Hund Röntgen kosten
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Diagnose für den Hund: Welche Kosten entstehen beim Röntgen?

Es gibt unterschiedliche Gründe für das Röntgen eines Hundes. Der Tierarzt kann mit der Strahlenuntersuchung zum Beispiel sehr schnell Knochenbrüche oder innere Verletzungen feststellen. Hündinnen werden manchmal in der Trächtigkeitsvorsorge geröntgt und auch das Röntgen auf Zuchttauglichkeit ist vielerorts üblich. Doch mit welchen Kosten müssen Hundebesitzer rechnen, wenn der Tierarzt ein Röntgenbild ihres Vierbeiners macht?

Wann ist das Röntgen beim Hund sinnvoll?

Genauso wie bei den Menschen bietet das Röntgen auch in der Tiermedizin die Möglichkeit, einen Einblick in des Körperinnere zu erhalten. Der Tierarzt empfiehlt beispielsweise dann eine Röntgenuntersuchung, wenn er bei seinem Patienten eine Erkrankung des Skelettsystems, einen Tumor im Brustraum oder einen Fremdkörper im Bauchraum vermutet.

Ein Röntgenbild unterstützt den Tierarzt bei der Diagnostik bestimmter Erkrankungen. Mit einer Strahlenuntersuchung kann ein Hund, der starke Schmerzen hat, deutlich schneller und zielgerichteter behandelt werden.

Das Röntgen hilft unter anderem bei der Untersuchung von:

  • Bewegungsapparat (z.B. bei Verdacht auf Knochenbrüche oder Arthrose)
  • Herz (z.B. zur Ermittlung der Herzgröße)
  • Bauchraum (z.B. bei Verstopfungen oder Verdacht auf Magendrehung)
  • Lunge und Atemwegen (z.B. bei Verdacht auf Lungenentzündung oder Lungentumor)
  • Nasenhöhlen (z.B. zur Erkennung von Fremdkörpern) und
  • Zähnen (z.B. zur Erkennung von Entzündungen der Zahnwurzeln).

Mit Kontrastmitteluntersuchungen werden beim Röntgen darüber hinaus Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Nieren oder der Blase erkannt.

Bei trächtigen Hündinnen wird neben der Ultraschalluntersuchung manchmal ebenfalls geröntgt. Ungefähr in der siebten Woche der Schwangerschaft zeigt eine Röntgenaufnahme in der Trächtigkeitsvorsorge, wie viele Welpen die Hündin erwartet und ob das Becken des trächtigen Tieres für die Größe dieser Welpen ausreicht.

Zudem wird das Röntgen beim Hund genutzt, um die Zuchttauglichkeit zu prüfen. Beim sogenannten HD-Röntgen (Hüftdysplasie), ED-Röntgen (Ellbogengelenksdysplasie) und bei Untersuchungen auf Keilwirbel können genetisch verankerte Erkrankungen bei einem Hund festgestellt werden. Manche Zuchtverbände verlangen solch eine Röntgenuntersuchung, um Fehlentwicklungen auszuschließen.

Unangenehme Nebenwirkungen von Kontrastmitteln

Wenn beim Röntgen ein Kontrastmittel verwendet wird, können Hunde unter Umständen mit einer Unverträglichkeit reagieren. Insbesondere Kontrastmittel, die Jod enthalten, rufen manchmal allergische Reaktionen, Erbrechen oder Durchfall hervor.

Was kostet das Röntgen eines Hundes?

Wie hoch die Kosten für das Röntgen beim Hund sind, ist in der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) festgeschrieben. Der Tierarzt rechnet dementsprechend wie folgt ab:

Strahlen­diagnostik beim Hund

Gebühren

Durch­leuchtung 25,65 Euro, bei sehr hohem Zeit­aufwand zuzüglich einer Zeit­gebühr von 16 Euro je 15 Minuten
Erste und zweite Röntgen­aufnahme Je 32,07 Euro
Jede weitere Aufnahme 19,24 Euro
Ambulant, Zuschlag je Besuch 19,24 Euro
Kontrast­mittel­unter­suchungen Zwischen 6,41 Euro und 64,14 Euro, abhängig von der Unter­suchungs­methode

Quelle: Gebührenordnung der Tierärzte, Ziffer 410

Zusätzlich zu den Kosten für die Röntgenuntersuchung fallen Kosten für Narkosemittel an. Der komplette Preis für die Untersuchung ist daher davon abhängig, ob der Hund unter Narkose geröntgt wird und welche Narkoseart der Tierarzt wählt. Auch seine Beratung sowie die Auswertung der Röntgenbilder stellt der Tierarzt in Rechnung.

Beim Tierarzt nachfragen

Tierärzte sind zwar gesetzlich nicht verpflichtet, einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Auf Anfrage gibt die Tierarztpraxis trotzdem Auskunft darüber, was das Röntgen eines Hundes ungefähr kosten wird. Wichtig: Falls der Tierarzt nach einem Unfall spontan röntgen muss, darf er für seinen Einsatz in der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen einen Zuschlag verlangen.

Ist es möglich, einen Hund ohne Narkose zu röntgen?

Das Röntgen ohne Narkose ist grundsätzlich möglich. Während der Strahlenuntersuchung muss der Hund jedoch stillhalten, damit ein aussagekräftiges Röntgenbild entstehen kann. Der Hund wird dafür vom Tierarzt in der für die Aufnahme erforderlichen Position gelagert und fixiert.

Ob ein Hund im wachen Zustand geröntgt werden kann oder ob das Röntgen unter Narkose stattfinden muss, entscheidet der Tierarzt. Faktoren wie die Größe und der aktuelle Gemütszustand des Tieres werden bei dieser Entscheidung ebenso eine Rolle spielen wie die Art der (vermuteten) Erkrankung.

Falls die Position, in der der Hund geröntgt werden muss, dem Tier voraussichtlich große Schmerzen bereiten würde, wird der Tierarzt eine Narkose empfehlen. Sofern direkt im Anschluss an das Röntgen operiert werden soll, genügt in der Regel eine Narkose, um sowohl die Untersuchung als auch die Operation durchzuführen.

Welche Versicherung übernimmt die Kosten für das Röntgen?

Ob eine Versicherung die Röntgenuntersuchung für einen Hund zahlt, hängt davon ab, aus welchem Grund der Hund geröntgt werden soll. Eine Hundekrankenversicherung kommt ausschließlich für solche Untersuchungen auf, die aus tiermedizinischer Sicht notwendig sind. In welchem Umfang die Hundekrankenversicherung für die Strahlenuntersuchung eines Hundes leistet, hängt dabei vom Tarif ab und wird in den jeweiligen Versicherungsbedingungen erklärt.

Auch die Hunde-OP-Versicherung erstattet unter Umständen die Kosten für Röntgenbilder. Anders als bei der Hundekrankenversicherung zahlt diese Versicherung allerdings immer nur dann, wenn das Röntgen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit einer erforderlichen Operation steht.

Für beide Versicherungen gilt: Sofern eine Röntgenuntersuchung Teil einer notwendigen Behandlung des versicherten Hundes ist und zu dessen Genesung beiträgt, können die Kosten übernommen werden. Wenn das Röntgen aber beispielsweise auf Wunsch eines Zuchtvereins durchgeführt werden soll, zahlt in der Regel keine Versicherung.

Hundehaftpflicht nicht vergessen

Ein weiterer wichtiger Schutz für Hundehalter stellt die Hundehaftpflicht­versicherung dar. Sie kommt für Schäden auf, die der Vierbeiner bei Dritten verursacht. Gerade wenn Menschen durch das Verhalten des Hundes verletzt werden, kann es für Besitzer sehr teuer werden. Denn sie sind gesetzlich verpflichtet, für den Schaden zu haften.

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Welches Risiko besteht beim Röntgen für den Hund?

Die Röntgenuntersuchung gilt als risikoarm. Der Hund wird zwar kurz einer Strahlenbelastung ausgesetzt, diese bereitet ihm aber keinerlei Schmerzen. Doch auch wenn es nicht lang dauert: Die Strahlung ist potenziell krebserregend.

Insofern wird empfohlen, möglichst nur dann zu röntgen, wenn es unvermeidbar ist. Der Tierarzt kann darüber aufklären, ob es alternative Untersuchungsmöglichkeiten gibt. Insbesondere bei trächtigen Hündinnen stellt sich die Frage, ob das Röntgen nicht eine unnötige Belastung für das Muttertier und die ungeborenen Welpen darstellt und stattdessen eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden kann.