherung zu erfragen.

Die gesetzliche Grundlage für die Kündigungsfristen bei Versicherungen liefert das Versicherungsvertragsgesetz (VVG).

Was gibt es bei der Kündigung zu beachten?

Die Kündigung muss schriftlich über ein Anschreiben mit Unterschrift erfolgen. Eine E-Mail oder ein Anruf genügen dafür nicht.

Wer den Postweg wählt, muss rechtzeitig handeln und die Versandzeit einplanen, wenn die Kündigung fristgerecht ankommen soll.

Auf der sicheren Seite sind Verbraucher, die das Dokument per Einschreiben mit Rückschein oder per Fax an die Versicherung senden. Im Zweifelsfall können sie belegen, wann die Kündigung gesendet haben und dass das Schreiben bei der Versicherung angekommen ist.

Kann es zu einer Kündigung durch den Versicherer kommen?

Bei einer Risikoversicherung, die zur Existenzabsicherung dient, ist eine Kündigung durch den Versicherer normalerweise ausgeschlossen. Ausnahmen gibt es immer. Stellt der Anbieter fest, dass der Versicherungsnehmer beim Gesundheitscheck falsche Angaben gemacht hat, ist eine Kündigung durch den Anbieter durchaus möglich.

Wann ist es sinnvoll die Berufsunfähigkeits­versicherung zu kündigen?

Bei einer Risikoversicherung wie der Berufsunfähigkeitsversicherung spielen Faktoren wie der Gesundheitszustand und das Alter eine entscheidende Rolle für die Kosten. Wer kündigen will, da er zu einem anderen Anbieter wechselt, muss mit einer erneuten Gesundheitsprüfung rechnen. Diese führt häufig zu Risikozuschlägen und macht den neuen Vertrag teuer. Versicherte sollten daher genau abwägen, wann die Kündigung vorteilhaft ist.

Aus folgenden Gründen kann es sinnvoll sein, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen:

Tipp:

Wer sich nach reiflicher Überlegung für einen Anbieterwechsel entscheidet, sollte die bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung erst kündigen, wenn eine Bestätigung des neuen Versicherers vorliegt. So entsteht keine Versorgungslücke beim Versicherungsschutz.

Keine Rückzahlung bei Kündigung der Berufsunfähigkeits­versicherung

Die Berufsunfähigkeits­versicherung gehört zu den Risikoversicherungen. Sie ist keine Vorsorgeversicherung, bei der über eingezahlte Beiträge und Zinsen ein Vermögen aufgebaut wird. Einen Rückkaufwert wie bei einer Lebensversicherung gibt es daher nicht. Wird die Kündigung wirksam, sind Versicherungsschutz und eingezahltes Geld weg.

Wann ist von einer Kündigung der BU-Versicherung abzuraten?

Ein häufiger Grund, weshalb Verbraucher den Vertrag der Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen wollen, ist ein finanzieller Engpass. Oftmals wird dann damit spekuliert, dass eine Berufsunfähigkeit sehr unwahrscheinlich ist.

Diese Rechnung sollten Versicherte allerdings nicht aufmachen. Denn einerseits wird statistisch gesehen jeder vierte Arbeitnehmer berufsunfähig. Andererseits sind Betroffene dann nur sehr schlecht gesetzlich abgesichert. Wer bei seiner Berufsunfähigkeitsversicherung spart, hat im Ernstfall nur Nachteile.

Aus diesem Grund sollten Versicherte unbedingt ihre Alternativen zur Kündigung ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung prüfen. Meistens gibt es innerhalb des Versicherungsvertrages ein paar Stellschrauben, mit denen sie an der Beitragshöhe drehen können.

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