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Das müssen Eltern über das Kindergeld wissen

AnspruchHöheAuszahlungFreibetrag

Für Eltern gibt es im Leben nichts Wichtigeres als ihre Kinder. Doch neben all den schönen Momenten, die der Nachwuchs ihnen schenkt, kosten Kinder auch eine Menge Geld. Um Familien finanziell zu entlasten, gibt es vom Staat das Kindergeld. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Sozialleistung, sondern um eine Steuervergütung, die das Existenzminimum der Kinder sichern soll. 

Wann besteht Anspruch auf Kindergeld?

Wer bekommt Kindergeld?

Der Anspruch auf Kindergeld besteht mit der Geburt des ersten Kindes, wobei Eltern das Kindergeld beantragen müssen. Es wird nicht automatisch ausgezahlt. Zusätzlich müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Kinder müssen im Haushalt der Eltern oder Erziehungsberechtigten (zum Beispiel Adoptiv- Stief-, Pflege- oder Großeltern) aufgenommen sein.
  • Eltern haben ihren Wohnsitz beziehungsweise gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland.
  • Erziehungsberechtigte, die nicht in Deutschland wohnhaft sind, sind hierzulande unbeschränkt steuerpflichtig.

Vollwaisen und Kinder, die den Aufenthaltsort ihrer Erziehungsberechtigten nicht kennen, können die Unterstützung für sich selbst beantragen.

Wie stellen Eltern den Kindergeldantrag?

Möchten Eltern ihren Anspruch auf Kindergeld geltend machen, müssen sie den Kindergeldantrag bei der zuständigen Familienkasse einreichen. Beamte und Mitarbeiter im öffentlichen Dienst beantragen die Leistung dagegen bei ihrem Dienstherrn beziehungsweise der Vergütungsstelle.

Für den Kindergeldantrag stellen die zuständigen Familienkassen ein entsprechendes Formular zur Verfügung. Der Antrag muss zwar nicht zwingend schriftlich ausgefüllt, aber handschriftlich unterschrieben werden.

Das Kindergeld wird für jeden Monat gezahlt, in dem für mindestens einen Tag die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Wenn das Kind am 31. Januar geboren wurde, besteht für den Januar der Anspruch auf die volle Unterstützung. Um den Betrag auch ausgezahlt zu bekommen, sind folgende Unterlagen beziehungsweise Angaben notwendig:

Geburtsurkunde des Kindes
Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID des Kindes und der Eltern)
Bei volljährigen Kindern: Schul-, Ausbildungs- oder Immatrikulationsbescheinigung

 

Rückwirkender Kindergeldantrag

Wer es versäumt hat, das Kindergeld rechtzeitig zu beantragen, kann mit einem rückwirkenden Kindergeldantrag die Auszahlung für die vergangenen sechs Monate erhalten.

Wie lange gibt es Kindergeld?

Grundsätzlich gibt es das Kindergeld vom Monat der Geburt bis zum Ende des 18. Lebensjahres. Dennoch kann es unter bestimmten Voraussetzungen bis zum Abschluss des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Dafür muss sich der Nachwuchs jedoch noch in einer Ausbildung befinden oder arbeitslos sein. Diese Altersgrenzen gelten dabei:

  • Für alle Kinder: Bis zum vollendeten 18. Lebensjahr
  • Für arbeitslose Kinder: Bis zum vollendeten 21. Lebensjahr
  • Für Kinder in Ausbildung: Bis zum vollendeten 25. Lebensjahr

Als Ausbildung gelten sowohl Berufsausbildung als auch Studium. Kann das Kind aufgrund eines fehlenden Ausbildungsplatzes seine Tätigkeit nicht aufnehmen oder fortsetzen, gelten dennoch die Regeln für Kinder in Ausbildung. Das gilt, wenn sich der Nachwuchs nachweislich um einen Ausbildungs- beziehungsweise Studienplatz beworben hat.

Hat der Nachwuchs bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen, besteht der Kindergeldanspruch nur, wenn das Kind keiner beruflichen Tätigkeit mit mehr als 20 Stunden regelmäßiger Arbeitszeit pro Woche nachgeht.

Wer hat nach einer Trennung Anspruch auf Kindergeld?

Laut gesetzlichen Bestimmungen darf die Familienkasse beziehungsweise der Dienstherr das Kindergeld nur an den Elternteil auszahlen, bei dem das Kind nach der Trennung dauerhaft wohnt. Ein Umzug des Kindes muss umgehend dem Leistungsträger mitgeteilt werden. Ansonsten kann das ausgezahlte Kindergeld von der zuständigen Behörde zurückgefordert werden.

Haben EU-Ausländer Anspruch auf Kindergeld?

EU-Ausländer, die in Deutschland leben, haben unbeschränkt Anspruch auf Kindergeld. Für sie gelten die gleichen Voraussetzungen wie für deutsche Eltern. Hierzulande lebende Bürger aus dem Nicht-EU-Ausland benötigen eine Niederlassungserlaubnis oder einen anderweitigen Aufenthaltstitel. Die Regelungen sind umstritten, da dem deutschen Staat durch Missbrauch ebendieser Sozialkosten von mehreren hundert Millionen Euro endstanden sind.

 

Alle Leistungen für Familien nutzen

Neben Kindergeld haben junge Familien für die Zeit nach der Geburt Anspruch auf Elterngeld. Die Höhe hängt vom Einkommen und der Anzahl der Kinder ab. Mit wie viel Eltern rechnen können, zeigt ein Blick auf den kostenlosen Elterngeldrechner.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Das Kindergeld in Deutschland orientiert sich am Existenzminimum der Kinder und dient daher der Grundversorgung. Dabei gibt es eine Staffelung des Kindergelds, die sich an der Anzahl der Kinder bemisst. Um den steigenden Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen, gibt es regelmäßig mehr Unterstützung vom Staat. Die nächste Anhebung wird zum 1. Juli 2021 wirksam. Bis dahin gelten folgende Beträge:

Kindergeld seit 1. Juli 2019

Anzahl Kinder Höhe Kindergeld pro Monat
1. und 2. Kind 204 Euro
3. Kind 210 Euro
4. und jedes weitere Kind 235 Euro

Kindergeld ab 2021 (geplant)

Anzahl Kinder Höhe Kindergeld pro Monat
1. und 2. Kind 229 Euro
3. Kind 235 Euro
4. und jedes weitere Kind 260 Euro

Das Kindergeld wird monatlich von der Familienkasse der zuständigen Agentur für Arbeit ausbezahlt. Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst bekommen die Unterstützung vom Dienstherrn oder dem jeweiligen Arbeitgeber. Lebt das Kind mit beiden Eltern zusammen, bestimmen diese, welcher von ihnen das Kindergeld erhält.

Kinderzuschlag richtet sich an Familien mit wenig Geld

Was ist der Kinderzuschlag?

Der Kinderzuschlag ist eine Ergänzung zum Kindergeld für Familien mit geringem Einkommen. Er wird zusammen mit dem Kindergeld ausbezahlt. Diese Voraussetzungen müssen Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigte erfüllen, um den Kinderzuschlag zu erhalten:

  • Bezug von Kindergeld oder vergleichbarer Leistung
  • Bruttoeinkommen beträgt mindestens 900 Euro bei Elternpaaren beziehungsweise 600 Euro pro Monat bei Alleinerziehenden
  • Bruttoeinkommen übersteigt Höchsteinkommensgrenze nicht (setzt sich aus Regelbedarf der Eltern nach Sozialgesetzbuch II, anteilig konkreten Wohnkosten und Gesamtkinderzuschlag zusammen)
  • Mit Einkommen plus Kinderzuschlag besteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld II und Sozialgeld mehr

Der Kinderzuschlag wird für Kinder gezahlt, die unter 25 Jahre alt sowie unverheiratet sind und noch im Haushalt der Eltern leben. Das Elternteil, welches das Kindergeld bezieht, erhält auch den Kinderzuschlag.

Maximal erhalten Eltern 170 Euro pro Monat und Kind. Der tatsächliche Betrag hängt vom Einkommen und Vermögen der Eltern sowie der Kinder ab. Üblicherweise wird der Kinderzuschlag für sechs Monate gewährt. Er wird ab dem Monat der Antragstellung, jedoch nicht rückwirkend ausgezahlt. Die Überweisung von Kindergeld und Kinderzuschlag erfolgt am gleichen Tag.

 

Wo wird der Kinderzuschlag beantragt?

Erfüllen Eltern die Voraussetzungen für den Kinderzuschlag, können sie das Antragsformular der Familienkasse ausfüllen. Daneben müssen Verdienstbescheinigungen sowie Erklärungen zum Vermögen und den Unterkunftskosten eingereicht werden. Den Antrag geben die Eltern handschriftlich unterschrieben bei der Familienkasse ab.

Wann wird das Kindergeld gezahlt?

Für die Auszahlung des Kindergeld und des Kinderzuschlags gelten feste Termine. Diese hängen von der Endziffer der persönlichen Kindergeldnummer ab. Nachfolgend sind die Auszahlungstermine für das Kindergeld 2019 aufgelistet:

Endziffer  
0

4. Januar
5. Februar
5. März
3. April
6. Mai
5. Juni
4. Juli
5. August
4. September
4. Oktober
6. November
4. Dezember

1

6. Februar
6. März
4. April
7. Mai
6. Juni
5. Juli
6. August
6. September
7. Oktober
7. November
5. Dezember

2

7. Februar
7. März
5. April
8. Mai
7. Juni
8. Juli
7. August
6. September
6. Oktober
8. November
6. Dezember

3

8. Februar
8. März
8. April
9. Mai
11. Juni
9. Juli
8. August
9. September
10. Oktober
11. November
9. Dezember

4

11. Februar
12. März
10. April
14. Mai
12. Juni
10. Juli
9. August
11. September
11. Oktober
11. November
10. Dezember

Endziffer  
5

12. Februar
13. März
11. April
15. Mai
13. Juni
11. Juli
12. August
12. September
14. Oktober
13. November
11. Dezember

6

13. Februar
14. März
12. April
16. Mai
14. Juni
12. Juli
14. August
13. September
16. Oktober
14. November
12. Dezember

7

14. Februar
15. März
16. April
17. Mai
17. Juni
15. Juli
15. August
16. September
17. Oktober
15. November
13. Dezember

8

15. Februar
18. März
17. April
20. Mai
18. Juni
16. Juli
16. August
19. September
18. Oktober
18. November
16. Dezember

9

20. Februar
19. März
18. April
23. Mai
21. Juni
17. Juli
19. August
20. September
21. Oktober
19. November
17. Dezember

Wie wird das Kindergeld in der Steuererklärung vermerkt?

Eltern müssen das Kindergeld in der Steuererklärung angeben. Dafür gibt in der Anlage Kind die entsprechenden Eingabefelder. In der Anlage müssen auch weitere Aufwendungen und Kosten, die durch den Nachwuchs entstehen, vermerkt werden. Kinder, die die staatliche Unterstützung selbst beziehen, müssen diese in der Steuererklärung nur angeben, wenn sie ein steuerpflichtiges Einkommen beziehen.

Was lohnt sich mehr: Kindergeld oder Kinderfreibetrag?

Beim Kindergeld handelt es sich um einen Steuervorteil für Eltern, der durch eine Vorauszahlung wirksam wird. Eine andere Möglichkeit, Familien steuerlich zu entlasten, ist der Kinderfreibetrag. Anders als das Kindergeld wird er nicht direkt ausgezahlt, sondern nachträglich vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. Auch der Kinderfreibetrag soll den Grundbedarf des Kindes decken.

Geben Eltern ihre Steuererklärung ab, prüft das Finanzamt automatisch, ob das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag lohnender sind. Der Freibetrag wirkt sich auf die Berechnung der Einkommenssteuer positiv aus. Für den Anspruch auf den Kinderfreibetrag gelten die gleichen Regelungen wie beim Kindergeld.

Wie hoch ist der Kinderfreibetrag aktuell?

Ähnlich wie das Kindergeld wird der Kinderfreibetrag regelmäßig angehoben. Eltern, die das Kind gemeinsam aufziehen, können 2019 7.620 Euro steuerlich geltend machen. Davon sind 2.640 Euro für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf vorgesehen und 4.980 Euro für das sächliche Existenzminimum des Kindes.

Anders als beim Kindergeld wird der Kinderfreibetrag nicht einem Elternteil angerechnet, sondern zur Hälfte auf beide Erziehungsberechtigte aufgeteilt. Jedoch wird auf Antrag der eigene Anteil auch auf den Elternteil übertragen, sodass diesem die vollen 7.620 Euro angerechnet werden.