2 Frauen reichen sich ein Seil
Jenny Gebel
Jenny Gebel

Online-Redakteurin

Brust-OPs: Wie viel kosten sie und wann zahlt die Krankenversicherung?

Brust-OPs gehören zu den häufigsten Eingriffen in der plastischen Chirurgie. Zugleich gibt es rund um den Eingriff viele Vorurteile, denn viele denken an ein unnatürliches Schönheitsideal. Dabei sind Brustverkleinerungen oder -vergrößerungen aus ärztlicher Sicht mitunter auch eine Empfehlung. In diesen Fällen kommt die Krankenversicherung für die Brust-OP Kosten auf.

Ob zu klein, zu groß oder auch zu schlaff: viele Frauen hadern mit dem eigenen Körper und oft ist es die Oberweite, die sie stets mit kritischem Blick betrachten. Wenn der Leidensdruck zu groß wird, liegt der Gedanke an eine Brust-OP sehr nahe. Dann stellt sich oft die Frage nach den Kosten für die Operation. Falls medizinische Gründe für die Operation sprechen, müssen die Ersparnisse nicht angetastet werden. Dann erstattet die Krankenversicherung das Geld für die Brust-OP. Daher ist es ratsam, sich sorgfältig über diese Möglichkeiten zu informieren.

Inhaltsverzeichnis

Was kostet eine Brust-OP?

Brust-OPs, insbesondere die Brustvergrößerung, gehören laut einer Patientenbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) zu den Eingriffen, die am häufigsten durchgeführt wurden. Zuletzt stieg die Nachfrage.

Dabei sind diese Operationen nicht unbedingt günstig. Die Kosten für eine Brust-OP liegen zwischen 4.000 Euro und 8.000 Euro. Genauere Angaben lassen sich kaum machen, denn es gibt viele Faktoren, die den Gesamtpreis beeinflussen.

Die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernehmen die Kosten für eine Brust-OP jedoch nur dann, wenn die Operation medizinisch notwendig ist. Mit einem Antrag fragen die Patienten bei ihrer Krankenversicherung die Erstattung im Vorfeld an.

Wer privat krankenversichert ist, profitiert dann von der freien Arztwahl, die es möglich macht, sich in Privatkliniken bei einem Facharzt für ästhetische Chirurgie behandeln zu lassen. Bei der Absprache zur Kostenübernahme sollte die Patientin überzeugend belegen, dass die Brust-OP nicht nur reinen Schönheitszwecken dient, sondern auch Rückenschmerzen oder Haltungsschäden lindert. Damit ist auch eine medizinische Notwendigkeit gegeben und die Chancen stehen gut, dass die PKV diese Behandlungskosten anteilig übernimmt.

Welche Arten der Brust-OP gibt es?

Die Höhe der Kosten hängt unter anderem stark von der Art der Operation und dem jeweiligen Eingriff ab. Im Wesentlichen unterscheiden die Ärzte drei Arten der Brust-OP:

Brust-OP-Art Brust­vergrößerung

(Mamma-Augmentation)

Brust­verkleinerung

(Mamma-Reduktion)

Brust­straffung

(Mastopexie)

Zweck des Eingriffs Chirur­gischer Eingriff mit dem Ziel, das Volumen der Brust zu vergrößern und ihr eine natürliche Form zu geben Entfernung von Haut, Fettgewebe und Drüsen und Formung von kleineren Brüsten Erschlaffte, hängende Brüste straffen und neu formen
Besonder­heit Auswahl aus verschiedenen Formen von Silikon-Implantaten Auswahl aus verschiedenen Schnitt­techniken, um möglichst wenige Narben zu bilden Auswahl an Techniken zur Gestaltung der natürlichen Brustform, oft in Kombination mit Verkleinerung oder Implantat-Füllung
Dauer etwa 1 bis 2 Stunden 2 bis 2,5 Stunden 1,5 bis 3 Stunden
Kosten zwischen 4.000 und 7.000 Euro zwischen 4.500 Euro und 7.500 Euro zwischen 5.000 Euro und 8.000 Euro

Tabellenunterschrift: Übersicht über die wichtigsten Arten der Brust-OPs

Bei einer Amputation im Zuge einer Brustkrebs-Behandlung können sich die betroffenen Frauen für eine Brustrekonstruktion entscheiden. Mit verschiedenen Methoden wie Silikonimplantaten oder Eigengewebe wird die Brust wieder aufgebaut. Sowohl die gesetzlichen Krankenkassen als auch die privaten Krankenversicherungen übernehmen die kompletten Kosten für diese Brust-OPs, wenn die gängigen Operationstechniken zum Einsatz kommen.

Die Kosten für eine Brustverkleinerung werden am häufigsten von der Krankenversicherung übernommen. Das Geld für eine Brustvergrößerung wird nur in Ausnahmefällen erstattet, zum Beispiel beim Brustaufbau nach Erkrankungen. Die Bruststraffung gilt im Allgemeinen als ästhetische OP und wird daher nur sehr selten von den Versicherern unterstützt.

Brust-OP-Kosten: So setzen sich die Preise zusammen

Die große Preisspanne bei den Kosten ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Dazu zählen unter anderem folgende Punkte:

  • Beratung und Voruntersuchung
  • Art der Brust-OP: Vergrößerung, Rekonstruktion, Verkleinerung oder Straffung
  • Dauer des Eingriffs
  • Materialkosten und gegebenenfalls der Größe des Implantats
  • Personal (Arzthonorar)
  • Nachsorgeuntersuchungen

Übrigens: Brustverkleinerungen gibt es auch für Männer

Dieser Eingriff wird als Gynäkomastie bezeichnet und hat fast immer medizinische Gründe. So kann das starke Wachstum des Brustgewebes auf Nieren- oder Lebererkrankungen zurückzuführen sein, aber auch den übermäßigen Gebrauch von Anabolika sowie Brustkrebs.

Gründe für eine Brust-Operation

Bei Brust-OPs denken viele zuerst an Schönheitsoperationen, verbunden mit dem Wunsch vieler Frauen, einem Idealbild zu entsprechen. Dabei gibt es vielfältige Gründe, weshalb sich Frauen für eine Operation der Brüste interessieren.

Bei einigen dieser Beweggründe ist es schwer zu entscheiden, ob der Eingriff eine Erkrankung oder eine psychische Belastung heilt oder ob es sich um eine rein kosmetische OP handelt, um dem eigenen Schönheitsideal näher zu kommen.

Jeder Operation geht ein intensives Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patientin voraus. Dabei klären sie auch, wie die Chancen stehen, dass die Krankenversicherung die Kosten für die Brust-OP erstattet. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist die medizinische Notwendigkeit der Behandlung. Folgende Gründe können für einen solchen Eingriff sprechen:

  • Angeborene Bindegewebsschwäche
  • Erhebliche Größenunterschiede der Brüste
  • Deformation der Brust nach Unfall oder Krankheit
  • Ekzeme in den Hautfalten
  • Haltungsschäden
  • Chronische Schmerzen im Rücken, Halswirbelsäule und Schultern
  • Brustamputation

Darüber hinaus erwarten die Krankenversicherungen, dass die Patientin zuvor alternative Möglichkeiten ohne OP wie Physiotherapie, Sportkurse und – bei Brustverkleinerung – Programme zur Gewichtsreduktion genutzt hat.

Nachsorge: Wer zahlt die Folgekosten einer Brust-OP?

Jede Operation bringt Risiken mit sich. Die Nachsorge ist daher ein Bestandteil der Kosten, den Patientinnen bei der Planung im Voraus bedenken sollten. Vor allem bei einer Brustvergrößerung kann es aufgrund der eingesetzten Implantate im Nachhinein zu Komplikationen kommen, die weitere Untersuchungen oder operative Eingriffe erfordern.

Bei allen gängigen Brust-OPs ist für die Heilung ist ein spezieller Kompressions-BH nötig, den die Patientin in den nächsten zwei Monaten tragen sollte. Es kann bis zu drei Wochen dauern, ehe sie wieder gesellschaftsfähig ist und zur Arbeit gehen kann.

Beschwerden, die nach der Brust-OP auftreten können, sind:

Damit Patienten nicht im Nachhinein von hohen Brust-OP-Kosten überrascht werden, sollten sie unbedingt vorher mit ihrer Krankenversicherung Kontakt aufnehmen und genau absprechen, welche Kosten diese übernehmen.

Wichtig: Seit April 2007 müssen die gesetzlichen Krankenkassen nicht mehr komplett für die Kosten der Folgebehandlung aufkommen, wenn die Brust-OP keinen medizinischen Grund hatte. Laut SGB V §52 können sie den Versicherten in angemessener Höhe an den Kosten beteiligen.

Bei privat Krankenversicherten entscheidet der Einzelfall und das jeweilige Leistungspaket. Sie sollten daher auch im Voraus mit dem Arzt einen genauen Kostenvoranschlag besprechen.