Mann lächelt Frau an
Marcus Höhne
Marcus Höhne

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Zahnfleischtransplantation: Was kostet die „rote Ästhetik“?

Gesundes Zahnfleisch gehört zu einem schönen Lächeln dazu. Doch unterschiedliche Faktoren und Erkrankungen begünstigen einen Zahnfleischrückgang. Viele Ärzte bieten eine Transplantation bzw. Korrektur an, um die sogenannte „rote Ästhetik“ zu wahren. Mit welchen Kosten müssen Patienten rechnen und unter welchen Bedingungen beteiligen sich die Krankenkassen an der Rechnung?

Fehlendes Zahnfleisch bedeutet nicht nur, dass Betroffene ungern ihr Lächeln zeigen, sondern auch, dass die Zähne ihren Halt verlieren können und anfälliger für Karies sind. Viele Zahnärzte bieten daher mittlerweile chirurgische Zahnfleischkorrekturen an, die unter dem Begriff „rote Ästhetik“ zusammenlaufen.

Wer freiliegende oder „lange Zähne“, eine unregelmäßige Zahnfleischlinie oder zu kurz erscheinende Zähne hat, kann einen solchen Eingriff in Betracht ziehen. Dabei gibt es verschiedene Techniken, um beispielsweise Gewebe aus dem Gaumen zu entnehmen und für die Auffüllung des Zahnfleisches zu verwenden.

Inhaltsverzeichnis

Zahnfleisch­transplantation: Diese Kosten entstehen

Eine Möglichkeit der Zahnfleischrezession entgegenzuwirken, ist die Transplantation ähnlichen Gewebes. Bei durchschnittlicher Schwierigkeit belaufen sich die Kosten einer Zahnfleischtransplantation auf 60 bis 150 Euro pro Zahn. Wer sich überschüssiges Zahnfleisch entfernen lassen möchte oder eine Laserbehandlung bevorzugt, muss mit mehreren hundert oder über 1.000 Euro rechnen. Die Kosten variieren je nach Ausmaß der Schädigung und Wahl der Methode.

Gesetzlich Krankenversicherte, die einen chirurgischen Eingriff vornehmen lassen möchten, müssen diesen aus eigener Tasche zahlen. Private Krankenversicherungen übernehmen je nach Indikation und Tarif des Versicherten die Rechnung.

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Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die folgenden Leistungen, die im Zusammenhang mit einer Behandlung stehen:

  • Befundaufnahme
  • Röntgendiagnostik (kein 3D-Röntgen)
  • Bei Notwendigkeit Modellherstellung der Kiefer
  • Lokale Betäubungen (Infiltrations- oder Leitungsanästhesie)
  • Geschlossene Parodontitisbehandlung
  • Chirurgische Behandlung (nach Abschluss einer geschlossenen Therapie bei tiefen Taschen)
  • Lokale Behandlung der Mundschleimhaut durch den Zahnarzt (z. B. mit Spülungen und Salben), keine Verordnung von Spülungen und Salben

Viele Verbraucherverbände kritisieren, dass die Nachbehandlung in dem Leistungsumfang der Krankenkassen zu kurz kommt. Da gerade bei Zahnfleischerkrankungen die Pflege nach der Behandlung maßgeblich für den Erfolg der Therapie notwendig ist, sichern die Leistungen der Privaten den Gesundheitszustand des Patienten besser ab.

Was sind Ursachen für Zahnfleischrückgang?

Über die Nahrung aufgenommene Bakterien setzen sich auf den Zähnen ab und bilden einen Belag, der als Plaque bekannt ist. Sobald sich diese Bakterien vermehren, scheiden sie Abbauprodukte aus, die auf Dauer das Zahnfleisch angreifen und verschiedene Erkrankungen begünstigen.

Neben den Zahnfleischerkrankungen, die als häufigste Ursache für Zahnfleischschwund gelten, gibt es noch weitere Umstände, die einen Rückgang beschleunigen können.

  • Zu starkes Aufdrücken der Zahnbürste: Oftmals trägt die falsche Putztechnik Zahnschmelz ab und fördert somit einen Zahnfleischrückgang.
  • Zähneknirschen: Wer mit den Zähnen knirscht, übt starken Druck auf die Zähne und das Zahnfleisch aus, welches sich daraufhin zurückzieht.
  • Schlechte Mundhygiene: Durch mangelnde Pflege der Zähne entwickelt sich Plaque, der sich zu Zahnstein verhärtet. Wird der Belag nicht entfernt, kann das zu einer Zahnfleischerkrankung führen.
  • Rauchen: Wer raucht, erhöht das Risiko für Zahnfleischrückgang.
  • Genetische Veranlagung, Stress, Medikamente oder hormonelle Veränderungen können ebenfalls zu einem Schwund des Zahnfleischs beitragen.

Wie sieht die Behandlung aus?

Grundsätzlich bekämpft der Arzt die Ursache des Problems mit dem Ziel, das Zahnfleisch wieder aufzubauen. Das bedeutet, er ermittelt zuerst den Grund für den Zahnfleischrückgang. In den meisten Fällen geht es daher zuerst den Bakterien an den Kragen, die die Zahnfleischerkrankung verursachen. Sollten sich die Keime bereits bis auf die Zahnwurzel ausgebreitet haben, ist eine Parodontitisbehandlung notwendig.

Darüber hinaus können folgende Maßnahmen im Zusammenhang mit einem Zahnfleischrückgang ergriffen werden:

  • Professionelle Zahnreinigung
  • Behandlung mit Antibotikum
  • Entfernung des Zahnsteins
  • Chirurgische Eingriffe, um Zahnfleischtaschen zu erreichen
  • Laserbehandlungen, um Zahnfleischtaschen zu reinigen
  • Speicheltest, um Art der Bakterien zu ermitteln

Zwei Methoden der Zahnfleischtransplantation

Nachdem die Ursache des Rückgangs behoben ist, widmet sich der Zahnarzt der Wiederherstellung des Zahnfleischs. Um das fehlende Zahnfleisch wieder aufzubauen, eignet sich entweder eine Verschiebung des Zahnfleischs oder die Transplantation von Bindegewebe. Der Patient erhält bei beiden Verfahren eine örtliche Betäubung.

In einigen Situationen bietet es sich an, beide Methoden zu kombinieren. Dabei fungiert das Transplantat als verdickende Unterlage, auf die das benachbarte Zahnfleisch verschoben wird.

Pflegetipps für gesundes Zahnfleisch:

Damit sich eine Transplantation auch langfristig lohnt, ist es sehr wichtig, dass Zahnfleisch richtig zu pflegen. Dazu zählt:

  • Gründliches und richtiges Zähneputzen: keine zu harte Zahnbürste benutzen und sanfte, kreisende Bewegungen durchführen, um das Zahnfleisch zu schonen
  • Zahnseide: Um Zahnzwischenräume zu reinigen
  • Zahnfleischmassage: mit einer elektrischen Zahnbürste, Handzahnbürste mit weichem Bürstenkopf oder Munddusche bei leichtem Wasserdruck regen die Durchblutung an
  • Reinigung der Zunge: Zungenreiniger erledigen Bakterien, die sich dort ablagern
  • Rauchen vermeiden: das Risiko für Zahnfleischentzündungen verfünffacht sich mit dem Glimmstängel
  • Abwechslungsreiche Ernährung und Essen für gesundes Zahnfleisch: Nahrung, die intensiv gekaut werden muss, fördert die natürliche Reinigung
  • Stress minimieren: Mundflora verändert sich durch seelische Anspannung und macht Keimen leichtes Spiel