Zahnreinigung Hund
Anja Schlicht
Anja Schlicht

Redaktionsleitung

Zahnreinigung: Was kostet eine Zahnsteinentfernung beim Hund?

Die richtige Zahnhygiene beugt Zahnstein beim Hund vor. Doch je nach Gebiss reicht die Zahnpflege zu Hause manchmal nicht mehr aus. Dann empfiehlt sich eine professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt, um Schmerzen und weitere, ernstzunehmende Erkrankungen beim Hund zu verhindern. Die Kosten für eine Zahnsteinentfernung hängen davon ab, wie aufwändig sie ist.

Wie erkennt man Zahnstein beim Hund?

Für Zahnstein beim Hund gibt es zwei recht deutliche Signale:

Die Ablagerungen sind dabei sehr hart und lassen sich nur schwer vom Zahn abkratzen. Besonders häufig sind

  • Eckzähne,
  • Reißzähne und
  • die oberen Backenzähne

betroffen. Manchmal lagert er sich aber auch unter dem Zahnfleisch an, in den sogenannten Zahnfleischtaschen. Das kann zu Zahnfleischbluten, Zahnfleischentzündungen, Schwellungen am Kiefer und eitrigen Stellen führen.

Der Grund für den unangenehmen Geruch aus der Maulhöhle sind Bakterien im Zahnbelag, die das Gebiss des Hundes besiedeln und bei fortgeschrittenem Befall den gesamten Organismus des Vierbeiners enorm belasten. Aufgrund der rauen Oberfläche von Zahnstein lagert sich immer neuer Zahnbelag mit Bakterien und Keimen in der Maulhöhle an. Eine normale Tierzahnbürste oder ein Fingerling reicht dann für die Zahnreinigung nicht mehr aus.

Zahnstein kann große Schäden anrichten und dem Hund damit starke Schmerzen bereiten. Sind Zahnschmelz und Zahnfleisch stark in Mitleidenschaft gezogen, fällt dies Besitzern durch ein auffälliges Fressverhalten ihres Tieres auf. Der Hund frisst dann beispielsweise deutlich weniger oder hält beim Fressen den Kopf schief, da er aufgrund der Schmerzen nur auf einer Seite kauen kann. Spätestens wenn sich die befallenen Zähne lockern oder sogar ausfallen, sollten Hundebesitzer zum Tierarzt eilen.

Welche Zahnreinigung hilft gegen Zahnstein beim Hund?

Im besten Fall reinigen Besitzer die Zähne ihres Hundes regelmäßig, sodass Zahnstein gar nicht erst entsteht. Vorbeugend helfen spezielle Hundezahnbürsten, aber auch Trockenfutter und Kauspielzeuge haben einen reinigenden Effekt. Darüber hinaus gibt es diverse Zahnpflegeprodukte für Hunde sowie Zahnsteinkratzer.

Ist eine Zahnstein­entfernung ohne Narkose möglich?

Da für Hunde, anders als für Menschen, das Geräusch von Ultraschall unerträglich ist, wird der Hund für eine Zahnsteinentfernung üblicherweise voll narkotisiert. Der Tierarzt kann versuchen, den Zahnstein manuell zu entfernen. Je nach Ausmaß der Ablagerungen auf den Zähnen reicht eine solche Maßnahme jedoch leider nicht immer aus.

Was kostet eine professionelle Zahnsteinentfernung?

Für eine professionelle Zahnsteinentfernung rechnet der Tierarzt seine Leistungen nach der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) ab. Die Tabelle zeigt, welche Kosten er dabei veranschlagen darf.

Zahnstein­entfernung/ -prophylaxe

Gebühren

manuell 12,84 Euro
einfacher Ultra­schall 22,46 Euro
schwieriger Ultra­schall 44,89 Euro, bei sehr hohem Zeit­aufwand zuzüglich einer Zeit­gebühr von 16 Euro je 15 Minuten
Ultra­schall mit Scaling, Fluorie­rung und Nach­polieren 76,97 Euro

Quelle: Gebührenordnung der Tierärzte, V 1.3.10

Zusätzlich entstehen Kosten für Medikamente und Verbrauchsmaterialien. Diese hängen davon ab, welche Behandlung der Tierarzt für den jeweiligen Patienten rät.

Üblicherweise erhält der Hund bei der Zahnreinigung mittels Ultraschall ein Narkosemittel, das Halten bezahlen müssen. Sofern der betroffene Hund schon alt oder krank ist, wird das Tier vorab untersucht, damit der Tierarzt das Narkoserisiko einschätzen kann. Auch solche Voruntersuchungen stellt die Praxis dann in Rechnung.

In manchen Fällen wird dem Tier vor der Zahnbehandlung ein Antibiotikum verabreicht. Falls der Mundraum vom Hund vor der Behandlung geröntgt werden muss, um das Ausmaß der Auflagerungen abzuschätzen, wird es wegen der Röntgenaufnahmen noch teurer.

Tipp: Nützlicher Zusatzschutz für Hundebesitzer

Beim Tierarzt nachgefragt

Die Kosten für die professionelle Zahnreinigung richten sich letztlich immer an der jeweils erforderlichen Behandlung des Hundes. Darum empfiehlt es sich, vorab beim Tierarzt zu erfragen, was die Zahnsteinentfernung voraussichtlich kostet. Aufgrund seiner Erfahrungswerte kann der Tiermediziner eine erste Einschätzung geben.

Welche Versicherung übernimmt die Kosten für die Zahnstein­entfernung?

Es gibt Hundekranken­versicherungen, die die Kosten für die Zahnstein­entfernung übernehmen. Viele Anbieter zahlen zudem eine sogenannte Gesundheitspauschale für die Zahnprophylaxe, also die Vorsorge.

Diese Leistungen werden allerdings nicht in jedem Tarif garantiert. Vor dem Abschluss einer Krankenversicherung für den Hund ist es daher ratsam, einen genauen Blick in die Versicherungs­bedingungen zu werfen und die Angebote zu vergleichen.

Die Versicherungsgesellschaften führen in ihrem Vertragswerk sehr detailliert aus, ob und in welchem Umfang sie für die Kosten einer Zahnbehandlung des versicherten Hundes aufkommen. Falls die Zahnreinigung nicht übernommen wird, ist dies meistens unter dem Punkt „Leistungsausschlüsse“ vermerkt.

Wie oft müssen die Zähne beim Hund gereinigt werden?

Als Vorsorgemaßnahme raten Tiermediziner dazu, dem Hund einmal täglich die Zähne zu putzen. Wer es nicht schafft, dies in den Alltag zu integrieren, sollte wenigstens zweimal pro Woche das Gebiss des Vierbeiners gründlich säubern. Diese regelmäßige Prozedur beugt der Zahnsteinbildung vor.

Trotzdem lassen sich die Ablagerungen nicht immer verhindern. Abhängig von der Rasse und dem Alter des Hundes, von der Beschaffenheit seiner Zähne, seinem Speichel und den Keimen in seinem Maul kann sich Zahnstein, auch wiederholt, bilden. Bei Hunden, die zu einer häufigen Zahnsteinbildung neigen, kann eine jährliche, professionelle Zahnreinigung sinnvoll sein, um die Tiere vor lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen zu schützen.