Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung

Wieso die Suche danach oftmals vergebens ist.

  • Keine Risikoversicherung ohne Gesundheitsfragen
  • Bei Vorerkrankungen anonyme Voranfrage stellen
  • Beratung zum besten Tarif nutzen

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bis 29-Jährige

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30- bis 39-Jährige

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40- bis 49-Jährige

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50- bis 59-Jährige

Geht es bei der Berufsunfähigkeits­versicherung ohne Gesundheitsprüfung?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor Einkommensverlusten, wenn Verbraucher gesundheitsbedingt nicht mehr arbeiten können. Zum Vertragsabschluss gehören daher Gesundheitsfragen. Personen mit Vorerkrankungen fürchten diese jedoch. Sie suchen nach Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Gesundheitsprüfung – leider vergebens. Doch es gibt Alternativen.

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Inhaltsverzeichnis: Immer gut zu wissen

Berufsunfähigkeits­versicherungen: Ohne Gesundheitsprüfung keinen Schutz

Die Berufsunfähigkeit ist eine Risikoversicherung. Ihr Schutz deckt den Einkommensverlust ab, der entsteht, wenn eine Person aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten kann.

Bei der Antragstellung möchte die Versicherung abschätzen, wie hoch das Risiko ist, dass der Versicherungsfall eintritt. Aus diesem Grund fragt sie beim Antragsteller verschiedene Angaben zu seinem Gesundheitszustand ab. Auch die Beitragshöhe wird mithilfe dieser Gesundheitsfragen berechnet.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Gesundheitsprüfung gibt es daher nicht. Es gibt höchstens Versicherer, die Policen mit vereinfachter Gesundheitsprüfung anbieten. Das bedeutet: weniger Fragen und/oder die Abfrage bezieht sich auf einen verkürzten Zeitraum.

Außerdem ist es bei bestehenden Verträgen mit einer Nachversicherungsgarantie möglich, die Berufsunfähigkeitsversicherung später auch ohne Gesundheitsprüfung anzupassen.

Wer jedoch die Versicherung neu beantragt, kommt nicht um die Gesundheitsfragen herum.

Wichtig:

Antragsteller sollten die Fragen wahrheitsgemäß beantworten und nichts weglassen, nur um den Vertrag zu bekommen. Stellt sich später heraus, dass einige Angaben falsch sind, kann der Versicherer den Vertrag auflösen.

Warum fragen die Versicherungen nach dem Gesundheitszustand?

Anhand des Gesundheitszustandes ermittelt die Versicherung, wie hoch das Risiko für eine Berufsunfähigkeit ist. Entsprechend kalkuliert sie die Beiträge für den Versicherten. Ein hohes Risiko bedeutet auch höhere Beiträge.

Personen mit chronischen Krankheiten oder Verletzungen aus kürzlich zurückliegenden Unfällen müssen daher damit rechnen, dass die Versicherung Risikozuschläge verlangt oder den Antrag ablehnt. Genaueres dazu erklärt Kapitel „Welche Folgen hat es für die BU-Versicherung, wenn es Vorerkrankungen gibt?

Wer gesund ist, ist dagegen im Vorteil. Deshalb raten Versicherungsexperten Verbrauchern dazu, sich schon in jungen Jahren und am Anfang der Berufskarriere mit Berufsunfähigkeitsversicherung abzusichern.

Welche Angaben werden bei der Gesundheitsprüfung abgefragt?

Die Gesundheitsfragen der Berufsunfähigkeitsversicherungen beziehen sich normalerweise auf

  • den Zeitraum der letzten fünf Jahre bei ambulanten Behandlungen und
  • die vergangenen zehn Jahre bei stationären Klinikaufenthalten.

Erkrankungen, die länger zurückliegen, spielen für die Gesundheitsprüfung keine Rolle mehr.

Die Formulierung der Fragen ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Festgelegt ist jedoch, dass sie einfach mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sind. Auch inhaltlich klopfen alle Versicherungen in ihren Gesundheitsfragen die gleichen Bereiche und Themen ab:

Zu den einzelnen Punkten kann der Versicherer noch weitere Details verlangen, zum Beispiel die konkreten Krankheiten oder auch die Namen und Anschriften der Ärzte, die nähere Auskunft geben können.

Ist die Berufsunfähigkeits­versicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung eine Lösung?

Komplett auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet bei der Antragstellung kein Versicherer. Einige Unternehmen bieten jedoch Berufsunfähigkeitsversicherungen mit einer vereinfachten Gesundheitsprüfung an. Statt eines umfangreichen Fragebogens und möglichen Detailangaben, beantworten die Antragsteller nur wenige Fragen. Oder der Zeitraum umfasst nicht bei allen Punkten fünf Jahre, sondern nur drei oder auch nur ein Jahr.

Im Vergleich zu einer regulären Gesundheitsprüfung fällt dann manche Vorerkrankung für die Beitragsberechnung nicht mehr ins Gewicht. Personen, die ansonsten Zuschläge bezahlen müssen oder von der Versicherung abgelehnt werden, haben mit diesen Aktionsangeboten die Chance, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Bei näherem Hinsehen zeigen sich bei diesen Versicherungsverträgen jedoch auch Einschränkungen. Zum Teil sind diese Angebote zeitlich begrenzt und sie richten sich nur an eine ausgewählte Zielgruppe. So können Medizinstudenten von diesen Versicherungsaktionen profitieren, ebenso wie Schüler, Ingenieure oder Wirtschaftsinformatiker.

Begrenzt ist außerdem oftmals der Leistungsumfang. Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente darf dann maximal 1.000 Euro betragen. Oder es fehlen wichtige Bestandteile wie eine Beitragsdynamik oder eine Nachversicherungsgarantie.

Aktuelles zur Berufsunfähigkeits­versicherung

Welche Folgen hat es für die BU-Versicherung, wenn es Vorerkrankungen gibt?

Die Gesundheitsprüfung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ist für vor allem für Personen mit Vorerkrankungen unangenehm. Sie fürchten einen hohen Monatsbeitrag oder die Ablehnung vonseiten des Versicherers.

Doch auch mit Vorerkrankungen lässt sich eine BU-Versicherung abschließen. Und nicht jede Krankheit ist für die Anbieter ein Ausschlusskriterium. So sieht die Einschätzung der Gesundheitsangaben bei den Versicherungen oftmals aus:

Keine Einschrän­kungen des Tarifs Risikozuschlag auf Beiträge oder Ausschluss aus Versicherungs­schutz Ablehnung der BU-Versicherung
Verbreitete Beschwerden wie Migräne, Hämorrhoiden, Zahn­erkrankungen, Tierhaar­allergien Gesundheitliche Beschwerden wie Übergewicht und Bluthochdruck

Vorer­krankungen wie chronische Bronchitis, Bandscheiben­vorfall, Hörsturz oder Schuppen­flechte

Schwierige Krankheiten wie AIDS, Epilepsie, Multiple Sklerose, Bulimie, Krebs, schwere Fälle von Diabetes sowie psychische Krankheiten
Beliebte Sportarten wie Fußball, Wandern, Joggen, Schwimmen Riskante Sportarten wie regelmäßiges Fallschirm­springen, Bergsteigen im Hochgebirge Risiko-Hobbys wie Kickbox-Wettkämpfe, Motorrennen

Tipp: Eine Risikovoranfrage stellen

Wer dennoch Bedenken hat, dass er aufgrund von Vorerkrankungen horrende Beiträge zahlen muss oder keine Versicherung bekommt, sollte sich von einem erfahrenen Versicherungsexperten unterstützen lassen. Über ihn lässt sich eine unverbindliche Risikovoranfrage stellen.

Dabei werden keine persönlichen Daten wie Name oder Anschrift übermittelt, die sonst auf einer gemeinsamen Datenbank der Versicherer gelangen würden (HIS – Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherer). Auf einen späteren Versicherungsantrag wirkt sich die anonyme Voranfrage daher nicht aus.

Alternativen zu einer Berufsunfähigkeits­versicherung

Mit schweren Erkrankungen ist es schwer und nahezu unmöglich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Betroffene können sich dennoch im kleineren Rahmen finanziell absichern, wenn sie sich für eine alternative Absicherung entscheiden.

Versicherung der Arbeitskraft ist wichtig

Auch wenn Interessierte bei einem neuen Antrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht um eine Gesundheitsprüfung herumkommen, sollten sie diesen Schritt wagen. Vor allem, wenn sie auf ihr regelmäßiges Einkommen angewiesen sind.

Über eine Voranfrage lässt sich das Risiko und die Einschätzung des Gesundheitszustandes durch die Anbieter unverbindlich prüfen. Versicherungsberater helfen Interessierten gern weiter und unterstützen sie im Tarifdschungel der Berufsunfähigkeitsversicherungen.