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Armutsrisiko: 15,8 Prozent der Deutschen sind armutsgefährdet

Obwohl der neuste Alterssicherungsbericht der Bundesregierung belegen soll, dass es den Rentnern finanziell „überwiegend gut“ geht, zeigen die aktuellen Zahlen zur Armutsgefährdung etwas anderes. Armutsgefährdet waren 2010 15,8 Prozent der Deutschen, bei den alleinlebenden Rentnern waren es sogar 24,1 Prozent.
Armutsrisiko: 15,8 Prozent der Deutschen sind armutsgefährdet

Altersarmut. Dieser Begriff schwirrt in letzter Zeit immer häufiger durch die Schlagzeilen – nicht zu Unrecht. Zwar stellt der fünfte Bericht zur Alterssicherung der Bundesregierung dar, dass das monatliche Einkommen der Ehepaare und Alleinstehenden ab 65 Jahren durchschnittlich bei 1.818 Euro liegt, wobei alleinlebende Männer mehr (1.560 Euro) als Single-Frauen zur Verfügung haben (1.292 Euro). Doch der Alterssicherungsbericht warnt erneut vor einer drohenden Altersarmut, von der besonders Geringverdiener in Zukunft betroffen sein könnten. Es heißt: „Selbst Geringverdiener, die jahrzehntelang in das Rentensystem eingezahlt haben, werden am Ende ihres Erwerbslebens kein auskömmliches Einkommen aus der Rente haben.“

Armutsrisiko: 15,8 Prozent verfügen über weniger als 952 Euro/Monat

Die meisten Rentner sind laut dem Alterssicherungsbericht weit davon entfernt, in die Altersarmut zu rutschen. Doch wie das Statistische Bundesamt am heutigen Mittwoch bekannt gab, hat sich die Armutsgefährdungsquote in Deutschland 2010 im Vergleich zu den Vorjahren kaum verändert. Den Statistiken zufolge sind 15,8 Prozent der deutschen Bevölkerung armutsgefährdet. Diese rund 12, 8 Millionen Menschen verfügen als Alleinlebende über weniger als 11.426 Euro im Jahr – Sozialleistungen sind dabei bereits einbezogen – bzw. in einem Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren weniger als 23.994 Euro.

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Jeder dritte Alleinlebende unter 65 war 2010 armutsgefährdet

Besonders stark von Armut gefährdet sind jedoch Alleinlebende unter 65 Jahren und Alleinerziehende. In diesen Bevölkerungsgruppen verfügte 2010 mehr als jede dritte Person über weniger als 952 Euro im Monat. 36,1 Prozent der Alleinstehenden bis 65 waren von Armut bedroht, bei Personen über 65 Jahren nimmt die Quote leicht ab und fällt auf 24,1 Prozent. Trotzdem war 2010 fast jeder vierte alleinlebende Rentner armutsgefährdet. Diese Zahlen decken sich gewissermaßen mit den Ergebnissen des aktuellen Alterssicherungsberichts. Zwar steht allen Rentnern durchschnittlich monatlich 1.818 Euro zur Verfügung, doch zeigen die Zahlen auch, dass 31 Prozent der alleinstehenden Rentner weniger als 1.000 Euro im Monat zum Leben haben.

Sozialleistungen retten viele Deutsche vor drohender Armut

Die am stärksten von Armut betroffene Bevölkerungsgruppe waren 2010 mit 37,1 Prozent Alleinerziehende und ihre Kinder. Ohne Sozialleistungen läge die Zahl der Menschen, die von Armut bedroht sind, noch höher. Jeder vierte Deutsche (25,1 Prozent) wäre ohne die staatlichen Hilfen armutsgefährdet gewesen. Gleichzeitig nimmt die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge ab, sodass der Schritt von Armutsgefährdung zurtatsächlichen Altersarmut nur noch ein kleiner ist. 1,8 Millionen Deutsche, die weniger als 1.500 Euro brutto im Monat verdienen, haben weder eine betriebliche Altersvorsorge noch einen Riester-Vertrag. Der nächste Alterssicherungsbericht in vier Jahren könnte demnach weniger positiv ausfallen, wenn einerseits die Bundesregierung keine neuen Anreize zur privaten Vorsorge setzen kann und andererseits nicht mehr Deutsche die Notwendigkeit einer Altersvorsorge erkennen.