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Erwerbsminderungsrente: Rentenpaket verbessert nur wenig

Bei den Diskussionen um das Rentenpaket bleibt die Erwerbsminderungsrente bisher außen vor. Dabei reichen die angepriesenen Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente kaum aus, um Betroffene finanziell zu entlasten. Wer bereits erwerbsgemindert ist, wird von dem Rentenpaket ohnehin nichts haben.
Verbesserungen nur für Neurentner geplant
Rentenpaket: Erwerbsminderungsrente soll höher ausfallen

Update 25. November 2016: Die Große Koalition plant mit der Anhebung der Zurechnungszeit auf das vollende 65. Lebensjahr, die Erwerbsminderungsrente weiter zu verbessern.

Das Rentenpaket sieht bei der Erwerbsminderungsrente Verbesserungen vor. Das ist auch bitter nötig. Denn seit 2001 erhalten Berufstätige, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden und durch körperliche oder psychische Probleme ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, kaum Unterstützung vom Staat. Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente wurde abgeschafft – Leistungen gibt es jetzt nur noch für Versicherte, die auch andere berufliche Tätigkeiten nicht mehr länger als drei bzw. sechs Stunden pro Tag ausüben können. Doch nicht nur die Voraussetzungen für die staatliche Unterstützung haben sich verschärft. Auch der Umfang der Leistungen ist deutlich geringer als vor der Rentenreform 2001. Betroffene müssen mit wenigen hundert Euro im Monat auskommen. Auf Dauer bedeutet das für sie eine erhebliche finanzielle Belastung. Mit dem Rentenpaket der Koalition wird es nun zum 1. Juli 2014 Anpassungen geben.

Erwerbsminderungsrente: Rentenpaket verändert Zurechnungszeiten

Bei der Erwerbsminderungsrente werden die sogenannten Zurechnungszeiten zukünftig anders berechnet. Bisher wurden zur Rentenberechnung die Zeiten der Erwerbsminderung bis zum Alter von 60 Jahren zugerechnet. Das heißt: Wer beispielsweise mit 50 Jahren von einer Erwerbsminderung betroffen war, dem wurden dennoch weitere zehn Jahre als Beitragszeiten für die Altersrente zugerechnet. Mit dem neuen Gesetz wird das bisherige jährliche Durchschnittseinkommen des Rentenversicherten noch zwei Jahre länger angerechnet. Dadurch erhöht sich nicht nur die spätere Altersrente, sondern auch die Erwerbsminderungsrente.

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Keine negativen Auswirkungen durch verringerte Arbeitszeiten

Des Weiteren sieht das Rentenpaket vor, die letzten vier Jahre der Erwerbstätigkeit bei der Rentenberechnung nicht mehr zu berücksichtigen, wenn sich diese negativ auf die Gesamtrente auswirken. Wer beispielsweise aufgrund körperlicher Probleme schon vor Eintritt der Erwerbsminderung weniger arbeiten konnte und dadurch Einbußen beim Einkommen vorweist, der erhält dadurch keine Nachteile. So wird zukünftig das Durchschnittseinkommen durch eine solche Verringerung der Arbeitszeit nicht reduziert, wenn es um die Berechnung von Alters- und Erwerbsminderungsrente geht.

Erwerbsminderungsrente: Verbesserungen nur für Neurentner ab 1. Juli 2014

Durch die Änderung wird die Erwerbminderungsrente im Schnitt um etwa 40 Euro pro Monat höher ausfallen. Davon werden aber nur Menschen profitieren, die ab dem 1. Juli 2014 vor dem 62. Lebensjahr in Erwerbsminderungsrente gehen. Wer bereits eine volle oder halbe Erwerbsminderungsrente erhält, dem entstehen weder jetzt noch beim Übergang in die Altersrente Vorteile. Zudem ist auch mit den Verbesserungen die Erwerbsminderungsrente für die meisten Betroffenen nicht ausreichend, um ihren bisherigen Lebensstandard zu halten. Die private Vorsorge, etwa in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung, bleibt daher weiterhin die einzige Möglichkeit sich gegen eine Berufsunfähigkeit ausreichend abzusichern.

Hier finden Sie Tipps und weitere Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.