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AOK Krankenhaus-Report 2014: Rund 19.000 Tode wegen Behandlungsfehler

Bei jeder 100. Krankenhausbehandlung passiert laut AOK ein Fehler. Dem heute veröffentlichten Krankenhaus-Report der AOK zufolge sterben infolge solch eines Behandlungsfehlers rund 19.000 Menschen im Jahr. Doch auch langfristige gesundheitliche Beschwerden drohen etwa durch mangelnde Hygiene. Welche Rechte und Möglichkeiten haben dann die Betroffenen?
Rechte und Möglichkeiten von Patienten bei Behandlungsfehlern kennen
AOK Krankenhaus Report geht von 19000 Tote durch Klinik-Fehler aus

Der neue Krankenhaus-Report 2014 der AOK liefert erschreckende Zahlen. Bei den rund 19 Millionen Behandlungen in deutschen Krankenhäusern unterlaufen etwa bei jeder hundertsten Fehler. Schuld daran sind zum Beispiel falsche Medikamentenvergabe, schadhafte Medizinprodukte und mangelnde Hygiene. Schlimm genug, dass dies alles vermeidbare Fehler sind. Schlimmer sind jedoch die Konsequenzen. Insgesamt geht die Krankenkasse von rund 190.000 Behandlungsfehlern im Jahr aus, von denen viele zu dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen führen können. Mehr noch: Der AOK zufolge sterben jährlich 19.000 Patienten aufgrund von Behandlungs- und Ärztefehlern. Zum Vergleich: Im Straßenverkehr starben im vergangenen Jahr nach ersten Schätzungen 3.290 Menschen.

AOK Krankenhaus-Report: Behandlungsfehler sind vermeidbar

Um nicht Opfer eines Behandlungsfehlers zu werden, haben die Deutschen nur wenige Möglichkeiten. Zwar plant Gesundheitsminister Hermann Gröhe ein neues Qualitätsinstitut, das Erfolge und Probleme von Behandlungen auswerten und so für eine bessere Vergleichbarkeit der Kliniken sorgen soll. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen. Allerdings gibt es bereits Krankenhausvergleichsportale, auf die Prof. Dr. Max Geraedts, Mitherausgeber des AOK Krankenhaus-Reports 2014, im ZDF Morgenmagazin hinweist. „Die weiße Liste der Bertelsmann Stiftung ist eines; die Krankenkassen haben verschiedene Vergleichsportale, in denen man nachschauen kann, wie sind denn die Erfolgsraten bei bestimmten Eingriffen“, so Geraedts.

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Rechte von Patienten bei Behandlungsfehlern gestärkt

Doch ist den Ärzten oder Kliniken einmal ein Fehler unterlaufen, sieht es für die Betroffenen meist schlecht aus. Zwar räumt ein neues Gesetz Patienten mehr Rechte bei Behandlungsfehlern ein. So liegt die Beweispflicht nun bei den Ärzten, dass sie fehlerfrei behandelt haben. Dies gilt jedoch nur bei groben Fehlern. Bei einfachen Behandlungsfehlern müssen nach wie vor die Opfer nachweisen, dass etwa bei einer Operation etwas schief gelaufen ist.

Wenn Betroffene ihr Recht vor Gericht einklagen müssen

Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Versicherungen, mit denen sich Verbraucher absichern können. Kommt es beispielsweise zu einem Prozess, in dem ein Krankenhaus etwa auf Schmerzensgeld verklagt wird, so schützt eine Rechtsschutzversicherung vor den Anwalts- und Gerichtskosten. Wie wichtig diese Versicherung ist, zeigt eine Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Demnach klagen viele Bürgerinnen und Bürger nicht, um ihr gutes Recht durchzusetzen, da sie sich vor den hohen Kosten fürchten. Eine Rechtsschutzversicherung sorgt nicht nur für finanzielle Sicherheit, indem sie die Kosten für Anwalt, Gericht und Co. übernimmt. Sie kann auch zur Einigung zwischen den Parteien beitragen. Oftmals lassen sich Beklagte eher auf eine außergerichtliche Einigung ein, wenn die Kläger rechtsschutzversichert sind.

 

Versicherungspflicht für Ärzte

Ärzte müssen eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen, um sich vor Risiken wie Behandlungsfehler abzusichern. Kommt es zu Schadenersatzforderungen, springt die Versicherung ein und zahlt die entsprechende Summe an Geschädigte aus. Ohne eine solche Versicherung darf in Deutschland kein Arzt praktizieren.

Welche Versicherungen schützen bei Behandlungsfehlern?

Können Patienten infolge von Behandlungsfehlern nicht mehr arbeiten, droht ihnen bald der finanzielle Ruin. Denn ohne ein monatliches Einkommen können laufende Kosten etwa für Wohnung, Haus oder Versicherungen nur schwer gezahlt werden. Wohl dem, der mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung vorgesorgt hat. Gute Tarife leisten in der Regel schon, wenn der Versicherte zu 50 Prozent berufsunfähig ist. Sie erhalten dann eine vorher von ihnen festgelegte monatliche Rente. Selbst wenn es dann zu einem langen Rechtsstreit mit dem Arzt oder dem Krankenhaus kommt, stehen Betroffene zumindest aus finanzieller Sicht nicht mit dem Rücken zur Wand.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Gewerbeversicherung.