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Altersvorsorge für Selbständige: Stiftung Warentest prüft Rentenmodelle

Bei der Altersvorsorge für Selbständige bietet die Finanztest eine große Überraschung. In ihrem Rententest zeigt sich, dass Selbständige durchaus von der gesetzlichen Rentenversicherung profitieren können. Im Vergleich ähneln die Leistungen die der Rürup-Rente. Die Rente der privaten Rentenversicherung fällt im Test hingegen durch.
Altersvorsorge für Selbständige: Privatrente floppt
Altersvorsorge: Selbständige haben oft die Wahl

Bei der Altersvorsorge haben die meisten Selbständigen und Freiberufler die Wahl zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und eigenen Vorsorgeleistungen. Während einige Selbständige der Versicherungspflicht unterliegen, können sich andere von ihr befreien lassen. Um trotzdem im Alter finanziell unabhängig zu bleiben, müssen sich diese Selbständigen allerdings frühzeitig um eine private Altersvorsorge kümmern.

Mit welcher Vorsorgeform sie am meisten Rente erzielen, hat die Stiftung Warentest untersucht. Die große Überraschung: Neben der staatlich geförderten Rürup-Rente kann sich auch die gesetzliche Rentenversicherung als freiwillige oder Pflichtversicherung sehen lassen.

Update 11. April 2019: Die Wahlfreiheit könnte bald der Vergangenheit angehören. Bundesarbeitsminister Heil plant noch 2019 die Weichen für eine Altersvorsorgepflicht für Selbständige zu stellen.

Altersvorsorge für Selbständige: Gesetzliche vs. private Rentenversicherung

Der Test der Stiftung Warentest stammt aus dem März 2018. Die Experten haben berechnet, wie sich die verschiedenen Vorsorgevarianten hinsichtlich der Rente verhalten. Dabei gingen sie von einem Modellkunden aus, der 30 Jahre lang für die jeweilige Altersvorsorge zahlt.

Bei einem monatlichen Beitrag von 600 Euro hätte dieser – je nach Rentenanpassung – im Alter einen gesetzlichen Rentenanspruch von 1.273 Euro bis 1.710 Euro pro Monat. Zahlt er hingegen in eine klassische Rürup-Rente oder private Rentenversicherung ein, läge die zu erwartende monatliche Rente bei 987 Euro bis 1.650 Euro brutto. Auch bei einem monatlichen Zahlbetrag von 300 Euro wartet die gesetzliche Rentenversicherung mit dem besten Ergebnis auf.

Tipp: Trotz der Berechnungen der Stiftung Warentest sind pauschale Aussagen, welche Absicherung für jeden Einzelnen konkret sinnvoll ist, schwierig. Wichtig ist, dass sie zum eigenen finanziellen Spielraum passt. Fordern Sie daher ein auf Sie abgestimmtes, unverbindliches Angebot zur Altersvorsorge an und finden Sie Ihre individuell beste Vorsorgemöglichkeiten heraus.

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Steuervorteile bei Rürup- und gesetzlicher Rente

Egal welche Altersvorsorge Selbständige wählen, die Steuern dürfen sie hierbei nicht außer Acht lassen. So profitieren sie bei der Rürup-Rente von erheblichen Steuervorteilen. Rürup-Sparer können derzeit von jährlichen Einzahlungen bis zu 24.305 Euro (48.610 Euro bei Ehepaaren) 88 Prozent steuerlich geltend machen (Stand 2019). Der anrechenbare Anteil steigt jedes Jahr auf schließlich 100 Prozent. Die persönliche Steuerlast lässt sich daher über die Rürup-Beiträge erheblich senken.

Service: Mit dem Rürup -Rente Rechner finden Sie schnell heraus, mit welchem Tarif Sie optimal fürs Alter vorsorgen können.

Was viele Menschen nicht wissen: Auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung können diese Steuervorteile geltend gemacht werden. Für den Modellsparer ergibt sich bei der Stiftung Warentest im Laufe der 30 Jahre eine Steuerersparnis von 63.348 Euro für beide Vorsorgevarianten. Hier ist die private Rentenversicherung der eindeutige Verlierer. Denn diese bietet keinerlei Steuervorteile in der Ansparphase.

Tipp: Im Vergleich zur gesetzlichen Rentenversicherung hat die Rürup-Rente den Vorteil, dass Versicherte deutlich mehr einzahlen können. 2019 liegt die Grenze bei der Rentenversicherung bei 14.954 Euro, bei der Rürup-Rente bei über 23.000 Euro.

 

Steuerliche Vorteile an Bedingungen gebunden

Bei der Rürup-Rente handelt es sich um eine private Rentenversicherung oder einen Fondssparplan mit Zertifikat. Im Gegensatz zu normalen Privatrenten können Sparer bei der Rürup-Rente Steuervorteile geltend machen. Dafür müssen die Verträge bestimmte Voraussetzung erfüllen. So ist beispielsweise eine Kapitalauszahlung nicht vorgesehen.

Steuern bei der Altersvorsorge: Selbständige zahlen im Alter auf ihre Rente

Bei der Rürup- und gesetzlichen Rente müssen im Alter Steuern abgeführt werden. Hier punktet die Privatrente. Denn bei ihr ist nur der Ertragsanteil steuerpflichtig. Oft bedeutet dies, dass gar keine Steuern fällig werden, insbesondere wenn keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte vorliegen. Dann liegt der Ertragsanteil meist unter dem steuerlichen Grundfreibetrag.

Rürup-Sparer und gesetzlich Rentenversicherte sind ab 2040 als Neurentner hingegen komplett steuerpflichtig. Allerdings fällt die Belastung durch die sogenannte nachgelagerte Besteuerung im Alter geringer aus als bei einer Besteuerung während des Erwerbslebens, da der persönliche Steuersatz als Rentner meist niedriger ist.

Sozialabgaben auf die Rente berücksichtigen

Neben den Steuern werden unterschiedlich hohe Sozialabgaben auf die Rente fällig. Gesetzlich Krankenversicherte zahlen je nach Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse zwischen 10,5 Prozent und 10,75 Prozent (Eltern) beziehungsweise 11,2 Prozent und 11,45 Prozent (Kinderlose) für ihre Kranken- und Pflegeversicherung von ihrer gesetzlichen Rente (Stand 2019).

Wer eine Rürup- oder Privatrente bezieht, muss als Pflichtversicherter der gesetzlichen Krankenversicherung keine Abgaben auf die private Rente bezahlen. Als freiwillig Versicherter werden diese hingegen fällig. Wer die hohen Abgaben als freiwillig Versicherter vermeiden will, kann in die Pflichtversicherung der Krankenversicherung der Rentner eintreten, sofern er eine gesetzliche Rente bezieht und in der zweiten Hälfte seines Berufslebens mindestens 90 Prozent der Zeit in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert war.

3 Vorteile und 3 Nachteile bei der Altersvorsorge für Selbständige im Überblick

  Vorteile Nachteile
Rürup-Rente
  • Flexibel
  • Beiträge zu 88 Prozent steuerlich absetzbar (2019)
  • Keine Sozial­abgaben auf Rente
  • Keine Einmalaus­zahlung
  • Rente für Hinter­bliebene nur nach Verein­barung
  • Steuer­vorteil spricht vor allem Besser­verdienende an
Gesetz­liche Renten­versiche­rung
  • Flexibel
  • Anspruch auf Erwerbs­minderungs­rente
  • Hinter­bliebenen­rente
  • Entwick­lung der Renten­kasse nicht absehbar
  • Keine Einmal­auszahlung
  • Sozial­abgaben auf Rente
Private Renten­versiche­rung
  • Einmal­auszahlung
  • Nur Ertrags­anteil muss versteuert werden
  • Flexibel
  • Geringe Rendite
  • Teile hohe Kosten
  • Rente für Hinter­bliebene nur nach Verein­barung

Vorsorge muss individuell gewählt werden

Die Privatrente ist bei der Stiftung Warentest als Altersvorsorge für Selbständige der klare Verlierer. Ob sich allerdings die gesetzliche Rentenversicherung, eine Rürup-Rente oder eine Kombination aus verschiedenen Vorsorgestrategien empfiehlt, hängt von den individuellen Lebensumständen ab. So müssen einige Selbständige ihre Altersvorsorge aufgrund schwankender Einkünfte sehr flexibel gestalten. Hier punktet eher die Rürup-Rente. Andere wählen wiederum bewusst die gesetzliche Rentenversicherung, da diese nicht nur eine Rente bietet, sondern auch weitere Leistungen wie einen Hinterbliebenenschutz oder Reha-Leistungen.

Service: Wenn Sie sich unsicher sind, welche Vorsorgeform sich für Sie lohnt oder ob Ihre bisherige Altersvorsorge ausreicht, dann fordern Sie eine unverbindliche Beratung zur Altersvorsorge an.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Altersvorsorge.