Hund Einschläfern kosten
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Diese Kosten entstehen beim Einschläfern, wenn der Hund gehen muss

Auch wenn es ein sehr trauriger Gedanke ist: Nach einem Unfall oder mit einer unheilbaren Krankheit ist das Hundeleben manchmal einfach nicht mehr lebenswert. Das Einschläfern erlöst dann den treuen Begleiter von seinem Leid. Doch wann und wie lassen Halter ihren geliebten Vierbeiner ohne Schmerzen gehen? Und was kostet ein würdevoller Abschied?

Wann muss ein Hund eingeschläfert werden?

Für einen Hund, der unheilbar krank ist und starke Schmerzen hat, kann das Einschläfern eine Erlösung sein. Sowohl bei einer langen und kräftezehrenden Krankheit als auch nach einem schlimmen Unfall kommt nicht selten der Tierarzt auf Hundebesitzer zu, um mit ihm darüber zu sprechen, ob der Hund durch das Einschläfern von seinem Leid befreit werden kann.

Generell gilt:

Ein Hund darf immer nur dann eingeschläfert werden, wenn sowohl der Hundebesitzer als auch ein Tierarzt diesem Schritt zustimmen. Besteht darüber keine Einigkeit, dann vermittelt das Amt für Veterinärwesen. Das Veterinäramt ist auch zuständig, wenn ein Hund eine Gefahr für andere Tiere oder sogar Menschen darstellt und aufgrund von aggressivem Verhalten eingeschläfert werden muss.

Bei einer unheilbaren Krankheit oder nach einem folgenschweren Unfall gilt: Sofern der Hund starke Schmerzen hat und sich sein Gesundheitszustand voraussichtlich nur noch verschlechtert, wird der Tierarzt zustimmen und sich bereit erklären, den Hund von seinen Qualen zu befreien. Da es in Deutschland strafbar ist, ein Tier ohne Betäubungsmittel zu erlösen, darf nur er den Hund fachgerecht einschläfern.

Gründe für das Einschläfern

Im Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes heißt es: „Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.“ Anders als bei Nutztieren, die aus Gründen der Ernährung geschlachtet werden dürfen, stellt sich bei Haustieren die Frage, wann ein „vernünftiger“ Grund vorliegt. Darüber entscheidet der Tierarzt, bei Uneinigkeit mit dem Hundebesitzer hat der Amtstierarzt das letzte Wort.

Leidet ein Hund beim Einschläfern?

Der Fachbegriff für das Einschläfern lautet Euthanasie. Das griechische Wort bedeutet übersetzt „guter Tod“ und bezeichnet ursprünglich einen sanften, schönen Abschied eines Sterbenden vom Leben. Der Tierarzt ist verpflichtet, den Hund mit der Hilfe von Betäubungsmitteln schmerzlos und komplikationsfrei einzuschläfern. Er gibt dem Hund eine Überdosis an Schlaf- oder Narkosemitteln, sodass dieser keine Schmerzen spürt. Der Vierbeiner hört dann innerhalb weniger Minuten auf zu atmen und sein Herzschlag setzt aus. Ein fachgerecht betäubter Hund bemerkt den Eintritt des Todes nicht.

Was kostet das Einschläfern des Hundes?

Wenn ein Hund eingeschläfert werden muss, entstehen unter anderem Kosten für

  • die Tötung durch Injektion,
  • die Medikamente,
  • den Aufwand des Tierarztes und
  • die Entsorgung oder Bestattung des Hundes.

Die Kosten für Tötung durch Injektion sind in der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) festgeschrieben und hängen davon ab, welchen Satz der Tierarzt abrechnet.

  • 1-facher Satz 19,24 Euro
  • 2-facher Satz 38,48 Euro
  • 3-fachen Satz 57,72 Euro

Die erhöhten Sätze dürfen zum Beispiel berechnet werden, wenn der Hund in der Nacht, am Wochenende oder an einem Feiertag eingeschläfert werden muss. Zusätzlich entstehen beim Einschläfern des Hundes weitere Kosten.

Gut zu wissen:

Ein Tierarzt ist gesetzlich nicht dazu verpflichtet, einen Kostenvoranschlag zu erstellen. Sicherlich kann er aufgrund seiner Erfahrung vorab trotzdem Auskunft darüber geben, was das Einschläfern und Entsorgen des Hundes circa kostet.

Die letzte Ruhe im geliebten Körbchen

Wer nicht möchte, dass sein treuer Begleiter in einer Tierarztpraxis einschläft, kann fragen, ob der Tierarzt den Tod des Hundes auch in seiner gewohnten Umgebung einleitet. Aufgrund der Anfahrt kann dies zwar teurer sein als das Einschläfern in der Praxis. Doch die ganze Familie kann dann in Ruhe Abschied nehmen und der Hund sanft an seinem Lieblingsplatz einschlafen.

Welche Versicherung übernimmt die Kosten?

Es gibt einige Hundekrankenversicherungen, die veterinär-medizinisch notwendige Kosten für die Euthanasie bei Unfall oder unheilbaren Krankheiten übernehmen. Ob und was eine Versicherung in diesem Fall zahlt, steht in den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Manche Hundekrankenversicherungen garantieren zudem eine Todesfallleistung nach einem Unfall des Hundes. Damit können Hundebesitzer beispielsweise die Bestattung ihres geliebten Haustieres zahlen. Die Übernahme von Bestattungskosten ist bei der Hundekrankenversicherung nicht üblich, auch dann nicht, wenn der Hund wegen starker Schmerzen eingeschläfert werden muss.

Tipp: Wichtiger Schutz für Hundebesitzer

Was passiert nach dem Einschläfern?

Eine Frage, der sich jeder Hundehalter irgendwann stellen muss, ist, was mit seinem Hund nach dem Tod geschieht. Für die sterblichen Überreste des Tieres gibt es in Deutschland verschiedene Möglichkeiten. Welche davon die beste ist, muss schließlich jeder Halter selbst entscheiden. Die Entscheidung kann emotionale wie auch finanzielle Gründe haben.

Nach dem Tod des Hundes

Nachdem ein Hund gestorben ist, sollten Hundebesitzer zeitnah an die Hundesteuerabmeldung denken. Sofern eine Hundeversicherung bestand, zum Beispiel eine Hundehaftpflicht­versicherung oder eine Hundekranken­versicherung, gilt beim Tod des Hundes ein Sonderkündigungsrecht. Die Versicherung kann den Vertrag bereits zum Folgemonat auflösen.