Menschen sitzen in zwei Händen
Josephien Albrecht
Josephien Albrecht

Content-Managerin

Wichtige Versicherungen und Finanzprodukte für Studenten

Versicherungen und Finanzen gehören nicht zu den beliebtesten Themen der meisten Studenten. Viele gehen davon aus, dass sie automatisch bei den Eltern mitversichert bleiben oder unterschätzen Risiken.

Egal ob ein Fahrradunfall auf dem Weg zur Uni, eine zerbrochene Vase auf der Hausparty oder eine Panikattacke vor der nächsten Prüfung – auch im Studium gibt es Risiken, für die Versicherungsschutz nötig ist. Schon vor dem Studienbeginn sollte daher der Versicherungsbedarf geklärt werden. Auch bei Finanzprodukten kann die richtige Wahl unnötige Kosten und Mühen zu ersparen.

 

Krankenversicherung

Für Studenten gelten in der Krankenversicherung verschiedene Regelungen. Diese sind beispielsweise wichtig, wenn der Student nebenbei arbeitet oder ein gewisses Alter oder Semester überschreitet.

Redaktionstipp

Um in die private Krankenversicherung zu wechseln, müssen Studenten nach der Immatrikulation die Drei-Monats-Frist einhalten.

Spar-Tipp

In der privaten Krankenversicherung sparen Studenten bei Wahl einer Selbstbeteiligung. Versicherte müssen dann zwar einen Anteil an den Behandlungskosten selbst tragen, dafür sinkt der monatliche Beitrag. Dies lohnt sich, wenn man eher selten den Arzt aufsucht.
Interessierte Studenten können sich hier Angebote einholen.

Private Haftpflichtversicherung

Die Privathaftpflicht gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Zwar ist sie nicht gesetzlich vorgeschrieben, dennoch ist sie für Studenten unabdingbar. Sie springt ein, wenn der Versicherte einem anderen einen Schaden zugefügt hat. Es ist gesetzlich bestimmt, dass der Schadensverursacher in unbegrenzter Höhe für den Sach-, Personen- oder Vermögensschaden aufkommen muss. Die Haftpflichtversicherung übernimmt Schadensersatzkosten von mehreren Millionen Euro und erspart somit ein großes finanzielles Unglück.

Haben die Eltern eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen, sind Studenten im Normalfall über diese mitversichert. Alle anderen sollten dringend eine private Haftpflichtversicherung abschließen. Günstige und gute Policen gibt es schon für weniger als 50 Euro im Jahr.

Redaktions-Tipp

Besonders gut sind Versicherungen, die auch bei Gefälligkeitsschäden aufkommen. Geht beispielsweise der Fernseher des Nachbarn zu Bruch, während man ihm den Gefallen tut, beim Umzug zu helfen, tritt die Versicherung für den Schaden ein.

Spar-Tipp

Besonders gut sparen können Familien bei der Haftpflichtversicherung, wenn der Partner und/oder die Kinder keine eigenen Versicherungen abschließen sondern mitversichert sind. Bedingung ist das Bestehen einer Lebensgemeinschaft.

Private Altersvorsorge

Gerade für junge Menschen ist eine private Altersvorsorge unverzichtbar. Denn die staatliche Altersrente wird später kaum reichen, um den gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Derzeit liegt das Nettorentenniveau vor Steuern nur bei 48,16 Prozent. Dieses Nettorentenniveau basiert auf dem Verhältnis einer Durchschnittsrente (abzüglich Sozialabgaben) nach 45 Erwerbsjahren zum Durchschnittsnettoeinkommen (abzüglich Sozialabgaben).

Momentan liegt das durchschnittliche Einkommen eines Arbeitnehmers in den alten Bundesländern bei 3.156 Euro monatlich, während das Standardrentenniveau aber nur bei 1.441,35 Euro liegt.

Die Standardrente kann allerding nur von Rentnern erreicht werden, die 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt und stets ein Einkommen in Höhe des Durchschnittsentgelts erzielt haben. Gerade Akademiker schaffen es aufgrund ihrer längeren Ausbildung nur selten auf diese 45 Beitragsjahre zu kommen. Dadurch liegt die eigentliche Durchschnittsrente sogar noch unter dem Wert der Standardrente.

Aktuelle Durchschnittsrente 2018 gemessen an der Standardrente (1.441,35 Euro):

  • Standardrente - 1.441,35 Euro
  • Männer West - 1.130 Euro
  • Männer Ost - 1.226 Euro
  • Frauen West - 647 Euro
  • Frauen Ost - 962 Euro

Diese erhebliche Differenz kann nur durch eine private Vorsorge ausgeglichen werden. Zu den staatlich geförderten Möglichkeiten zählen:

Doch auch ohne Förderung lässt sich mit einer Kapitallebensversicherung oder einem Aktien-Fondssparplan vorsorgen.

Eine eigene Immobile kann ebenfalls als Altersvorsorge dienen, hierfür eigenen sich Riester-Bausparverträge und Wohn-Riester.

Viele Vorteile der Rürup-Rente, der privaten Rentenversicherung und der Lebensversicherung, speziell der Kapitallebensversicherung, können ebenfalls schon als Student genutzt werden. Welche Variante die meisten Vorteile bringt, kam am besten zusammen mit einem fachkundigen Berater ermittelt werden.

Spar-Tipp

Je früher Studierende mit dem Sparen fürs Alter beginnen, desto stärker profitieren sie vom Zinseszinseffekt und umso weniger muss für die Wunschrente eingezahlt werden. Wer seinen Sparplan erst mit 45 beginnt, muss rund doppelt so viel aufbringen wie jemand, der mit 25 beginnt.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) macht auch für Hochschüler Sinn, selbst wenn diese noch gar keinen Beruf ausüben. Denn seit dem Jahr 2001 erhalten alle ab dem 2. Januar 1961 Geborenen bei Berufsunfähigkeit nur eine sehr geringe gesetzliche Rente. Bedingung ist zudem, dass mindestens fünf Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wurden.

Während des Studiums und auch in den ersten Berufsjahren besteht also noch keine Absicherung durch den Staat. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen zahlt bei Berufsunfähigkeit eine zuvor vom Versicherten mitbestimmte Rente. Sie gehört heute zu den wichtigsten Versicherungen.

Prinzipiell ist es ratsam, die Berufsunfähigkeitsversicherung so früh wie möglich abzuschließen. Jungen, gesunden Menschen werden oft günstigere Beiträge und ein besonders umfangreicher Versicherungsschutz geboten.

Redaktionstipp

Sehr wichtig ist es, dass aus dem Vertrag ein Verzicht auf die abstrakte Verweisung hervorgeht. Dann darf die Gesellschaft bei Berufsunfähigkeit nicht verlangen, dass der Versicherte einen beliebigen Beruf annimmt, den er noch ausüben könnte. Auch sollte der Vertrag unbedingt eine Nachversicherungsgarantie vorsehen. Damit kann die BU-Rente zum späteren Zeitpunkt ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden, wenn sich die Lebensumstände ändern.

Hausratversicherung

Mit einer Hausratversicherung werden nahezu alle beweglichen Gegenstände innerhalb der eigenen vier Wände versichert. Dazu zählen beispielsweise Möbel, Elektrogeräte, Teppiche, Haustiere und Lebensmittel. Die Versicherung zahlt unter anderem bei Schäden durch:

  • Feuer
  • Leitungswasser
  • Sturm
  • Hagel
  • Einbruchdiebstahl
  • Vandalismus

Häufig sichert die Hausratsversicherung auch den einfachen Diebstahl des Fahrrads außerhalb der Wohnung ab oder kann durch eine solche Fahrradklausel erweitert werden.

Ob eine Hausratversicherung sinnvoll ist, hängt in erster Linie vom Wert des Inventars ab. Ist dieses hochwertig, sollten in jedem Fall eine Hausratversicherung abgeschlossen werden. Für alle anderen lohnt sie sich weniger.

Redaktionstipp

Unbedingt beachtet werden sollte die Wahl einer ausreichenden Versicherungssumme. Sonst reicht im Schadensfall die ausgezahlte Summe nicht, um die beschädigten Sachen in neuwertigem Zustand kaufen zu können.

Spar-Tipp

Das preisliche Spektrum bei Hausratpolicen ist groß und häufig unübersichtlich. Ein kostenloser Vergleichsrechner hilft dabei, die Tarife mit einem optimalen Preis-Leistungsverhältnis zu finden.

Girokonto & Kreditkarte

Viele Banken bieten wichtige Finanzprodukte für Hochschüler kostenlos an. So auch das Girokonto. Studenten profitieren dabei meist nicht nur von einem Konto ohne Kontoführungsgebühren, sondern erhalten bei zahlreichen Kreditgesellschaften sogar noch eine kostenlose Kreditkarte dazu. Diese sind rund um den Globus einsetzbar, ermöglichen das bargeldlose Bezahlen, den Interneteinkauf oder in manchen Fällen auch das gebührenfreie Abheben an den Geldautomaten anderer Kreditinstitute.

Insbesondere Direktbanken bieten häufig noch einen besonderen Studentenbonus: Von der kostenlosen Bahncard 25 über einen Tankrabatt bis zum Startguthaben – für Studierende lohnt es sich, die Angebote vor dem Abschluss zu vergleichen.

Redaktionstipp

Die Bedingungen, unter denen das Geldabheben kostenlos ist, unterscheiden sich zwischen den Girokonten. Eine ausgiebige Recherche vor der Wahl einer Bank ist essentiell, um bestenfalls auch von einer dauerhaft kostenlosen Kreditkarte zu profitieren.

Stolperfalle

Nicht alle Girokonten sind für Studenten altersunabhängig kostenlos, darüber sollte man sich vor der Kontoeröffnung informieren.