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Redaktionsleitung

Zuschuss der Krankenkasse bei Zahnersatz steigt im Oktober 2020

Für die meisten Bürgerinnen und Bürger ist der Zahnarzt ein leidliches Thema. Schmerzen die Zähne, ist der Besuch oftmals nicht nur unangenehm. Auch die Zahnarztkosten, die für Zahnersatz und Co. fällig werden, hinterlassen einen bitteren Nachgeschmack. Ab Oktober 2020 werden Kassenpatienten zumindest etwas entlastet: Der Festzuschuss steigt um zehn Prozent.

  • Ab 1. Oktober 2020 zahlt die Krankenkasse einen 60-prozentigen Zuschuss bei Zahnarztbehandlungen.
  • Mit dem Bonusheft wächst der Anteil der Kasse sogar auf 75 Prozent.

15 Jahre nach Einführung des Festzuschusssystems in der gesetzlichen Krankenversicherung können sich Kassenpatienten auf höhere Zahnarztleistungen einstellen. Im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes steigt der Zuschuss der Krankenkasse ab Oktober 2020 von 50 auf 60 Prozent. Wer mit dem Bonusheft nachweisen kann, regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt wahrgenommen zu haben, kann künftig bis zu 75 statt bisher 70 Prozent Zuschuss erhalten.

Zahnarztbehandlung: Eigenanteil reduziert auf bis zu 25 Prozent

Der Gemeinsame Bundesausschuss sieht für jeden Befund beim Zahnarzt eine Standardbehandlung vor. Auf diese bezieht sich die Höhe des Festzuschusses. Bei einer „zahnbegrenzten Lücke mit einem fehlenden Zahn“ kostet die Regelversorgung beispielsweise 726,92 Euro. Bis September 2020 übernimmt die Krankenkasse davon 50 Prozent. Ab 1. Oktober 2020 steigt der Zuschuss von 363,46 Euro auf 436,15 Euro (60 Prozent).

Tipp:

Trotz des höheres Zuschusses zahlen Patienten in diesem noch immer fast 300 Euro aus der eigenen Tasche. Je nach Behandlung und Extrawünschen wie hochwertiger Zahnersatz aus Keramik summieren sich die Zahnarztkosten deutlich. Dagegen hilft allerdings eine Zahnzusatzversicherung. Je nach Tarif übernimmt diese bis zu 100 Prozent des Eigenanteils. Wichtig ist, dass die Versicherung abgeschlossen wird, ehe der Zahnarzt Behandlungsbedarf festgestellt hat.

Der Festzuschuss erhöht sich bei gepflegtem Bonusheft wie folgt:

  • 5 Jahre lückenlos: 528,38 Euro (70 Prozent)
  • 10 Jahre lückenlos: 567,00 Euro (75 Prozent)

Entscheiden sich Kassenpatienten für eine andere Behandlung als die Regelversorgung, bleibt der Festzuschuss gleich hoch. Gerade wenn sich gesetzlich Krankenversicherte nicht irgendeinen Zahnersatz wünschen, wird die Behandlung für sie wesentlich teurer.

Härtefallregelung beim Festzuschuss

Sind Kassenpatienten auf Hartz-IV, Sozialhilfe oder Grundsicherung angewiesen, gilt für sie eine Härtefallregelung. Sie haben dadurch Anspruch auf eine 100-prozentige Kostenerstattung der Regelversorgung. Gleiches gilt für Personen mit einem geringen Bruttoeinkommen. 2020 liegt die Härtefall-Schwelle bei 1.274 Euro monatlich.

Überschreiten Verbraucher die Grenze nur leicht, haben sie dank der gleitenden Härtefallregelung noch immer die Chance auf einen höheren Festzuschuss. Verdienen sie beispielsweise 1.320 Euro brutto, liegen sie lediglich 46 Euro über der Einkommensgrenze. Diese Differenz wird verdreifacht, um die zumutbare Belastung zu ermitteln (138 Euro). Die Krankenkasse zahlt nun einen zusätzlichen Zuschuss für die Summe, die über diesen Betrag hinausgeht.

Beim oben genannten Beispiel des fehlenden Zahns und der Regelversorgung in Höhe von rund 727 Euro bleiben bei einem regulären 60-prozentigen Festzuschuss circa 290 Euro als Eigenteil. Abzüglich der zumutbaren Belastung von 138 Euro zahlt die Kasse weitere 152 Euro aus.

Achtung:

Beim Härtefall muss die Krankenkasse die Behandlung in der Regel zunächst genehmigen. Der Antrag ist somit vor der Behandlung zu stellen. Bei der gleitenden Grenze können Patienten den zusätzlichen Zuschuss erst nach Ende der Zahnarztbehandlung beantragen.

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