Schiffsfonds

Besser in Alternativen investieren.

  • Steuerliche Vorteile für Anleger
  • Vorsicht vor hohen Haftungsrisiken
  • Besser andere Geldanlagen bevorzugen

Bis

5.000 Euro anlegen

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Schiffsfonds: Ihre Zeit ist vorbei

Schiffsfonds zählen zu den geschlossenen Fonds und damit zum grauen Kapitalmarkt. Anlegern ist es mit dieser Form der Geldanlage möglich, an einer Schifffahrtsgesellschaft teilzuhaben und über diese eine Schiffsbeteiligung einzugehen. Der Fonds dient dem Zweck, ein oder mehrere Schiffe zu kaufen beziehungsweise zu bauen. Empfehlenswert sind sie in der Regel nicht.

Weitere Themen

Beteiligung an einer Schifffahrtsgesellschaft: Wie funktioniert das?

Während des Platzierungszeitraumes erwerben Kapitalanleger Anteile an einem Schiffsfonds. Ist die vorgesehene Eigenkapitalquote erreicht, wird der Fonds geschlossen und weitere Platzierungen sind nicht mehr möglich.

Die Beteiligung der Kapitalanleger erfolgt oftmals in Form von Kommanditisten an einer GmbH & Co. KG. Das hat zwar einen steuerlichen Vorteil bei den Erträgen aus den Schiffsbeteiligungen. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass Anleger Teilhaber des Schiffs werden und somit ein größeres unternehmerisches Risiko tragen.

In der Regel werden für den Bau oder Kauf eines Schiffes zwischen 30 bis 40 Prozent an Eigenkapital eingebracht – der restliche Investitionsbedarf wird über ein Schiffs-Hypothekendarlehen bei einer Bank gedeckt.

Verbraucher können sich über Schiffsfonds an verschiedenen Fonds beteiligen:

  • Containerschiffe
  • Flottenfonds
  • Kreuzfahrtschiffe
  • Tanker
  • Megaboxer
  • Bulker
  • Weitere Formen wie Kühlschiffe

Über die laufenden Chartereinnahmen wird der Kredit inklusive Zinsen zurückgeführt, bis das Schiff der Schifffahrtsgesellschaft und damit auch denjenigen gehört, die das Kapital in den Schiffsfonds eingebracht haben. Jeweils im Verhältnis zur Größe der Anteile werden die Ausschüttungen aus den Betriebsüberschüssen an die einzelnen Teilhaber vorgenommen. Endet die Laufzeit des Schiffsfonds, wird das Schiff verkauft. Die Erlöse werden wiederum gemäß Anteilsgröße an die Anteilseigner ausbezahlt.

Langer Anlagehorizont bei Schiffsfonds: Vertragsdetails genau prüfen

Der Anlagezeitraum erstreckt sich bei Schiffsfonds in der Regel über 10 bis 25 Jahre. In dieser Zeit trägt der Investor die Chancen und Risiken der Anlage. Ein Anspruch auf Kapitalverzinsung besteht bei Schiffsfonds nicht. Somit sind attraktive Renditen ebenso möglich wie ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die meisten Verträge regeln, dass Fonds-Anteilseigner keinen Einfluss auf die unternehmerischen Entscheidungen ausüben können.

Einen Schiffsfonds kann jeder auflegen – bestimmte gesetzliche Vorgaben bestehen diesbezüglich nicht. Insofern ist es umso wichtiger, die Details der Geldanlage genau zu prüfen. Beteiligungsansprüche und Rechte der Anleger sind im Gesellschaftsvertrag festgehalten. Darüber hinaus gibt es einen Emissionsprospekt, das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft wird und als verbindlich gilt.

Wichtig:

Die BaFin prüft nur, ob das Prospekt den gesetzlichen Vorgaben entspricht, nicht aber die Seriosität und die Solvenz des Emittenten.

Aktuelles zur Geldanlage

Welche Risiken haben Schiffsfonds?

Das Risiko von Schiffsfonds ist verhältnismäßig hoch. Deshalb sollten Anleger stets nur einen geringen Anteil ihres Anlageportfolios über einen Schiffsfonds abdecken. Generell gilt, dass sie nur Gelder investieren sollten, auf die sie notfalls auch verzichten können.

Schiffsfonds in der Kritik: Für Kleinanleger ungeeignet?

Fondskäufer erhalten jährliche Gewinnausschüttungen aus den erwirtschafteten Umsätzen und Geld bei der Auszahlung des Fonds. Allerdings werden Anleger über ihre Anteile auch zu Miteigentümern und tragen damit das volle unternehmerische Risiko. Dies führt unter anderem dazu, dass Anleger Nachschusszahlungen leisten oder sogar Ausschüttungen zurückzahlen müssen.

Studien aus der Vergangenheit verdeutlichen das Risiko: So haben Analysten der Deutschen Fonds Research (DFR) 2013 knapp 900 Schiffsfonds untersucht und kamen zu einem niederschmetternden Ergebnis. Seit Beginn der Finanzkrise mussten 271 Fonds mit insgesamt 353 Schiffen verkauft werden. Dies entspricht dem Verlust von 3,9 Milliarden Euro Anlagekapital.

Der Blick auf die übrigen 622 Schiffsfonds beruhigte damals wenig. Nur 20 Prozent davon waren weder in einer Sanierung noch gefährdet oder sogar schon in der Insolvenz.

Schuld daran war das Überangebot an Schiffen. Dieses führte dazu, dass schon zum Zeitpunkt der Studie 30 Prozent der Schiffe nicht kostendeckend fuhren.

In Schiffsfonds investieren? Besser Alternativen prüfen

Bei der Kapitalanlage sind Interessierte oft auf hohe Renditen aus. Diese gibt es in der Regel nicht ohne Risiko. Insbesondere bei Schiffsfonds sollten sich Anleger sehr genau mit diesen beschäftigen. Viele Investoren haben in der Vergangenheit mit Schiffsbeteiligungen Geld verloren, statt ein Polster für ihre Altersvorsorge anzusparen.

Bei einem ähnlich langen Anlagezeitraum zeigen sich beispielsweise Aktienfonds und ETFs krisenfester. Verbraucher sollten sich daher zu verschiedenen Optionen ihrer Geldanlagestrategie informieren, um eine geeignete Anlage zu finden.