Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Smart Home-Studie: Hausautomation im Eigenheim integrieren

Smart Home ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und steht immer öfter auf der Wunschliste von Bauherren. Doch was ist bei der Planung zu beachten? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Und sind die Deutschen dem vernetzten Heim gegenüber wirklich schon so aufgeschlossen? Fakten und Zahlen aus der finanzen.de-Studie zum smarten Hausbau.

DAS WICHTIGSTE IM ÜBERBLICK:

  • Die Generation Z steht auf smart: Über 64% der jungen Generation setzen auf Smart Home im Neubau. Auch in der Generation Y baut jeder Zweite smart.
  • Eigentümer investieren mehr als doppelt so viel ins Smart Home wie Mieter – doch zwischen den Geschlechtern ist die Kluft noch größer: Männer geben durchschnittlich über 90% mehr fürs smarte Wohnen aus als Frauen.

Der Smart Home Markt wächst seit Jahren stetig an und ist so für den Verbraucher unübersichtlich geworden. Viele denken beim Label Smart Home eher an Gadgets wie Staubsaugroboter, smarte Lautsprecher oder Lampen. Dabei kann Smart Home viel mehr. Hausautomationen und aktuelle Smart Home Systeme sind darauf ausgelegt, nicht nur kurzfristig Komfort und Freude zu bereiten, sondern sich mit den Lebenszyklen des Nutzers weiterzuentwickeln. So kann eine ausgeklügelte Haustechnik im Alter auch Assistenz bieten und so ein längeres, selbstbestimmtes Leben im eigenen Haus ermöglichen.

Mit Smart Home zu mehr Wohnqualität, Sicherheit und Effizienz

Wer am Anfang der Planung seines Eigenheims steht, hat viele Vorteile, die beim späteren Nachrüsten zum smarten Heim kompliziert und teuer werden. Zukünftige Eigentümer können das Smart Home System jedes Zimmers optimal aufeinander abstimmen und so nicht nur für ein komfortableres Wohnen sorgen, sondern auch die Energieeffizienz des Hauses steigern.

Mittels smarter Geräte ist ein Monitoring des Energieverbrauchs einfacher denn je. Auch in Sicherheitsfragen bietet das vernetzte Zuhause zahlreiche Möglichkeiten wie elektronische Türöffner, Kameraüberwachung mit Livebildübertragung an das Smartphone oder Sensoren an den Fenstern, die bei Einbruch Alarm schlagen.

Repräsentative Studie: Wer baut smart?

In einer Studie mit 1.121 Teilnehmern haben wir in Erfahrung gebracht, wie die Wohnsituation die Aufgeschlossenheit gegenüber Smart Home beeinflusst, in welchen Bundesländern besonders gerne smart gebaut wird und was für viele noch gegen die Integration smarter Hausautomation spricht.

Im Gespräch mit Architekten, Systemintegratoren und Smart Home Experten klären wir zudem, was bei der Planung beachtet werden sollte und welche Vorteile das smarte Wohnen in Zeiten von Corona hat.

Inhaltsübersicht

1. Smart Home Nutzung nach Wohnsituation im Vergleich

Ist die Nutzung smarter Geräte von der aktuellen Wohnsituation abhängig? Um das zu ermitteln, haben wir die 1.121 Teilnehmer unserer Studie nach ihrer Wohnform und den genutzten Smart Home Geräten gefragt.

  • 49,21 % der Besitzer eines eigenen Hauses nutzen Smart Home 
  • 39,05 % der Besitzer einer Eigentumswohnung nutzen Smart Home 
  • 45,29 % der Mieter nutzen Smart Home

Überraschend liegen die Mieter mit nicht mal vier Prozentpunkten hinter den Häuslebauern. Unterschiede zeigen sich erst in der Art und Anzahl smarter Geräte, wie die folgende Grafik verdeutlicht.

Unter den Eigenheimbesitzern liegen smarte Haushaltsgeräte weit vor den Geräten für Entertainment und Security. Mieter dagegen legen deutlich mehr Wert auf smarte Entertainmentangebote. Securitygeräte sind für Eigenheim und Eigentumswohnungsbesitzer fast doppelt so wichtig wie für Mieter.

2. Was ist möglich beim smarten Hausbau?

Vorzüge des smarten Zuhauses in Corona-Zeiten 

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen verbringen wir derzeit besonders viel Zeit daheim. Hier werden die Vorteile einer smarten Wohnumgebung schnell deutlich. Denn digitale Vernetzung ist nicht nur bei der Arbeit aus dem Home Office das A und O. Durch Sprachassistenten und Sensoren wie Bewegungsmelder können Licht, Musik, Rollläden und andere Haushaltsgegenstände ganz ohne Berührung gesteuert werden. Das reduziert die Übertragungsmöglichkeiten von Keimen und Viren. Zudem können im smarten Zuhause Szenarien programmiert werden, die Bewohner beim Betreten des Hauses und über den Tag verteilt ans Händewaschen erinnern.

Nicht zuletzt dürfen auch die Vorteile von Hausautomationen und die Integration smarter Geräte im Büro nicht vergessen werden. Viele Büros – und das betrifft auch kleinere Unternehmen – stehen während der Pandemie leer. Das erhöht das Risiko von Einbrüchen. Smarte Überwachungskameras mit Bewegungsmelder können Push-Nachrichten an das Smartphone senden. Videomaterial kann so in Echtzeit gesichtet werden. Auch programmierte Lichtszenarien können Anwesenheit suggerieren und den Anschein erwecken, als würde das Büro gar nicht leer stehen.

  • Christopher Strobel

    Smart Home Experten & Geschäftsführer der Strobel Media Group

3. Wie integriere ich Smart Home beim Hausbau?

Loxone, KNX, Devolo, Crestron, Homematic & Co: Im Dschungel der unterschiedlichen Smart Home Systeme ist es schwer den Überblick zu behalten. Schließlich müssen sich Bauherren auch noch um zahlreiche andere Themen kümmern. Mit ein wenig Recherche lassen sich jedoch Systemintegratoren finden, die Beratung und Unterstützung bei der Planung bieten. Die Q-Data Service GmbH ist ein solcher Anbieter, der einen Überblick über verschiedene Smart Home Systeme geben kann. Wir haben mit Geschäftsführer Stefan Denker über die Schritte zur Hausautomation im Neubau gesprochen und gefragt, wo Bauherren herstellerunabhängige Unterstützung bekommen können.

  • Stefan Denker

    Geschäftsführer Q-Data Service GmbH

Bundesland-Ranking: Wo ist die Smart Home am beliebtesten?

  1. Schleswig-Holstein
  2. Berlin
  3. Hamburg
  4. Rheinland-Pfalz
  5. Brandenburg
  6. Niedersachsen
  7. Sachsen-Anhalt
  8. Hessen
  9. Mecklenburg-Vorpommern
  10.  Bayern
  11.  Nordrhein-Westfalen
  12.  Baden-Württemberg
  13.  Thüringen
  14.  Sachsen
  15.  Saarland
  16.  Bremen

Um das Bundesland-Ranking zu ermitteln, haben wir die 1.121 Teilnehmer unsere Studie gefragt, ob sie bereits ein Haus gebaut haben oder das Eigenheim planen und dabei Smart Home Systeme integrieren. Die Ergebnisse wurden auf die Einwohnerzahl der jeweiligen Bundesländer hochgerechnet.

4. Architekten-Interview: Was gilt es bei der Planung zu beachten?

Im Interview mit Wolfgang Frey, Architekt, Stadtplaner und Inhaber der international tätigen Frey Gruppe, haben wir über nötige Vorüberlegungen beim Erwerb eines Smart Homes gesprochen und Möglichkeiten und Grenzen ausgelotet.

  • Wolfgang Frey

    Inhaber Frey Gruppe, Dipl.-Ing. Architekt

Die Top-5-Ängste, die von der Smart Home Integration abhalten

Smart Home erleichtert einerseits das Leben zuhause. Andererseits gibt es diesen Komfort nicht zum Nulltarif. Zum einen sind die Anschaffungen nicht günstig. Zum anderen spielt auch der Datenschutz eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für oder gegen Smart Home. So sind die Antworten unserer Teilnehmer, die die Integration beim Hausbau zwar erwogen, sich aber doch dagegen entschieden haben, nicht völlig überraschend. Sie zeigen aber auch, dass die Branche noch einiges an Aufklärungsarbeit zu tun hat. Denn die meisten Ablehner sind vom Nutzen nicht überzeugt.

Bauherren und zukünftige Eigentumsbesitzer, die die Integration von Smart Home bei ihrem Hausbau erwogen haben, sich aber letztlich dagegen entschieden, begründeten dies laut der Smart Home Studie wie folgt:

  1. Ich bin vom Nutzen noch nicht überzeugt.
  2. Ich fürchte Hackerangriffe.
  3. Mir sind die Kosten zu hoch.
  4. Planung und Umsetzung sind mir zu kompliziert.
  5. Ich bin mir nicht sicher, welches System das beste ist.

 

„Bei der Planung von Neubauten ist nach wie vor ein enormer Wissenstransfer in Richtung der Bau- und Immobilienwirtschaft zu leisten, um die Notwendigkeit vernetzter Funktionalitäten zu vermitteln. Insbesondere im Hinblick auf den Einsatz und die Steuerung regenerativer Energien sowie die Integration von Elektromobilität.“

Stefan Denker, Q-Data Service GmbH

 

Unsere Umfrage zeigt: Je jünger die Generation, umso Smart Home affiner ist sie beim Hausbau. Obwohl die Babyboomer und die Generation X besonders vom Fortschritt bei den altersgerechten smarten Assistenzsystemen profitieren könnten, wird die smarte Hausautomation wohl auch in Zukunft vor allem von den jüngeren Zielgruppen positiv angenommen werden.

In die Datenauswertung haben wir alle Teilnehmer einbezogen, die bereits ein Haus gebaut haben oder derzeit planen, eines zu bauen und mit „Ja, ich habe bzw. werde smarte Technik in meine Hausbauplanung integrieren” geantwortet haben.

5. Finanzierung & Förderung: Sparen beim smarten Hausbau

Christian Grunewald von Dr. Klein, Spezialist in der Baufinanzierung, erklärt im Interview mit uns, welche Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten angehende Bauherren sich nicht entgehen lassen sollten.

  • Christian Grunewald

    Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein

6. Investitionen ins Smart Home nach Wohnsituation – Fakten & Zahlen

Wer Herr oder Frau über seine eigenen vier Wände ist, braucht sich keine Gedanken zu machen, was mit den smarten Geräten bei einem Umzug geschieht. Damit ist die Bereitschaft, mehr Geld in das Smart Home zu stecken größer. Das zeigen auch die Ergebnisse unserer Umfrage. Eigentümer nutzen nicht nur mehr smarte Geräte, sondern investieren deutlich mehr in das smarte Wohnen.

Die Datenauswertung ergibt eine große Kluft zwischen dem, was Frauen und Männer bereit sind sich an smarter Technik zu leisten. Besonders Mieterinnen geben nur etwas mehr als die Hälfte dessen aus, was männliche Mieter für das Smart Home ausgeben.

Frauen investieren dafür lieber im Eigenheim ins Smart Home, hier ist die Distanz zwischen den Geschlechtern am geringsten.