0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Verdienstunterschiede: Frauen verdienen bis zu 30 Prozent weniger als Männer

Das Statistische Bundesamt hat am Morgen die neusten Zahlen zum Gehältervergleich zwischen Frauen und Männern vorgelegt. Frauen in Führungspositionen oder technischen Berufen verdienen demnach 30 Prozent weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen. Auch in anderen Berufen gibt es große Unterschiede.
Verdienstunterschiede: Frauen verdienen bis zu 30 Prozent weniger als Männer

Die Zahlen zum Verdienstunterschied 2010 des Statistischen Bundesamtes belegen, was die Bundesregierung seit Jahren zu bekämpfen versucht: Frauen verdienen weniger als Männer, insbesondere in Führungspositionen. Während ein Mann, der in der Chefetage arbeitet, 39,50 Euro brutto in der Stunde verdient, erhält seine weibliche Kollegin durchschnittlich 27,64 Euro. Das sind ganze 30 Prozent weniger, obwohl die gleiche Arbeit verrichtet wird. Bei den Technikern ist der prozentuale Verdienstunterschied genauso groß, während die Differenz des Bruttostundenlohns in akademischen Berufen mit 28 Prozent kaum geringer ausfällt.

Verdienstunterschied: Gender Pay Gap liegt bei 22 Prozent

Insgesamt konnte der sogenannte Gender Pay Gap, der den Unterschied des Verdienstes zwischen Männern und Frauen beschreibt, in der Zeit von 2006 bis 2010 nur minimal von 23 auf 22 Prozent gedrückt werden. Somit ist der Verdienstunterschied seit 2002 nahezu konstant geblieben. Ursprünglich wollte die Bundesregierung den Gender Pay Gap bis 2010 auf 15 Prozent senken.

Unser Service für Sie

Sie suchen einen professionellen Rat zu Vorsorge und Versicherungen?

Männer verdienen immer noch mehr

Am geringsten ist der Verdienstunterschied im Jahr 2010 bei den Bürokräften ausgefallen. Weibliche Bürokräfte haben nur vier Prozent weniger pro Stunde verdient als Männer in der gleichen Position. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes offenbaren jedoch, dass der Gender Pay Gap in allen anderen Berufsbereichen zweistellig ausfällt: Männliche Handwerker bekommen ein Viertel mehr Gehalt, Verkäufer und Dienstleister erhalten 12 Prozent mehr Lohn und sogar Hilfsarbeiter verdienen noch 13 Prozent mehr als Hilfsarbeiterinnen.

Gehaltslücke wächst mit Ausbildungsgrad und Alter

Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern steigt mit dem Bildungsniveau an. Während der Bruttostundenlohn für Männer mit niedrigem Abschluss wie Real- oder Hauptschule 11 Prozent höher ist als bei Frauen, liegt das Verdienstniveau für Frauen mit einem Hochschulabschluss 27 Prozent unter dem der Männer. Zudem steigt der Gender Pay Gap mit zunehmendem Alter. Mit 24 Jahren fällt der Bruttostundenlohn der Frauen nur zwei Prozent geringer aus als bei den Männern. Zwischen 35 und 44 Jahren sind es bereits 24 Prozent und die 55-64-jährige Frauen verdienen 28 Prozent weniger als gleichaltrige Männer. Immerhin: 2006 waren es noch 30 Prozent.

Bekommen Frauen weniger Gehalt aufgrund der Kindererziehung?

Wieso es zu den Verdienstunterschieden kommt, kann nur schwer gesagt werden. Denn auch bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit werden Frauen schlechter bezahlt als Männer. Vermutlich spielen die unterschiedlichen Erwerbsbiografien eine größere Rolle, als sich die Bundesregierung eingestehen möchte. Lücken im Lebenslauf durch die Kindererziehung oder anderer familiärer Verpflichtungen bzw. die dadurch entstandenen Brüche durch Teilzeitarbeit könnten zu den geringeren Verdiensten führen, mutmaßt das Statistische Bundesamt in seiner Pressemitteilung.