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Pflege-Bahr: Pflegetagegeldversicherung noch nicht sehr beliebt

Seit fast zwei Monaten gibt es die staatlich geförderte Pflegeversicherung nun schon. Doch bei den Bürgerinnen und Bürgern stößt der Pflege-Bahr noch auf kein großes Interesse. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr (FDP) wurden bisher gerade einmal 10.000 Verträge abgeschlossen - die meisten davon bei der Signal Iduna.
Pflege-Bahr: Pflegetagegeldversicherung noch nicht sehr beliebt

Startschwierigkeiten für den neuen Pflege-Bahr

Die Zahl der Versicherungsgesellschaften, die die neuen Pflege-Bahr-Policen anbieten, wächst zögerlich. Mittlerweile gibt es die staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung nach den Vorgaben des Gesetzgebers bei rund zehn Anbietern, darunter bei Barmenia, Debeka, Central, Deutscher Ring, Signal Iduna, Münchener Verein und Deutsche Familienversicherung. Bis zum Ende dieses Jahres, schätzt das Bundesgesundheitsministerium, sollen noch zehn weitere Versicherer dazukommen, die den Pflege-Bahr anbieten. Doch so groß ist das Interesse an den geförderten Tarifen momentan noch gar nicht. Ähnlich wie schon die Riester-Rente hat auch der Pflege-Bahr mit Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen. Die Zahl der bisher abgeschlossenen Verträge ist noch sehr überschaubar.

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Pflege-Bahr-Verträge bei Signal Iduna und Barmenia

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel erklärte  Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zuletzt, dass bislang ungefähr 10.000 Pflege-Bahr-Tarife abgeschlossen worden sind. Die meisten der Policen konnte dem Spiegel-Artikel zufolge die Signal Iduna verkaufen: Schon 2.000 Versicherungskunden entschieden sich bei dem Anbieter für die geförderte Pflegetagegeldversicherung. Zweitbeliebtester Pflege-Bahr-Anbieter mit bisher 1.400 Abschlüssen ist die Barmenia Krankenversicherung.

Staatliche Förderung von 90 Millionen Euro

Der Staat fördert jede Pflege-Bahr-Versicherung seit Januar 2013 mit einem Zuschuss von 60 Euro pro Jahr. Ziel ist, dass mehr Bürgerinnen und Bürger dazu motiviert werden, privat für den eigenen Pflegefall vorzusorgen. Für das Jahr 2013 ist eine Förderung in Höhe von 90 Millionen Euro eingeplant. So gesehen könnten also rund 1,5 Millionen Verträge bezuschusst werden. Die Förderung in voller Höhe soll es nach Angaben des Gesundheitsministeriums für jeden geben, der sich bis zur Mitte des Jahres für eine Pflege-Bahr-Police entscheidet. Abschließen kann übrigens jeder, der das 18. Lebensjahr vollendet hat und bereits pflegepflichtversichert ist. Die Versicherungsgesellschaften müssen jeden Antragsteller aufnehmen und dürfen keine Gesundheitsfragen stellen. Das macht den Pflege-Bahr vor allem für solche Personen attraktiv, die wegen gesundheitlicher Probleme oder Vorerkrankungen bisher keinen oder nur einen überteuerten Schutz erhalten konnten.

Erst Kritik, dann Verkaufsschlager?

Den aktuellen Zahlen zufolge läuft das Geschäft mit dem Pflege-Bahr trotzdem nur schleppend an. Der Bundesgesundheitsminister sieht das noch gelassen. „Die Pflegevorsorge ist ein langfristiges Projekt“, sagte er im Spiegel-Interview. „Auch bei der Riester-Rente dauerte es einige Zeit, bis die heutigen Zahlen erreicht wurden.“ Doch der Pflege-Bahr hat noch eine weitere Gemeinsamkeit mit der Riester-Rente: Bei Verbraucherschützern ist er umstritten. Viele zeigen sich von der Förderpflege nicht überzeugt und kritisieren, dass die geförderten Tarife noch teurer sind als die ungeförderten Pflegeversicherungen. Viele Versicherungsexperten der Verbraucherzentralen raten dazu, mit dem Abschluss eines Pflege-Bahr-Angebotes noch eine Zeitlang zu warten. Denn erst wenn es mehr Krankenversicherer am Markt gibt, die den Pflege-Bahr anbieten, könne man die einzelnen Tarife besser miteinander vergleichen. Es bleibt also abzuwarten, welche weiteren Pflege-Bahr-Tarife demnächst am Markt eingeführt werden.

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