Frau hat Füße auf dem Schreibtisch
Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Steuererklärung: Steuern sparen mit Versicherungen und Altersvorsorge

Mit der richtigen Angabe der Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung in der Steuererklärung sparen Verbraucher Steuern. Weiteres Potential für Steuervorteile gibt es außerdem für Versicherte mit einer Riester- oder Rürup-Rente.

Versicherungs- und Vorsorge­aufwendungen für die Altersvorsorge richtig in der Steuererklärung absetzen

Seit dem Steuerjahr 2018 hat der deutsche Steuerzahler nun regelmäßig bis zum 31. Juli  des Folgejahres Zeit, um die nötigen Dokumente beim Finanzamt einzureichen. Personen, die sich von einem Steuerberater unterstützen lassen, profitieren sogar von einer noch längeren Frist –  Stichtag für die Steuererklärung ist hier erst der letzte Februartag des übernächsten Jahres.

 

Inhaltsverzeichnis

Beispiel

Max Müller möchte gerne die Steuererklärung für das Steuerjahr 2025 anfertigen. Macht er sich die Mühe selbst, muss die Erklärung spätestens bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt vorliegen – tut er dies nicht, droht ein Säumniszuschlag. Unterstützt ihn ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein, so verlängert sich der Abgabetermin beim Finanzamt bis zum 28. Februar 2027.

Diese Fristen gelten jedoch nur für Steuerzahler, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Wer die Steuerklärung freiwillig abgibt, muss nur eine Festsetzungsfrist für die sogenannte Antragsveranlagung beachten. Diese beträgt vier Jahre nach Ende des Steuerjahres, Herr Müller müsste in diesem Fall also spätestens am 31. Dezember 2029 die Steuererklärung für 2025 abgeben.

Wann ist die Steuererklärung verpflichtend?

Eine Pflichtveranlagung besteht bei:

Steuererklärung leichter als gedacht

Obwohl sich die meisten Menschen mit ihrer Steuererklärung, verpflichtet oder freiwillig, eine ganze Menge Geld zurückholen können, ist allein der Gedanke an die schriftliche Erklärung für viele ein Graus. Dabei lassen sich die Formulare Schritt für Schritt unkompliziert durcharbeiten.

Wie Personen ihre Versicherungs­beiträge und ihre Aufwendungen für die Altersvorsorge in der Steuererklärung 2019 richtig angeben, können Interessierte hier nachlesen.

Steuervorteile durch die Riester-Rente

Mittlerweile sorgen über 16 Millionen Deutsche zusätzlich mit einem Riester-Vertrag für das Alter vor. Sie profitieren von der staatlichen Förderung aus Zulagen und Steuervorteilen, die wir im Folgenden näher erläutern.

Sollen die Riester-Beiträge zusammen mit den staatlichen Zulagen steuerlich abgesetzt werden, muss dem Versicherer die Erlaubnis vorliegen, die Höhe der eingezahlten Beiträge elektronisch an die Finanzverwaltung melden zu dürfen. Bei der Einkommenssteuererklärung müssen Versicherte dann zusätzlich die Anlage „AV“ ausfüllen.

Fazit:

Durch Zulagen und Steuervorteile bauen Verbraucher mit der Riester-Rente ein solides Finanzpolster für den Ruhestand auf. Um möglichst viel aus der geförderten Altersvorsorge herauszuholen, ist jedoch eine Riester-Rente mit niedrigen Kosten wichtig. Welche Anbieter hier punkten, erfahren Interessierte mit einem unverbindlichen Angebot.

Steuervorteile durch die Rürup-Rente

Für Rürup-Sparer beträgt der anrechenbare Höchstbetrag deutlich mehr als 2.100 Euro. 2019 liegt der als Sonderausgaben abzugsfähige Freibetrag bei 24.305 Euro pro Jahr (bei Verheirateten: 48.610 Euro). Das Finanzamt erkennt 2019 zudem 88 Prozent der geleisteten Aufwendungen als Sonderausgaben an, das entspricht also 21.388 Euro.
Dieser Prozentsatz steigt jedes Jahr, bis Sparer 2025 ihre Beiträge zu 100 Prozent geltend machen können (bis zum Höchstbetrag). Die Steuerersparnis durch die Rürup-Rente ist daher immens.

Zu beachten ist, dass auch andere Vorsorge­aufwendungen in diesen Höchstbetrag einbezogen werden:

  • gesetzliche Rentenbeiträge (Arbeitgeber- u. Arbeitnehmeranteil)
  • Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen
  •  Alterskasse (Alterssicherung für Landwirte)

Die Beiträge für den Rürup-Vertrag werden bei der Steuererklärung in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ eingetragen. Ähnlich wie bei der Riester-Rente gilt auch hier: Der Anbieter muss die entsprechenden Daten elektronisch an die Finanzverwaltung übermitteln.

Fazit:

Für Selbstständige und Freiberufler bietet die Rürup-Rente die einzige Möglichkeit, eine staatlich unterstützte Altersvorsorge aufzubauen, da sie in der Regel keinen Anspruch auf die gesetzliche Rente oder die Riester-Rente haben. Besonders Gutverdiener können ihre hohe Steuerlast durch die absetzbaren Beiträge deutlich senken. Angestellte müssen hierbei beachten, dass die in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlten Anteile zusammen mit den Rürup-Beiträgen nicht den Freibetrag von 24.305 Euro übersteigen. Über alle Vor- und Nachteile einer Rürup-Rente können Interessierte sich hier detailliert informieren.

Weitere Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angeben

In der Anlage „Vorsorgeaufwand“ können Aufwendungen für weitere Versicherungen, unter anderem die Berufsunfähigkeitsversicherung, die Unfallversicherung, die Haftpflichtversicherung und die Pflegezusatzversicherung eingetragen werden. Das kann sich vor allem für Rentner und Pensionäre, kinderlose Selbstständige sowie Arbeitnehmer mit einem geringen Einkommen lohnen.

Wurde der steuerlich absetzbare Höchstbetrag von 1.900 Euro (bei Selbstständigen 2.800 Euro) durch die Beiträge für die Kranken- und Pflegepflichtversicherung noch nicht ausgeschöpft, können hier weitere Versicherungsbeiträge geltend gemacht werden.

Auch die Beiträge für eine ungeförderte private Rentenversicherung werden in dieser Anlage der Steuererklärung abgesetzt. Allerdings ist dies in der Praxis selten der Fall, da der Höchstbeitrag durch andere Angaben bereits ausgeschöpft ist.

Redaktionstipp:

Aktuelle Zahlen der Bundesregierung zeigen, dass fast jeder zweite Rentner eine gesetzliche Rente unter 800 Euro im Monat erhält. Damit lässt sich der gewohnte Lebensstandard nicht halten, geschweige denn Träume erfüllen. Entsprechend wichtig ist es, sich bei der persönlichen Ruhestands­­absicherung nicht nur auf die gesetzliche Renten­versicherung zu verlassen, sondern privat vorzusorgen. Welche Altersvorsorge sich dabei empfiehlt und steuerlich die höchsten Vorteile bringt, zeigt ein kostenloses und unverbindliches Angebot eines Vorsorgeexperten.