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Bertelsmann Studie: Rentenversicherung droht große Belastung

Laut einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung muss die Rentenversicherung bald reformiert werden. Ansonsten drohen durch die Babyboomer-Jahrgänge zwischen 1955 und 1970, die demnächst in Rente gehen, höhere Rentenversicherungsbeiträge und ein niedrigeres Rentenniveau. Eine Bürgerversicherung und die Rente mit 69 können dem jedoch entgegenwirken.
Bertelsmann Studie: Rentenversicherung droht große Belastung

Das Fazit der neuesten Studie der Bertelsmann Stiftung zeichnet ein düsteres Bild über die Zukunft  der gesetzlichen Rentenversicherung: „Der Renteneintritt der Babyboomer setzt die Rentenversicherung schon bald wieder unter erheblichen Druck“, heißt es in der Studie von der Ruhr-Universität Bochum. Wenn es nicht bald eine Reform der Rentenversicherung gibt, werden die Deutschen in Zukunft einen höheren Beitrag in die Rentenkasse zahlen müssen. Zugleich wird das Rentenniveau, also der Verhältnis des Altersgeldes zum Durchschnittseinkommen, noch weiter fallen. Bis 2060 soll es bis auf 41,2 Prozent absacken, so die Studienautoren.

Geburtenreiche Jahrgänge belasten Rentenkasse

Die Studie, die am Montag vorgestellt wurde, sieht als Ursache der drohenden langfristigen Unterfinanzierung der Rentenkasse die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955 und 1970 – sogenannte Babyboomer –, die demnächst aus den Berufsleben ausscheiden und in Rente gehen. Infolgedessen steigt der Anteil der über 65-Jährigen bis 2030 von derzeit 30 auf 49 Prozent an. Bis 2060 sind fast zwei von drei Deutschen über 65 Jahre alt. Die Babyboomer-Belastungen halten sich bis 2030 zwar noch in Grenzen. Laut der Simulationsrechnung der Bertelsmann Stiftung sinkt das Rentenniveau nur langsam auf 45,2 Prozent und der Beitragssatz steigt auf 21,3 Prozent. Doch bis 2060 erhöht sich der Rentenbeitrag auf 27,2 Prozent. In der Realität kann die Beitragssteigerung noch drastischer ausfallen, denn die Analysten haben bei der Berechnung unter anderem vorausgesetzt, dass die Geburtenrate mit 1,4 Kindern pro Frau gleich bleibt.

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Bürgerversicherung: Selbständige und Beamte müssen zahlen

Eric Thode, der Projektleiter der Studie, rät dazu, die Rücklagen der gesetzlichen Rentenversicherung nicht anzutasten, wie es etwa die FDP zurzeit fordert. Stattdessen muss das System umgebaut werden, so Thode. Er schlägt daher die Rentenversicherungspflicht für Selbständige und Beamte vor. Solch eine Bürgerversicherung könnte das Sinken des Rentenniveaus und den Anstieg der Rentenversicherungsbeiträge stoppen. So könnte im Jahr 2060 ein Rentenniveau von 50,8 Prozent und ein Beitragssatz von 24,7 Prozent erreicht werden. Andere Maßnahmen, wie eine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen und Frauen, könnten dies nicht erreichen, so die Experten der Bertelsmann Stiftung.

Rente mit 69

Eine weitere Möglichkeit, um das Rentensystem zu entlasten, wären längere Lebensarbeitszeiten. Konkret bedeutet das eine Anhebung des gesetzlichen Rentenalters auf 69 Jahre. Denkbar ist zudem, dass die Regelaltersgrenze in Abhängigkeit zur Lebenserwartung steigt. Denn Martin Werding, der Autor der Studie, weist darauf hin, dass eine Bürgerversicherung für das Rentensystem das Problem des demografischen Wandels nicht beheben kann, sondern nur in die Zukunft verschiebt. Er sieht in dem sinkenden Rentenniveau eine ernsthafte Gefahr für steigende Altersarmut. Wie die Studienergebnisse verdeutlichen, wird der Aufbau einer privaten Altersvorsorge in den kommenden Jahren immer wichtiger. Denn nur die gesetzliche Rente wird den Lebensstandard im Alter nicht sichern können.

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Umbau der Rentenversicherung

Ohne steigende Beiträge wird es jedoch nicht gehen, wenn die gesetzliche Rentenversicherung „trotz der älter werdenden und schrumpfenden Bevölkerung finanzierbar und leistungsfähig“ bleiben soll, sagt Projektleiter Thode. Aber „wir haben es in der Hand, woher die Beiträge kommen.“ Ab 2015 beginnt die Belastungsprobe für das Rentensystem. So bleibt der Regierung noch etwas Zeit, um die Rentenversicherung auf den demografischen Wandel vorzubereiten. „Das Thema der langfristigen Sicherung der Rentenfinanzen sollte damit ohne Frage zu den Kernanliegen der Regierung nach den Wahlen gehören“, lautet daher auch das Fazit Thodes.

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