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Ratgeber
Wie kann ich meine BU kündigen? Auf welche Punkte sollte ich dabei achten? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie hier.

Ist es vernünftig, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) stellt beim Verlust der Arbeitskraft die finanzielle Absicherung der betroffenen Person sicher. Sinnvoll ist die Kündigung der Versicherung daher nur in wenigen Fällen. Wer seine Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen möchte, kann dies unter Wahrung der Frist vornehmen. Allerdings zieht dies unangenehme Konsequenzen nach sich.

Arten der Kündigung bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten zu kündigen:

  • Ordentliche Kündigung
  • Sonderkündigung

Mit einer ordentlichen Kündigung wird die Berufsunfähigkeitsversicherung zum Ende des Versicherungsjahres unter Berücksichtigung der Mindestvertragslaufzeit aufgelöst. Die vertragliche Kündigungsfrist beträgt je nach Anbieter zwischen einem und drei Monaten. Zahlt der Kunde seine Versicherungsbeiträge nicht jährlich, sondern in Raten, kann er die Kündigung gegebenenfalls entsprechend der Kündigunsfrist vor der nächsten Prämienzahlung vornehmen.

Das Recht auf eine außerordentliche Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung beziehungsweise Sonderkündigung besteht dann, wenn die Versicherungsgesellschaft während der Vertragslaufzeit die Versicherungsbedingungen ändert. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn sich die Kosten der Berufsunfähigkeitsversicherung erhöhen, ohne dass sich die Leistungen verbessern. Für Verträge, die vor dem 24. Juni 1994 abgeschlossen wurden, gelten unter Umständen spezielle Bedingungen für die Kündigung der BU.

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen – Worauf müssen Versicherte achten?

Wer die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen will, muss sich an die Kündigungsfrist halten. Andernfalls ist die Kündigung nicht rechtskräftig und der Versicherungsvertrag wird fortgesetzt. Versicherungsnehmer sollten die Kündigung schriftlich und auf dem Postweg als Einschreiben mit Rückschein einreichen.

Ein Einschreiben kostet zwar etwas mehr als ein Standardbrief. Jedoch wird damit sichergestellt, dass das Kündigungsschreiben tatsächlich von der Versicherung entgegengenommen wird. Eine Alternative ist die Kündigung per Fax. Die Übermittlung per E-Mail ist in der Regel nicht ausreichend.

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen
Berufsunfähigkeitsversicherung: Kündigung gut überlegen.

Sonderfall: Kündigung der BUZ

Haben Verbraucher eine kombinierte Versicherung (BUZ) abgeschlossen, müssen sie mit einem komplizierteren Verfahren rechnen. Da die Absicherung bei Berufsunfähigkeit als Zusatz zu einer Hauptversicherung vereinbart wurde, ist auch diese von der Kündigung betroffen. Für eine BUZ in Kombination mit einer Lebensversicherung bedeutet dies beispielsweise, dass auch die Lebensversicherung aufgelöst wird. Für die Kündigung können außerdem spezielle Kündigungsfristen gelten, die sich nach den Bedingungen des Hauptvertrags richten.

Kann die Versicherung ihrerseits die BU kündigen?

Nicht nur der Versicherte, sondern auch der Versicherer hat das Recht, die Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen. Dies ist etwa der Fall, wenn sich der Versicherungsnehmer vertragswidrig verhält. Ein typisches Beispiel ist die Verletzung der Anzeigepflicht bei der Risikoprüfung. Wurden falsche Angaben bei den Gesundheitsfragen zu den Vorerkrankungen gemacht, kann der Anbieter das Vertragsverhältnis zu beenden. Die bereits erhaltenen Beiträge muss er dann nicht zurückzahlen. Die etwaige Auszahlung der BU-Rente wird gestoppt und erhaltene Leistungen müssen unter Umständen zurückgezahlt werden.

BU kündigen: Anderweitige Absicherung notwendig

Generell gilt: Die Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung ist nur unter Umständen empfehlenswert. Sind Versicherte nur für einen überschaubaren Zeitraum knapp bei Kasse, sollten sie zunächst versuchen, eine Beitragsfreistellung ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung zu erreichen. Dadurch wird die Zahlung der Prämien für eine gewisse Zeit ausgesetzt. Sobald sich die finanzielle Lage verbessert hat, können Versicherungsnehmer die Beitragszahlung wieder aufnehmen.

Versicherte haben auch die Möglichkeit, die Zahlung zinslos stunden zu lassen. Im Vergleich zur Freistellung gilt der Versicherungsschutz dann weiter. Die Beiträge müssen jedoch nachgezahlt werden.

Ist ein Kunde unzufrieden mit den Leistungen seines Versicherers oder reicht das Geld für die Versicherungsbeiträge langfristig nicht aus, sollte er einen kühlen Kopf bewahren und strategisch vorgehen. Da es sich bei der BU um einen existenziellen Schutz handelt, ist der vollständige Verzicht mit einem hohen finanziellen Risiko verbunden. Schließlich sind die Ursachen für Berufsunfähigkeit vielfältig. Berufseinsteiger besitzen zum Beispiel eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit, in ihrem Leben davon betroffen zu werden. Bei Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung sollte es daher andere finanzielle Sicherheiten geben, über die Verbraucher im Ernstfall abgesichert sind.

Berufsunfähigkeitsversicherung wechseln

Beim Wechsel des Versicherers ist es nicht ratsam, die bisherige BU sofort zu kündigen. Stattdessen ist die folgende Reihenfolge sinnvoll:

Schritte Vorgehen
Passende BU finden Mithilfe eines Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleichs oder eines persönliches Angebots einen Tarif mit attraktiven Versicherungsbedingungen, günstigen Beiträgen und guten Leistungen finden.
Anfrage stellen Antrag beim neuen Versicherer stellen. Mit fortschreitendem Alter nehmen die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu, sodass sich diese ungünstig auf die notwendige Risikoprüfung auswirken. Wird der Kunde aufgrund der Gesundheitsfragen abgelehnt, läuft er nicht Gefahr, völlig ohne Schutz auskommen zu müssen, wenn die alte Berufsunfähigkeitsversicherung noch nicht gekündigt ist.
Zusage erhalten Auf Zusage des neuen Anbieters warten und nach Erhalt die alte Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen.

Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen = Geld zurück?

Mit der Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung wird die Police durch die Gesellschaft oft in eine beitragsfreie BU umgewandelt. Bedingung ist, dass bereits ein bestimmter Mindestbetrag an Prämien eingezahlt wurde. Die monatliche BU-Rente reduziert sich dadurch jedoch deutlich.

Einige Tarife sehen in den Versicherungsbedingungen vor, dass der Kunde nach der Kündigung seiner BU einen Teil der Beiträge zurückerhält. Dieser Service schlägt sich allerdings in erhöhten Beitragszahlungen nieder.

Langfristige Konsequenzen der Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Versicherungsnehmer sollten sich vor der Kündigung der Berufsunfähigkeitsversicherung darüber im Klaren sein, dass sie unter Umständen nie wieder einen Schutz gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit erhalten. Denn mit steigendem Alter wächst das Risiko, auf Basis der Gesundheitsfragen von einer Versicherungsgesellschaft abgelehnt zu werden.

In jedem Fall müssen Wechsler durch ihr höheres Beitrittsalter mit einer Beitragserhöhung bei gleichbleibenden Leistungen rechnen. Je nach Gesundheitszustand sind auch Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse zu erwarten.

Eine Kündigung und der Wechsel der Berufsunfähigkeitsversicherung lohnen sich nur dann, wenn die neue Versicherung geringfügig mehr kostet oder wesentlich bessere Leistungen bietet. Dazu zählt beispielsweise der Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung. Welche Versicherer die persönlich beste Berufsunfähigkeitsversicherung bieten, erfahren Interessierte mit einem individuellen, unverbindlichen Angebot.