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Private Krankenversicherung: Gothaer bezieht Stellung zu Kritik

Die Gothaer Krankenversicherung stand kürzlich in der Kritik. Angeblich soll ein internes Schreiben nahegelegt haben, dass der Versicherer Privatversicherte beim Wechsel behindern soll. Die Gothaer hatte mitgeteilt, man handle „entsprechend der gesetzlichen Regelung“. finanzen.de hat nun noch einmal nachgefragt. Was ist dran an der Kritik?
Private Krankenversicherung: Gothaer weist Kritik zum Tarifwechsel zurück
Gothaer Krankenversicherung behindert den Tarifwechsel nicht

Die private Krankenversicherung (PKV) wurde zuletzt häufiger kritisiert. Probleme beim Wechsel innerhalb der PKV sollen keine Einzelfälle darstellen, sondern von einigen Versicherern systematisch verursacht werden. So sollen fehlende oder falsche Informationen sowie eine bewusste Verunsicherung der Versicherten zu den Mitteln gehören, mit denen der Tarifwechsel behindert wird. Spiegel Online berichtete darüber, dass diese Praxis offenbar System hat. In der Kritik stand besonders die Gothaer Krankenversicherung. Der Spiegel-Redaktion liegt ein internes Schreiben der Gesellschaft vor, mit dem Mitarbeiter im Gespräch mit wechselwilligen Kunden angeblich angehalten werden, den sogenannten Mehrleistungsausschluss zu vermeiden. finanzen.de hat bei der Gothaer nun kritisch nachgefragt. Handelt der Versicherer unrechtmäßig?

Private Krankenversicherung: Probleme beim Wechsel

Privatversicherte können innerhalb ihrer privaten Krankenversicherung in einen günstigeren Tarif wechseln, um etwa ihre Beiträge zu senken. In manchen Fällen enthält der neue Tarif neben Minderleistungen in Teilbereichen auch Mehrleistungen. Diese Mehrleistungen muss der Kunde jedoch nicht annehmen, sondern kann einen Leistungsausschluss verlangen. Doch nicht alle Versicherer weisen auf diese Möglichkeit hin. Versicherte sollen sich eher für die Mehrleistungen entscheiden und „lieber einen Risikozuschlag […] zahlen, statt auf Leistungen zu verzichten, die sie auch bisher nicht hatten“, so Spiegel Online.

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Behinderung beim Tarifwechsel: Gothaer weist Kritik zurück

Die Gothaer soll in dem internen Schreiben Mitarbeitern Nachteile aufführen, die mit dem Mehrleistungsausschluss einhergehen. Versicherte sollen etwa darauf hingewiesen werden, dass sie dann die Rechnung beim Arzt direkt bezahlen müssen. Doch in der privaten Krankenversicherung ist dieser Vorgang ganz normal. Daher ging es der Gothaer auch gar nicht darum, „dass der Kunde [...] in Vorleistung zu treten hat, sondern darum, dass er je nach Leistungsbegrenzungen oder Leistungsausschlüssen keinerlei Kostenerstattung von seinem Krankenversicherer beanspruchen kann“, verdeutlicht Martina Faßbender, Pressesprecherin der Gothaer, gegenüber finanzen.de. Im Klartext: Hat der Privatversicherte die Leistung ausgeschlossen, die der Arzt abrechnet, muss er die Kosten alleine tragen. Und für den Kunden stellt es sich nicht immer einfach dar, im Behandlungsfall dann zu überblicken, wie weit sein Versicherungsschutz geht.

Gothaer: Tarifwechsel ist stets eine „einzelfallbezogene Betrachtung“

Faßbender weist darauf hin, dass die Gothaer grundsätzlich alle Punkte anspricht, „die im Beratungsverlauf relevant sind. Dazu gehören insbesondere die Bedarfssituation des Kunden, auch Hinweise zu Auswirkungen von Tarifwechseln“. Ob ein Kunde an Mehrleistungen nicht interessiert ist, könne erst ausgeschlossen werden, wenn der wirkliche Bedarf des Versicherten ermittelt wurde. Der Gothaer ist es wichtig, dass ihre Kunden keine leichtfertigen Entscheidungen treffen. Um dies zu erreichen, müssen sich die Versicherten „über die Bedeutungen einer Leistungseinschränkung bzw. eines Leistungsausschlusses […] vollständig im Klaren sein“, so die Sprecherin. „Aus Erfahrung wissen wir, wie wichtig diese Aspekte sind, um auch dauerhaft zufriedene Kunden zu haben“, erläutert Faßbender.

Finanzmarktaufsicht Bafin untersucht andere private Krankenversicherer

Die Gothaer weist die Kritik an der systematischen Behinderung ihrer Kunden beim Tarifwechsel zurück. Doch andere Versicherer scheinen ihren Versicherten einige Probleme beim Wechsel zu bereiten, berichtete jüngst die Wirtschaftswoche. Demnach prüft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) derzeit einzelne Versicherungsunternehmen, die betroffenen Personen das Wechselrecht verweigert haben. Die Unternehmen begründen die Entscheidung damit, dass der gewünschte Tarif für neue Kunden geschlossen ist. Das bedeutet, dass dieser Tarif nicht mehr aktiv beworben wird. Gesetzlich ist dieser Verweigerungsgrund jedoch nicht vorgesehen. Versicherte können so dennoch in den entsprechenden Tarif wechseln.

Bildquelle: Gothaer

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