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Jenny Gebel
Jenny Gebel

Online-Redakteurin

Abnehmen mit Magenballon: Wichtiges zu Kosten, Operation und Nachsorge

Ein Magenballon ist eine Methode der Magenverkleinerung, die ohne großen OP-Aufwand auskommt. Außerdem lässt sie sich wieder rückgängig machen. Die Kosten für einen Magenballon gehören nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen. Für Betroffene lohnt es sich dennoch, sich bei der Krankenversicherung zu informieren, denn im Einzelfall erhalten Patienten das Geld erstattet.

Der Magenballon ist ein kleiner Ball aus Silikon oder Kunststoff. Gefüllt wird er mit Luft oder mit einer Kochsalzlösung. Er wird im Magen platziert und sorgt dort für ein früheres Sättigungsgefühl. Diese Maßnahme soll übergewichtigen Patienten helfen, sich an kleinere Portionen beim Essen zu gewöhnen. Der Ballon ergänzt damit eine Therapie des Essverhaltens.

Der kleine Ball wird mit einem einfachen Eingriff im Magen platziert. Für den Erfolg dieser Operation des Verdauungssystems spielt die Nachsorge inklusive Ernährungsumstellung eine wichtige Rolle.

Inhaltsverzeichnis

Welche Kosten entstehen bei einer Magenballon-OP?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um das Volumen des Magens zu verkleinern. Der Magenballon ist eine Methode, die ohne Skalpell und Schnitt auskommt. Stattdessen wird der Ballon bei einer Magenspiegelung in das Verdauungsorgan eingesetzt.

Die Kosten für die Magenballon-OP liegen etwa zwischen 2.500 Euro und 4.000 Euro und sind damit im Vergleich zu Operationen für Magenband oder Magenbypass relativ gering.

Die Kostenspanne ist auf die verschiedenen Begleitumstände zurückzuführen, die für den medizinischen Eingriff eine Rolle spielen. Dazu gehören:

  • Dauer des Eingriffs
  • Narkoseart
  • Arzthonorar
  • Klinikausstattung
  • Nachsorge
  • Begleitprozess beim Gewichtreduzieren
  • Entfernung des Magenballons

Für die reine Basistherapie, also nur das Einsetzen und das Entfernen des Magenballons, belaufen sich die Kosten auf etwa 2.500 Euro bis 3.000 Euro.

Die Nachsorge und ein Begleitprogramm mit Ernährungsplan, sportlichen Einheiten und stetiger Erfolgskontrolle kommen als hoher Kostenfaktor hinzu. Die umfangreiche Betreuung sorgt für Sicherheit nach dem Eingriff und verbessert die Chancen, dass der Magenballon wirklich seinen Zweck erfüllt und zu einer deutlichen Gewichtsreduktion führt. Privat krankenversicherte Patienten können — je nach gewähltem Leistungsumfang ihrer Krankenversicherung — außerdem Extras wie Chefarztbehandlung, freie Arztwahl oder schnelle Terminvergabe in Anspruch nehmen.

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Wann bezahlen die Krankenversicherungen den Eingriff?

Im Allgemeinen erstatten die Krankenkassen die Kosten für einen Magenballon nicht. Nur in nachgewiesenen Fällen von schwerer Adipositas unterstützen sie diese Behandlung. Kassenpatienten reichen dann vor dem Eingriff einen Antrag auf Kostenerstattung ein. Darin sollten neben dem Heil- und Kostenplan auch eine ärztliche Empfehlung und Begründung enthalten sein, die bestätigt, dass diese Therapie medizinisch erforderlich ist.

Auf einem Blick – Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse

  • Ärztliches Gutachten
  • Hohes Übergewicht mit Body-Mass-Index ab 40 oder mehr
  • Nachweise über die Durchführung konservativer Behandlungsmethoden zur Gewichtsreduktion, die keine Operation erfordern
  • Motivationsschreiben zur Bereitschaft, die Ernährung und den Lebensstil umzustellen
  • Kostenvoranschlag der Magenballon-Therapie

Auch für die private Krankenversicherungen ist die Magenballon-OP keine Versicherungsleistung. Sie erkennen starkes Übergewicht allgemein nicht als Krankheit an. Bestätigt jedoch ein Arzt, dass die Behandlung notwendig ist, weil ansonsten Folgeerkrankungen drohen, dann stehen die Chancen einer Kostenübernahme gut. Versicherte sollten daher vor der OP unbedingt mit ihrer Krankenversicherung Kontakt aufnehmen und eine mögliche Erstattung der Rechnung oder anteilige Zuschüsse abklären.

Kostenerstattung bei medizinischer Notwendigkeit

Wenn eine Magenverkleinerung nach ärztlicher Ansicht eine Heilung bei morbider Adipositas verspricht und wenn andere Behandlungsmethoden ausgeschöpft sind, dann sind Krankenversicherungen dazu verpflichtet, die Kosten zu übernehmen. So entschied es das Landesgericht Koblenz im Februar 2015 (Az. 6 S 340/14).

Zwei Arten von Magenballons

Die Art des Magenballons wirkt sich auf die Kosten der Operation aus. Mediziner unterscheiden hier zwei Formen:

Schluck­ballon Magenballon mit Flüssig­keit
Platzierung im Magen Ballon wird in Kapselform geschluckt Ballon wird bei einer Magen­spiegelung platziert
Füllung Gut verträg­liches Edelgas oder Wasser Blaue Kochsalz­lösung
Narkose Keine Lokale Anästhesie, Leichte Sedierung, Dämmer­schlaf
Tragedauer 3 bis 4 Monate 6 bis 12 Monate
Entfernung Mit lokaler Anästhesie über Speiseröhre Magen­spiegelung

Bei der Variante zum Schlucken sind Produkte auf dem Markt, die sich über ein Zeitventil nach drei oder vier Monaten automatisch leeren und bequem über den Verdauungstrakt entfernen lassen. Ein erneuter Eingriff in den Magen ist somit nicht notwendig. Dieser Komfort hat jedoch seinen Preis von rund 4.000 Euro, den der Patient oft selbst tragen muss. Denn die Krankenversicherungen erstatten in der Regel nach Antrag nur Kosten für eine traditionelle Eingriff-Methode.

Für wen ist ein Magenballon geeignet?

Der Magenballon füllt einen Teil des Magens aus. Das sorgt dafür, dass der Patient nur noch kleinere Portionen essen kann und sich dennoch satt fühlt.

Andere Formen der Magenverkleinerung wie Magenband oder ein Magenbypass werden nur bei sehr hohem Übergewicht eingesetzt, also bei einem BMI ab 40. Ein Magenballon kann dagegen auch bei mittlerem Übergewicht (BMI zwischen 28 und 35) angewendet werden. Soll die Krankenversicherung die Kosten für den Magenballon übernehmen, ist allerdings ein BMI ab 40 eine notwendige Voraussetzung.

Bei sehr starker Adipositas entscheiden sich Ärzte häufig für einen Magenballon, damit der Patient schnell Gewicht verliert. Dies kann eine Vorbereitung sein für Folgebehandlungen wie eine Magenbypass-Operation.

Übersicht: Formen der Magenverkleinerung

Art Magenballon Magenband Magenbypass
Tragedauer 3 bis 12 Monate dauerhaft, kann aber bei Bedarf entfernt werden dauerhaft
Methode Magen­spiegelung, Schlucken Operation Operation
Klinik­aufenthalt Nein Etwa 3 Tage Etwa 5 bis 7 Tage
Kosten­spanne 2.500 bis 4.000 Euro Etwa 6.000 bis 9.000 Euro Zwischen 8.000 bis 15.000 Euro

Risiken und Nachsorge bei der Magenballon-OP

Der klassische Einsatz eines Magenballons erfolgt schnell und nur mit leichter Narkose, die einem Dämmerungsschlaf gleicht. Ist der Ballon im Magen platziert, können in der ersten Zeit Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ein ständiges Völlegefühl gehört ebenfalls zu den typischen Begleiterscheinungen. Nach einigen Tagen sollten sich diese Unannehmlichkeiten vergehen.

Der Patient muss sich danach an eine kalorienbewusste Ernährungsweise gewöhnen. Wer beispielsweise weiterhin „über seinen Hunger isst“ und nicht auf das Sättigungsgefühl achtet, wird kaum Erfolge sehen. Bei einer falschen Ernährung besteht das Risiko, dass sich ein Magengeschwür bildet.

Die Flüssigkeit, mit der der Ballon gefüllt wird, ist normalerweise blau gefärbt. Sollte er platzen, erkennt dies der Patient sofort an der Farbe des Urins. In diesem Fall sollte ein Arzt den geplatzten Ballon schnell entfernen, damit die Hülle keinen Darmverschluss verursacht.

Die Magenballon-Therapie endet nicht mit dem Einsatz der runden „Magenfüllung“. Der Erfolg hängt von der Ernährungsweise und dem Lebensstil ab. Empfehlenswert ist daher ein Komplettprogramm, das Magenballon-OP, Ernährungsplan und Coaching umfasst. Ob die Krankenversicherung auch die Kosten der Begleitprogramme übernimmt, müssen Interessenten beim Versicherer beziehungsweise der Krankenkasse erfragen.