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Pflege-Bahr im Test: Finanztest kritisiert Pflegeförderung

Die zur Stiftung Warentest gehörende Finanztest hat sich die neuen Pflege-Bahr Tarife vorgenommen. In der morgen erscheinenden Ausgabe der Zeitschrift kommen die Tester zu einem vernichtenden Urteil: Die „Tarife taugen nicht viel.“
Pflege-Bahr im Test: Finanztest kritisiert Pflegeförderung

Seit dem 1. Januar 2013 können Pflegetagegeldversicherungen unter bestimmten Bedingungen mit fünf Euro monatlich staatlich gefördert werden. Doch die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten ist bisher gering - nur rund 10.000 Verträge wurden bis Mitte März abgeschlossen. Während die Bundesregierung diese Pflege-Bahr genannte Förderung als wichtige Unterstützung für private Vorsorgemaßnahmen feiert, sehen viele Experten die Förderung kritisch. Einerseits seien 60 Euro jährlich kaum ausreichend, um Anreize für Verbraucher zu schaffen, die sonst keine private Pflegeversicherung abschließen würden. Andererseits seien die geförderten Pflegetagegeldversicherungen aufgrund der strengen Auflagen zu teuer.

Pflegeversicherungen ohne Förderung im Test der Finanztest

Zu diesem Ergebnis kommt nun auch die Stiftung Warentest. In der neuesten Ausgabe der zur Stiftung gehörenden Zeitschrift Finanztest (Ausgabe 5/2013) wurden 23 Pflegetarife ohne Förderung untersucht und insgesamt 17 Pflegetagegeldversicherungen, die staatlich gefördert werden können.

Bei den Tarifen ohne Förderung konnten zwei Angebote das Gesamturteil „sehr gut“ erreichen. Dabei handelt es sich um den Tarif PA der HanseMerkur (Gesamtnote 1,3) und den Tarif PZV der DFV (Gesamtnote 1,5). Weitere 14 Tarife überzeugten mit einem „guten“ Ergebnis. Die restlichen Tarife erreichten immerhin noch ein befriedigendes Ergebnis, durchgefallen ist bei den nicht geförderten Angeboten keines.

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Pflege-Bahr fällt bei Stiftung Warentest durch

Anders sieht es bei den Pflege-Bahr-Tarifen aus. Die Tester bemängeln hier, dass die Leistungen, die von den Versicherungen geboten werden, kaum ausreichen, um den Bedarf im Pflegefall auch tatsächlich zu decken. Gegenüber den nicht geförderten Tarifen haben Versicherte bei den Pflegebahr-Tarifen vor allem bei den Demenzleistungen in Pflegestufe 0 Nachteile. Während es bei den nicht geförderten Tarifen zahlreiche Angebote gibt, bei denen der Versicherungsbeitrag entfällt, sobald es zu einem Pflegebedarf kommt, müssen Pflege-Bahr-Versicherte zudem weiterhin monatliche Versicherungsbeiträge bezahlen.

Auch in Zukunft schlechte Leistungen

Ein weiterer Kritikpunkt: Selbst bei Tarifen, die eine dynamische Erhöhung der Pflegeleistungen vorsehen, reicht diese kaum aus, um inflationsbedingte Steigerungen der Pflegekosten abzudecken. Da oft langfristig in eine Pflegevorsorge eingezahlt wird und Versicherte, die jetzt eine Pflegeversicherung abschließen, meist erst in zwanzig Jahren Leistungen in Anspruch nehmen, ergeben sich durch die Inflation so noch größere Versorgungslücken.

Zu teuer selbst für chronisch Kranke

Die Tester der Stiftung Warentest beurteilen die geförderten Tarife hart. Sie seien „nur für Wohlhabende geeignet“. Denn einerseits seien sie bereits jetzt sehr teuer, wenn man ein Leistungsniveau erreichen möchte, das dem tatsächlichen Bedarf bei Pflege entspricht. Andererseits könnten die Versicherer in den nächsten Jahren die Versicherungsbeiträge weiter erhöhen und nur wer dauerhaft in die Versicherung einzahlen kann, sichert sich auch den Versicherungsschutz. Die Zulage vom Staat bezeichnen die Tester der Finanztest daher als „Mogelpackung“. Gegenüber den bisherigen, nicht geförderten Tarifen würden selbst chronisch Kranke nicht von den Pflege-Bahr-Tarifen profitieren.

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