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Unabhängige Beratung gegen Honorar: Versicherungsberater im Fokus

Beim Bundesverband der Versicherungsberater e. V. sind aktuell knapp 280 Versicherungsberater registriert. Im Interview mit finanzen.de erklärt Stefan Albers, Präsident der berufsständischen Vertretung, welche Dienstleistungen die Versicherungsberater anbieten und welche Kosten Verbraucher für den Rat der Spezialisten einplanen müssen.
Versicherungsberater bieten unabhängigen Rat
Neutrale Versicherungsberatung auf Honorarbasis

Wer in Versicherungsfragen den Rat eines unabhängigen Spezialisten sucht, der kann sich an einen Versicherungsberater wenden. Bundesweit gibt es derzeit etwa 280 Fachleute, die eine Versicherungsberatung auf Honorarbasis anbieten. Von anderen Versicherungsexperten wie etwa Versicherungsvertretern oder Versicherungsmaklern unterscheiden sie sich vor allem in einem wesentlichen Punkt: Der Kunde muss für ihre Beratung bezahlen. Dafür kann er einen neutralen Rat erwarten.

Unabhängige Berater in versicherungsrechtlichen Fragen

Die Konsultation eines Versicherungsberaters kann sowohl vor als auch nach dem Abschluss von Versicherungsverträgen sinnvoll sein, sagt Stefan Albers vom Bundesverband der Versicherungsberater e. V. (BVVB). Im Gespräch mit finanzen.de empfiehlt der Präsident der berufsständischen Vertretung der Versicherungsberater die Beratung vor Abschluss eines Vertrags. Dadurch können „gegebenenfalls unzureichende oder unwirtschaftliche Verträge“ vermieden werden, so Albers. Denn was den Versicherungsberater auszeichnet: Er darf in keiner Weise in einer finanziellen oder wirtschaftlichen Abhängigkeit zu Unternehmen oder Personen stehen, bei denen im Rahmen der Versicherungsvermittlung Honorare oder Provisionen gezahlt werden.

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„Versicherungsberatung ist Rechtsberatung“

Aufgrund seiner Unabhängigkeit kann der Versicherungsberater seinen Mandanten gegenüber der Versicherungswirtschaft betreuen und vertreten - im ausschließlichen Interesse des Mandanten, erklärt Albers. Der Fachmann kann bei der Vereinbarung, Änderung und Prüfung von Versicherungsverträgen unterstützen. Außerdem darf er rechtlich beraten, wenn es im Versicherungsfall um die Wahrnehmung von Ansprüchen aus einem Vertrag geht. „Versicherungsberatung ist Rechtsberatung“, sagt Albers. Allerdings: „Der Versicherungsberater darf nur außergerichtlich tätig werden. Bei Klageverfahren unterstützt er den entsprechenden Rechtsanwalt mit gutachterlichen Tätigkeiten.“

Wie erkennt man einen Versicherungsberater?

Ein Versicherungsberater muss mindestens die Prüfung als Versicherungsfachmann (BWV) abgelegt haben. „Diese Zulassungsvoraussetzung reicht jedoch für die zu leistende Rechtsberatungstätigkeit in der Praxis bei weitem nicht aus“, erklärt Albers. Versicherungsberater benötigen für ihre Beratungstätigkeit eine Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer nach § 34e Abs. 1 der Gewerbeordnung. Beratungsinteressierte können zum Beispiel im Impressum eines Anbieters oder auf seiner Visitenkarte erkennen, ob es sich bei dem Experten um einen unabhängigen und neutralen Berater handelt. Zudem sind Versicherungsberater durch ihre Zugehörigkeit zum BVVB gekennzeichnet, so Albers. Durch diese ergeben sich bestimmte Berufspflichten für den Versicherungsberater, die weitgehend den Regelungen zur Berufsausübung und den Berufspflichten von Rechtsanwälten entsprechen.

Was kostet die Versicherungsberatung?

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Versicherungsberater keine Provision von Versicherungsunternehmen entgegennehmen dürfen. Die Beratung erfolgt daher gegen ein Honorar, das der Kunde zahlen muss. „Das Honorar wird in Anlehnung an das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz häufig nach Stundensätzen in Höhe von brutto circa 150 Euro je Stunde berechnet“, sagt Albers. Für eine Falschberatung kann der Versicherungsberater im Übrigen haftbar gemacht werden. Aus diesem Grund müssen sich die BVVB-Mitglieder gegen die aus ihrer Berufstätigkeit sich ergebenden Haftpflichtgefahren angemessen versichern. Laut Albers müssen sich die Experten in Bezug auf die Haftung bei einer Falschberatung mit einer Versicherungssumme von 1.230.000 Euro für jeden Versicherungsfall sowie 1.850.000 Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres absichern.