0800 300 3009

Kostenlose Service-Hotline

 
finanzen.de Nachrichten immer gut informiert

Kreditbearbeitungsgebühren: Bankkunden fordern ihr Geld zurück

Wie das ZDF-Magazin „WISO“ berichtet, fordern immer mehr Bankkunden unzulässig erhobene Kreditbearbeitungsgebühren von ihrem Geldinstitut zurück. Doch obwohl mehrere Gerichte entschieden haben, dass die Bearbeitungsgebühren bei Krediten nicht zulässig sind, reagieren die meisten Banken erst dann, wenn ihnen mit einer Klage gedroht wird.
Kreditbearbeitungsgebühren: Bankkunden fordern ihr Geld zurück

Es geht um mehrere Millionen Euro, die die Banken zu Unrecht mit Bearbeitungsgebühren für Kredite verdient haben. Trotz entsprechender Gerichtsurteile verlangen viele Geldhäuser für ihre Kredite noch immer einmalige Bearbeitungsgebühren. Diese liegen meist zwischen ein und drei Prozent der Auszahlungssumme. Nimmt der Bankkunde also einen Kredit in Höhe von 100.000 Euro auf, bekommt er womöglich nur zwischen 97.000 Euro und 99.000 Euro ausgezahlt. Solche Kreditbearbeitungsgebühren sind in den meisten Fällen allerdings unrechtmäßig, sodass Bankkunden das Geld zurückverlangen dürfen. Doch viele Geldinstitute halten ihre Kunden hin.

Update 13. Mai 2014: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein wichtiges Urteil zu den Bearbeitungsgebühren für Kredite gesprochen. In zwei Fällen erklärte das Gericht die Klauseln zu Gebühren für unangemessen. Tausende Bankkunden können nun auf eine Rückerstattung hoffen. Umstritten ist jedoch noch, ob die Ansprüche nach drei Jahren verjähren können und so nur Kunden betroffen sind, die einen Kreditvertrag 2011 abgeschlossen haben.

Update 28. Oktober 2014: Der BGH hat nun entschieden, dass Bankkunden unzulässig erhobene Gebühren auch für Kreditverträge zurückfordern können, die ab 2004 abgeschlossen wurden, siehe Kreditgebühren zurückfordern: BGH verlängert Frist auf zehn Jahre

Kreditbearbeitungsgebühr von acht Gerichten für unzulässig erklärt

Kreditbearbeitungsgebühren erheben die Banken zum Beispiel, weil sie die Bonität – also die Zahlungsfähigkeit – des Kreditnehmers überprüfen. Jedoch haben mittlerweile acht Oberlandesgerichte (OLG) entschieden, dass die Bearbeitungsgebühren bei Verbraucherkreditverträgen unzulässig sind. Die Bonitätsprüfung veranlasst die Bank aus eigenem Interesse. Sie ist daher keine Leistung, die der Kunde zu zahlen hat. Da es jedoch kein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH), dem höchsten deutschen Zivilgericht, gibt, verteidigen viele Banken weiterhin ihre Kreditbearbeitungsgebühren. Ein Urteil des BGH gilt ohnehin als unwahrscheinlich, da die Banken bisher ein höchstrichterliches Urteil verhindern konnten. Betroffene müssen also selbst die Initiative ergreifen und ihr Geld zurückfordern – notfalls mit Unterstützung eines Anwalts.

Unser Service für Sie

Sie suchen einen professionellen Rat zu Vorsorge und Versicherungen?

Bankkunden: Gebühren zurückfordern

Bankkunden haben drei Möglichkeiten: Entweder schalten sie einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht ein. Manchmal reicht allein die Klagedrohung aus, damit die Kreditinstitute reagieren. Jedoch können dabei Kosten entstehen, die dem Rückzahlungsbetrag nicht unbedingt gerecht werden. Vielen ist daher der Aufwand im Vergleich zu den verhältnismäßig geringen Beträgen zu hoch.

Alleine klagen vs. Sammelklage gegen Bank

Eine andere Option besteht darin, sich der Schutzgemeinschaft für Bankkunden (schuvoba) anzuschließen. Sie unterstützt die Kreditnehmer, die vorerst nicht selbst klagen wollen. Mithilfe eines Fragebogens prüft die Gemeinschaft zunächst, ob weitere rechtliche Schritte sinnvoll sind. Falls Betroffene die Hilfe des Vertrauensanwaltes in Anspruch nehmen, zahlen sie je nach Erfolg. Bisher wurde auf diese Weise in etwa 150 Fällen Klage eingereicht.

Bearbeitungsgebühr frühzeitig zurückfordern

Schließlich bleibt den Betroffenen noch die Möglichkeit, ihre Forderungen an eine Firma abzutreten, die Klagen gegen Banken sammelt. So umgehen die Bankkunden das Risiko, dass ihnen bei einer Niederlage vor Gericht hohe Kosten entstehen. Jedoch erhalten sie im Erfolgsfall auch nur ein Drittel der Streitsumme. Kreditnehmer sollten in jedem Fall darauf achten, rechtzeitig ihre Forderungen geltend zu machen. Andernfalls können diese verjähren. Betroffenen sollten sich aus diesem Grund auch nicht von ihrer Bank vertrösten lassen.

Kreditbearbeitungsgebühr: Musterbrief nutzen

Die Verbraucherorganisation Stiftung Warentest stellt auf ihrer Internetseite ein Musterschreiben bereit, mit dem Bankkunden die Bearbeitungsgebühren zurückfordern können. Welche Möglichkeiten Betroffene zudem haben, falls ihre Bank nicht zahlt, können sie am heutigen Montag (18. Februar 2013) um 19.25 Uhr bei „WISO“ im ZDF erfahren.